Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Nachwuchs

Noch ein Teenager Mysterium

Natürlich kann man mal eine Tasse fallen lassen.
Man kann die Scherben zusammenfegen.

An sich ist das eine gute Idee.

Natürlich kann man sich dann auch erstmal hinsetzen und geschätzte zehn Warnbriefchen an die bereits schlafende Mutter (also mich) schreiben.
Damit diese, wenn sie am nächsten Morgen aufsteht, auch weiß, was da los ist in der Küche.

Gut, man hätte die zusammengefegten Scherben auch entsorgen können.
Aber so Teenager denken da wahrscheinlich in anderen, voll cooleren Sphären.
Und ich finde es gut, dass auf den Zettelchen stand, dass dort Scherben einer Tasse liegen und ich aufpassen soll und bitte besser nicht hineintreten soll.

Im Zeitalter von WhatsApp hatte ich auch bereits eine diesbezügliche Warnung auf diesem Medium bekommen und wusste, was mich erwarten würde.

Es war nämlich so.
Die Tasse fiel aus dem Schrank - kann passieren.
Die Scherben flogen - logischerweise - durch die ganze Küche.
Man fegte diese zusammen - also die Scherben jetzt.
Und nun geschah das eigentlich Mysteriöse.
Der Handfeger verschwand.

Ja.
So muss es gewesen sein.

Kehrblech und Handfeger verschwanden und man hatte einfach nicht mehr die Möglichkeit, den Schaden zu beseitigen.
(Oder kein Zeitfenster, womöglich begann gerade irgendeine wichtige Serie im TV - aber das ist nur eine unebstätigte, rein mütterliche These.)

Also schrieb man, während man diese Serie da schaute, diese vielen Warnbriefchen und legte sie um die Scherben herum.

Ich liebe meine Töchter.
Ehrlich.

Wäre mir das früher passiert, hätte ich die Schuld auf ein anderes Familienmitglied geschoben, nicht einmal nach Handfeger und Kehrblech gesucht und wäre höchstwahrscheinlich (mit einem begnadeten schauspielerischen Talent) mit hochgezogen Brauen in die Küche gelaufen und hätte gerufen:

"Boaaah, wer war DAS denn?"

Ich habe also alles richtig gemacht mit meinen Töchtern.
Sie sind mitfühlend und vorausschauend und ehrlich.
Was will ich mehr?

Glücklicherweise fand sich der Handfeger wieder.
Und Scherben bringen ja ohnehin Glück!

augenBloglich 19.04.2016, 17.05 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Teenager Mysterium

Ich liebe meine Töchter - das vorweg - genauso wie sie sind. Natürlich betrachte ich sie durch den rosagefärbten Mamablick und finde sie toll mit ihren 14 und nahezu 16 Jahren.
Nichtsdestotrotz versuche ich nun seit Monaten mehreren teenagerbedingten Mysterien auf den Grund zu gehen.

Da wäre zum Beispiel die Sache mit dem Licht.
Man glaubt ja gar nicht, wo sich überall Lichtquellen in einem Haus befinden können.
An den Decken, an den Wänden, am Boden, auf Schränken..... meine Mädchen finden sie alle - die Lichtquellen also jetzt.
Und damit sich keine Lampe benachteiligt fühlt - das jedoch wäre nur meine laienhafte Interpretation - brennen alle auf einmal.

Unabhängig vom Tageslicht versteht sich. Jedes einzelne Licht brennt hier und zwar immer.
Ich gehe davon aus, dass der Nachwuchs denkt, der Abrieb an den Lichtschaltern wäre zu hoch, wenn man Lampen auch einmal wieder ausmacht.
Möglicherweise geben wir auch tags und nachts Lichtsignale für außerweltliche Lebensformen - man weiß es nicht.

Wer zu uns möchte benötigt kein Navi - immer dem Schein nach - wir erstrahlen und zwar grundsätzlich.

Darauf aufmerksam gemacht erwidern die Mädchen in der Regel unisono: "Oh, hab ich vergessen!"

Ich verstehe das. Schrieb ich doch erst gestern von der hormoninitiierten Vergesslichkeit.
Während sie sich jedoch bei mir - also die Vergesslichkeit jetzt - allumfassend zeigt, wirkt sie bei den Teenagern im Hause  - ich möchte mal sagen - eher selektiv.

Sie vergessen nie den Taschengeldtag oder das Handy aufzuladen. Aber gut, man muss Prioritäten setzen.

Dann wäre da noch die Sache mit den Türklinken.
Gut, ich nehme die Schuld auf mich, es muss sich um einen Erziehungsfehler handeln.
Irgendwie kam hier beim Nachwuchs an: Türklinken bitte anfassen, aber niemals herunterdrücken.
Niemals.
Man weiß ja nicht, was dann geschähe.
Möglicherweise hat man die Klinke in der Hand, die Tür fällt aus dem Rahmen oder der Mond plumpst auf die Erde.
Besser, man berührt die Klinke vorsichtig, aber nur, um dann die Tür zuknallen zu lassen.

Es ist auch so eine Art nonverbale Kommunikation.
Auf die Frage (blöde Frage, ja ich weiß, Mutterfalle): "Wie war es in der Schule?", höre ich meist lediglich ein genervtes, zuweilen Augenrollen untermaltes: "Gut."

Wenn einem das als Mutter zu wenig an Informationen ist, achte man einfach auf das nachfolgende Türenknallen.
Fällt die Tür eher zaghaft und minimal knallend ins Schloss, kann man davon ausgehen, der Schultag verlief ereignislos.

Das etwas hektischere, schon lautere Knallen deutet auf geringfügige Missstimmigkeiten hin und das explosionsartige Zuscheppern bedarf keiner weiteren Interpretationen mehr.

Ganz arg wird es bei Schwesternstreitigkeiten. Türen können dann simultan zugeworfen werden, was zu erbebenartígen Zuständen im Haus führen kann.
Glücklichweise streiten die hiesigen Geschwister nur ein bis siebenmal täglich, die Schäden halten sich demnach in Grenzen.

Ich wies bereits des öfteren, ich würde sagen, nahezu täglich auf die Eigenschaften einer Türklinke hin, aber noch scheinen meine Worte im luftleeren Raum zu verpuffen.

Ganz toll finde ich aber auch die Fähigkeit meiner Töchter sich alles zu eigen zu machen. Sehr beliebt in diesem Hause Scheren jeder Art, Nagelpfeilen, Tesafilmabroller und Zahnpasta.

Gefühlt müssten sich an die 324 Scheren in unserem Haushalt befinden. Gefühlt. Mindestens einmal pro Woche kaufe ich eine Schere. Man mag es nicht glauben, aber sie verschwinden. Obwohl es derart hell ist bei uns - man denke an die vielen Lichtquellen - gelingt es sämtlichen Scheren, zu verschwinden. Kaum gekauft und in meinem Arbeitszimmer deponiert, kann man davon ausgehen, dass sie spätestens am nächsten Tag verschwunden sind.
Natürlich waren das nicht die Mädchen. Die jedenfalls reagieren auf meine Nachfragen gänzlich entnervt und behaupten steif und fest, nie eine Schere gesehen zu haben.

Ich würde auch dies auf die Wechseljahre schieben, wenn nicht beim halbjährlichen Entrümpeln in den unsäglichen Tiefen der Teeniezimmer mit einem Male - und sehr überraschend für die jeweilige Bewohnerin - massig Scheren gefunden werden.
Man schiebt die Schuld sehr gern auf das nichtvorhandene Haustier, im Zweifel natürlich auf die Mutter. "In deinem Alter kann man das schonmal vergessen!"
Natürlich.

Wahrscheinlich vergaß ich auch, dass ich meine Zahnpasta ins Mädelbad gelegt habe - das ich allerdings nur in Notfällen betrete. Meine Kinder schauen viel von mir ab, denn auch sie betreten ihr eigenes Bad nur noch in Notfällen und machen sich über meines her.
Die Begründung leuchtet ein: "Bei uns ist Chaos!"

Nun könnte man eben jenes Chaos selbstverständlich beheben, aber gerne wird dann auf das fehlende Zeitfenster verwiesen. Ich verstehe das.
Als Teenager hat man einfach unentwegt zu tun.
Lästig dabei, dass so viel Zeit für die Schule draufgeht......

Ein letztes Mysterium ist der permanent neu durchgeführte Versuch, Sachen jedweder Art einfach überall liegen zu lassen, in der Hoffnung, sie beamen sich von selbst in Schränke, Wäschekörbe oder Mülltüten.

Ich gehe davon aus, dass es sich bei uns im Hause um eine nachhaltige und darum langanhaltende wissenschaftliche Studie handelt.
Offensichtlich muss der Müll erst lebendig werden, Klamotten zu stinken anfangen und leere Flaschen ein Durchkommen zum Sofa verhindern, ehe verifiziert werden kann:
Die Sachen bleiben einfach liegen.

Wie störrisch aber auch.
Auch das schmutzige Geschirr stellt sich quer und sortiert sich einfach nicht von selbst in die Spülmaschine.
Aber wir sind noch nicht am Ende der wissenschaftlichen Studie angelangt und können das selbstverständlich nicht mit hundertprozentiger Gewissheit behaupten.

Das größte Mysterium aber bleibt die unerschütterliche Mutterliebe.
Ich erkenne mich in all dem Verhalten immer und täglich aufs Neue wieder.
Darum ertrage ich die erdbebenähnlichen Zustände, schalte geduldig mehrmals täglich Lichtquellen aus, steige über leere Flaschen und Kleidungsberge, ignoriere das Augenrollen und genieße die Momente, in denen ich so unsagbar stolz auf meine Töchter bin.

Es muss genauso sein. Chaotisch und hormongesteúert, übertrieben froh, übertrieben traurig, nur an die Hälfte denkend und in anderen Sphären schwebend, mit sich selbst beschäftigt und geduldig mit der eigenen Mutter, die manchmal ganz schön nerven kann.

Alles andere wäre falsch!
Es ist nur eine Phase --- genießen wir sie.
:-)

augenBloglich 16.04.2016, 09.39 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Betriebsanleitung

Jetzt habe ich dummerweise die verdammte (Entschuldigung, aber ist doch wahr) Betriebsanleitung verlegt.
Ausgerechnet jetzt könnte ich sie natürlich sehr gut brauchen.

So ist es doch immer.
Kaum brauche ich etwas, finde ich es nicht in meinem aufgeräumten Haushalt.
Möglicherweise jedoch - ich mag es nicht gänzlich ausschließen - wurden meine werten Töchter vielleicht ohne besagte Betriebsanleitung ausgeliefert.
Ich würde dann gerne den Hersteller auf Schadensersatz verklagen.
Nicht wegen der Töchter an sich, sondern eher wegen der mangelhaften Anleitung.

Mir zum Beispiel war nicht klar, dass Töchter offensichtlich in ein Alter kommen, in denen man als Mutter sozusagen immer und überhaupt alles falsch machen kann.

Da ist zum Beispiel die Sache mit dem Lächeln.
Ganz die liebevolle Mama, lächelt man seine Tochter von Herzen an.
An guten Tagen kann das durchaus einfach nur zur Kenntnis genommen werden.
Aber dann gibt es diese Tage, an denen man direkt des feindlichen Auslachens bezichtigt wird.
Zieht man das Lächeln dann schnell zurück, um die Pubertistenlaune zu erhöhen, ist dies aber auch eher nicht so gut, denn nun schaut man auf jeden Fall böse.
Und "böse" riecht immer nach Ärger. Und wenn nicht nach Ärger, dann nach schlechter Pubertistenlaune, die unmittelbar Ärger zur Folge haben kann.

Die Hormone machen es einem schwer.
An dem einen Tag wird Obst inhaliert und natürlich ist zu wenig im Hause. Bringt man am nächsten Tag Obst mit, ist es schon wieder out und den Töchtern gelüstet es nach Schokolade.
Schokolade aber ist ein weites Feld.
Man kann eigentlich nur die Falsche mitbringen.

Bringt man konsequent gar keine mehr mit und verweist auf die eigenen zwei Beine hat man quasi eine Klage wegen Rabenmutterdaseins und Kinderarbeit am Hals.
Kinderarbeit ist ohnehin ein großes Thema. Und ich bin nicht adäquat eingewiesen worden.
Mit hat beispielsweise niemand gesagt, dass das Ausräumen (oder auch Einräumen) des (im übrigens wieder voll funktionsfähigen) Geschirrspülers sozusagen Kinderarbeit ist und die Töchter traumatisiert zurücklässt.

Meine Meinung, einmal traumatisiert können sie direkt weitermachen mit dem Ein- und Ausräumen, führte zu einer hitzigen Debatte, auf die ich mich aus pädagogisch wertvollen Gründen eigentlich nicht einließ, mich dann dennoch inmitten der Debatte wiederfand und sie ebenso pädagogisch wertvoll damit beendete, dass ich ein rigoroses Ess- und Kochverbot aussprach.
Denn nur Geschirr Ein- und Ausräumer haben hier noch Ess- und Kochrecht.

Möglicherweise kann das zu Toten führen oder dazu, dass die armen Kinder tagtäglich beim Fastfooder ihrer Wahl speisen. Zumindest bleibt die Küche sauber.

Während wir für diesen Teil des Hauses also eine angemessene Lösung gefunden haben, nähere ich mich dem nächsten Minenfeld: Dem töchterlichen Bad.
In Ermangelung eines entsprechenden Wortschatzes, kann ich nun leider besagtes Bad nicht beschreiben, aber ich befürchte, wenn ich Bade- Dusche- und Waschverbot verhänge, führt dies nicht unweigerlich zu einem minimal aufgeräumten Bad.

Eher zu übel riechenden Töchtern und das möchte ja auch niemand.
Also ich zumindest nicht.

Eine ganze Weile versuchte ich es mit Humor, bis auch ich einsehen musste, dass Mütter generell unter "nicht lustig" laufen.
Da spielt es auch keine sonderliche Rolle, dass ich mich selber ausgesprochen witzig fand - "nicht lustig" ist sozusagen die feststehende Begleitung von "peinlich"!

Hätte ich nun die Anleitung, müsste ich nur schauen, in welchen mütterlichen Betriebsmodus ich bei bestimmten Verhaltensweisen des Nachwuches schalten müsste.
So stehe ich - anleitungslos - hin und wieder (um ehrlich zu sein: meistens, ach, sagen wir es wie es ist: IMMER) auf den Schlauch.

Nun bin ich auch eher ein träge veranlagter Mensch. Mir gelingt dieses Umswitchen von einem Muttermodus in den anderen auch eher nur langsam.
Langsamkeit aber ist etwas, das im Teenagerleben eher gar nicht vorkommt.
(Es sei denn, sie werden um etwas gebeten. Also die Teenager jetzt!)

Diese ganzen unterschiedliche Müttermodi sind ja genetisch auch erstmal gar nicht angelegt.
Oder mir fehlen diese Gene - das kann ich jetzt nicht mit völliger Sicherheit ausschließen.

Oder die Modulation von "Guten Morgen" - um mal ein anderes Beispiel zu wählen.
Am "Guten Morgen" - so es denn ausgesprochen werden sollte - der Tochter kann man (als gut geschulte Mutter) schon exakt heraushören, ob es sich in der Tat um einen guten Morgen handelt oder Katastrophen bevorstehen.
Gut, man kann sich auch hier durchaus täuschen, denn  auch wenn der Morgen mal wirklich gut beginnt (was eher selten der Fall ist) hält so ein Tag doch viele schicksalsträchtige Wendungen bereit.

Man muss auch, so sieht es der Masterplan einer pubertierenden Tochter vor, mindestens achtundzwanzig unterschiedliche Gefühle in zwölf Stunden unterbringen.
Diese Gefühle aber werden geschickt verborgen und sämtliche näheren und fernenen Mitmenschen haben sie intuitiv zu erahnen.
Sollte es zu Fehlinterpretationen kommen, spielen sich Dramen ab.

Besser man meidet als Mutter fehlerhafte Interpretationen, ansonsten werden sie einem gerne verbal und mimisch um die Ohren gehauen.
Überhaupt haben wir es hier viel mit  pantomimischen Momenten zu tun.

Ich versuche dann stets und immer gelassen lächelnd zu erraten, was man mir sagen möchte und mittlerweile liege ich bei einer beachtlichen Erfolgsquote von  gefühlten 12%.
Es kommt natürlich erschwerend hinzu, dass die Regeln der Scharade sich täglich ändern, man aber als Mutter keine Spielregeländerung erhält, sondern, richtig: diese ebenfalls intuitiv erahnen muss.

Kaum meint man aber, man hat das Spiel durchschaut, befindet man sich längst in einem neuen Spiel, möglicherweise unerkannterweise und spielt nach alten Regeln, zum großen Amüsement des Nachwuches.

Überhaupt hat man als Mutter vor allem eines zu tun: Den Nachwuchs zu amüsieren.
Mir gelingt das auf eine ausgesprochen hervorragende Art und Weise. Allein  schon durch meine Kleidung, meine Sprache und mein natürliches Dasein.
Es erstaunt hier im Hause immer wieder, dass man Sätze bilden kann, an denen kein "boaah ey" hängt oder auch gerne schonmal ein "Altaaaa".
Ganz verwirrend kann es werden, wenn Verben und Nomen zu korrekten Satzgliedern werden und eine symbiotische Einheit bilden.

Ehrlich gesagt ist es mir schleierhaft, wie ich die Betriebsanleitung verlegen konnte.
Immerhin muss es sich um ein mehrbändiges, seitenstarkes Werk handeln.

Falls jemand eines übrig hat, ich wäre dankbarer Abnehmer.
Aber bitte nur die reine Töchterversion.
Da gibt es doch sicher geschlechtsspezifische Unterschiede.

augenBloglich 05.02.2015, 18.38 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Teeniespruch des Tages

Tochter zur Schwester:


"Entspann mal deine Eierstöcke!"




augenBloglich 04.01.2015, 14.38 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

00:07 Uhr

Das Haus wackelt.
Mein  Bett wackelt.
Ich schrecke aus dem Schlaf.

Ein Erdbeben?

Türenknallen, ich höre hysterisches Teenagergeschrei.
Mitternächtlicher Schwesternstreit vor meinem Schlafzimmer.

Ich kann nicht verstehen, worum es geht, aber das spielt keine Rolle, denn die Ursachen schwesterlichen Zoffes sind meist mir unverständliche Geringfügigkeiten.
Das Türenknallen geht weiter.
Irgendwann wird auf diese Art und Weise sicherlich mal ein Körperteil eingequetscht und zu Schaden kommen.
Aber wohl nicht heute Nacht.

Ich rufe ein langgezogenes: "Heeeyyy!" in vager Richtung, in der ich in der nächtlichen Dunkelheit die Tür vermute und habe damit - so meine ich - meinen mütterlichen Pflichten genüge getan.

Drehe mich um, bereit weiterzuschlafen.

Es ist nur eine Phase - nehme ich an.
Wie alles im Leben.

augenBloglich 04.01.2015, 05.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Unlustig

„Mama“, sprach die 14,5 jährige Tochter (und ja, auf das halbe Jahr wird sehr viel Wert gelegt, da man sich als Pubertistin noch in der Lebensphase befindet, in dem man gerne jeden Tag älter sein möchte) „Boaaah, Mama, du bist voll unlustig!“

 

Ich kann mich nicht entsinnen, was ich Geistloses von mir gegeben hatte – vermutlich einen dummen mütterlichen Spruch, den nur ich witzig fand – aber mir fiel auf, dass pubertistische und grenzwertig wechseljährige Lachfrequenzen irgendwie nicht kompatibel erscheinen.

 

Da ist zum Beispiel diese Sache mit den Youtubern.

 

(Mittlerweile, so musste ich mich belehren lassen, verdienen Youtuber eine Menge Geld – es scheint so, als gäbe es da einen neuen Beruf, der irgendwie an mir vorbeigegangen zu sein scheint.)

Einige dieser besagten Youtuber, deren Namen ich mir beim Willen nicht merken kann, lösen regelmäßig lautstarke und nicht enden wollende Lachflashs bei meinen Töchtern aus.


Nun sind meine Töchter wirklich sehr bemüht, ihre arme, alte, vertrottelte Mutter mit in das Pubertistenleben miteinzubeziehen, damit die erwähnte Mutter (also ich) ein bisschen mehr „today“ ist und die Tochter nicht ständig anmerken muss: 


„Boaaah, Mama, Du bist voll 80er, ey!“


(Das „ey“ muss wohl stets und ständig mit angehängt werden, ich denke, die Teenies unterliegen der irrigen Annahme ihre Aussagen erhalten nur mit angehängtem „ey“ eine gewisse Gültigkeit!)

 

Ich werde also sehr häufig mit eingeweiht in das lustige Leben der Videoyoutuber und erfreue mich jedesmal zunächst an der Tatsache, dass das große Kind sämtliche Videos auswendig mitsprechen oder alleine nachspielen kann. Eine gewisse Hoffnung in Bezug auf das Merken von Lateinvokabeln keimt dann regelmäßig in mir auf.

Ich betrachte also, durchaus bereit mich auf Neues einzulassen, diese Videos und schaue immer wieder irritiert, wenn die Mädel sich vor Lachen nicht mehr einkriegen, ich aber den Witz gar nicht mitbekommen habe.

Nun mag das daran liegen, dass diese Videos generell eher weniger witzig sind. Die Alternative –die ich aber eigentlich im Grunde direkt ausschließe – wäre, ich bin zu alt für den Humor der Jugend von heute.

 

Zunächst konnten die zauberhaften Töchter es gar nicht fassen, dass ich nicht auch lachen musste. Es folgte in der Regel eine ausschweifende Erklärung des Witzes, den ich nicht wahrgenommen hatte. Die Kinder hatten durchaus noch die Hoffnung, sie könnten aus ihrer Mutter ein zeitgemäßes Wesen machen, allein, die Versuche scheiterten.

 

Gänzlich uncool erkläre ich im Anschluss immer direkt, dass ich die Videos nicht witzig fände.

Nur, um kurze Zeit später vor Lachen zu heulen, wenn mich eine WhatsApp Nachricht der weltbesten Freundin (also meiner jetzt natürlich) erreichte, die vor T9 Fehlern strotzte.

 

Ich kenne die Blicke, die meine Töchter sind dann gerne zuwerfen. (Sie gehen irgendwie immer davon aus, ich würde sie nicht bemerken, also diese Blicke jetzt!)

 

Bedauerndes Mitleid liegt in diesem Blick und eine gewisse Resignation. Ich höre sie förmlich sagen: „Lass sie, die ändern wir nicht mehr, sie wird es nie kapieren!“, aber meine Töchter sind zu freundlich, um es laut auszusprechen und bevorzugen es nun, ihrem Vater die lustigen Videos vorzuspielen, nicht ohne den Hinweis: „Lass mal, Mama, das ist nichts für Dich!“

 

Nichts für mich, so haben die Töchter entschieden, ist wohl auch das Hören lauter Musik. Während ich neulich so tat, als würde ich ein wenig den Haushalt schmeißen, hörte ich (okay, sehr laut) die Placebo Version von „Daddy Cool“ – als mit einem Male die Musik verstummte.

Die große Tochter stand im Wohnzimmer, den Freund im  Schlepptau, hatte die Musik ausgemacht und erklärte: „Mama, du bist voll peinlich!“

„Natürlich!“, entgegnete ich, „das ist schließlich mein Job als Mama, peinlich zu sein!“

und machte die Musik wieder an, vielleicht noch einen Tacken lauter als zuvor.

„Boaaah, Mama!“, kam nun wieder von Tochterseite „Du bist voll unlustig!“

 

Ich meine, damit erfülle ich alle wichtigen Attribute einer Pubertistenmutter: Unlustig und peinlich!

 

Mal sehen, welche Peinlichkeiten mir heute noch so einfallen.

Auch eine unlustige Mutter möchte hin und wieder schließlich ein wenig Spaß haben!

augenBloglich 30.12.2014, 12.32 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ältere Damen in der Eisdiele

"Mama, haben wir eigentlich im Popo ein Loch?" fragt mich Lena, während wir in der Eisdiele sitzen und mir fällt auf, dass meine Tochter dazu neigt, ausgesprochen laut zu sprechen.
Während ich mir noch eine pädagogisch wertvolle Antwort - immerhin hören alle umliegenden Ohren zu - überlege, verdreht Sophia die Augen und erklärt:

"Na klar, woher soll sonst das Aa aus dem Po kommen?"
Auch unsere jüngste Tochter scheint der Meinung zu sein, dass sämtliche Mitmenschen an Schwerhörigkeit leiden und ich grinse entschuldigend in die aufmerksame Eisdielenrunde.

"Mama, warum fällt so ein Zäpfchen dann nicht aus dem Po wieder raus?" das Thema hat es Lena sichtlich angetan und auch Sophia denkt angestrengt nach.

Bevor ich antworten kann wenden sich uns zwei ältere Damen zu und eine bemängelt:
"Zu MEINER Zeit waren das noch keine Gesprächsthemen während des Essens!"

"Warum?" fragt Lena sichtlich neugierig "Hast Du kein Loch im Po?"



augenBloglich 05.07.2007, 17.44 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

das Diktat

"Mama, wir haben heute ein Diktat geschrieben!" erzählt mir unser Schulkind vorhin stolz
"Ich war als erste fertig. Ich hatte schon Reihe vier, weißt du was, Mama, da waren die anderen erst in Reihe eins!"

"Wie geht das denn?" frage ich irritiert nach "Hat die Lehrerin denn den Text nicht diktiert?"

"Doch, aber ich wusste schon was sie sagen wird und hab dann vorgeschrieben!"

Wir warten mit großer Spannung auf die Rückgabe dieses Diktates.

augenBloglich 20.04.2007, 19.00 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ganz die Mama

Ich schreibe ja bekanntlich gerne. Dies sagt zunächst nichts über die Qualität des Geschriebenen aus - muss es auch nicht.
Meine Tochter, seit einigen Monaten also Schulkind, schreibt nun auch sehr gerne.
Auch dies sagt vorläufig nichts über die Qualität des Geschriebenen aus.

Heute nun erhielt ich diesen Zettel von ihr, mit dem Hinweis, sie habe schonmal ein wenig Unterricht für mich vorbereitet:



Während ich diese Geste selbstverständlich ganz bezaubernd fand, kamen andere weitläufige Familienmitglieder damit weniger gut zurecht.
Nachdem ich gekonnt gedolmetscht hatte wurden mir schlimme Zeiten für mein Kind prophezeit.
Niemals wird es die korrekte Schreibweise lernen.
Niemals.

Nicht, dass ich solche Aussprüche nicht zur Genüge kennen würde, nein, es kam "noch besser".

"Du musst mal dieses "Lehrerhasserbuch" lesen!"
[Habe ich bereits!]
"Darin steht auch, dass aus den Kindern nichts wird!"

Eine meiner Meinung nach sehr gewagte Interpretation der Künschen Ergüsse, der ich mich selbstverständlich anschloss:

"Die Frau muss das wissen. Ihre diesbezügliche Qualifikation besteht immerhin darin, mehrere Kinder durch diverse Schulen begleitet haben zu dürfen!"

Obwohl mir das dick gedruckte Wort IRONIE förmlich auf der Stirn gestanden haben muss, nahm man meine Einsicht erleichert zur Kenntnis.

"So kann das nichts werden!" wurde nochmal lautstark bekräftigt und ich zeigte mich beruhigt ob der Tatsache, von so vielen kompetenten Menschen umgeben zu sein.

augenBloglich 27.01.2007, 15.47 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

zusammengeknödelt

"Mama, warum hast du den S-pinat so zusammen geknödelt ?" fragte mich Sophia gerade beim Anblick des Rosenkohls auf ihrem Teller.

augenBloglich 26.01.2007, 15.19 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25