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Planetarium

Uglaublich, wie sehr ein Besuch des Planetariums einen wieder erden kann. Alles hat nun wieder die richtigen Dimensionen.
Angefangen bei der Tatsache, dass unsere Töchter doch nicht so weltschlimm sind, wie es manchmal zu Hause den Anschein hat.
Nein, der Besuch im Planetarium zeigte, es geht immer noch schlimmer.
Man sollte pupsenden Teenies im Planetarium Hausverbot erteilen.
Selbige saßen hinter uns und dem Geruch nach, hatten sie sich innerlich dem Verwesungsstadium genähert.
Mir waren da unsere missgelaunten Töchter lieber, die zwar mit dem unerträglichen Schicksal haderten, nun im Planetarium sitzen zu müssen, aber zumindest weder pupsten noch rülpsten.
Manchmal freut man sich doch schon über die kleinen Dinge im Leben.

Apropos klein.
Das Universum an sich, so zeigte sich heute mal wieder, hat ja Dimensionen, die einen selbst - und damit vor allem auch die kleinen Sorgen und Nöte - wieder in die richtige Relation rücken.

Und so saß ich da, gänzlich ergriffen und haderte nicht mehr mit meinem geschädigten Gehör, wohl aber mit der Tatsache, dass ich im Vergleich zum Universum nichtmal ein Fliegenschiss bin und dann auch noch ein nichtswissender.

Manchmal macht es mir regelrecht Angst, zu merken, wie wenig ich weiß. Ich rechne dann herum und male mir aus, wie ich möglichst schnell all meine Wissenslücken auffüllen kann, welche Bücher ich lesen möchte und wie ich es schaffen soll, in einer relativ kurzen Lebensspanne möglichst viel Wissen zu speichern.

Unter dieser Kuppel zu liegen, umschwadert vom üblen Duft der Teeniepüpse, machte mich schon ziemlich demütig und ergriffen.

Und ich habe keine Ahnung von all den fremden Galaxien, Andromeda Nebeln, Super Novas und  schwarzen Löchern.
Ich kann mir Lichtgeschwindigkeit nicht vorstellen und meine Phantasie reicht nicht einmal aus, um bis zum nächsten Planeten zu denken.
Ich habe noch nie den Sirius Stern am Himmel entdeckt - gut, dass mag an meiner mangelnden Sehfähigkeit liegen - und ich wusste nicht einmal, dass Jupiter einen Eismond namens Europa hat.

Man müsste all diese jammernden Menschen, denen jeder mal hin und wieder begegnet, also jenen Menschen, die in ihrer Komfortzone leben und trotzdem täglich etwas zu beklagen haben, mal auferlegen, sich eine Stunde in ein Planetarium zu legen.
Gut, die Püpse kann man weglassen, aber dieses Gefühl des Kleinsseins inmitten von etwas unermesslich Großem, das Gefühl der Nichtigkeit im Allumfassenden - dieses Gefühl, zu entdecken, welch winzig kleines unwichtiges Element man im Universum überhaupt ist - dieses Wissen täte so manch einem Menschen sicherlich mal gut.

Mir übrigens auch!

augenBloglich 03.02.2013, 19.18

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