Lebensbalance

Mein Leben ist derzeit so unausgewogen, dass der Körper an vielen Stellen Warnsignale von sich gibt, die nicht länger zu ignorieren sind.
Die Rümpelei geht weiter, aber es sind nicht die vielen Dinge, die mein Leben unübersichtlich machen, es sind die Gedanken und Handlungen, die neu geordnet werden müssen.
Ich habe mich entschieden, "Augenbloglich" wieder ruhen zu lassen.
Die Unbeschwertheit, ja und durchaus auch die Naivität, mir der ich einst bloggte sind längst verloren gegangen.

Manchmal ist es mühsames und zähes Ringen um die richtigen Worte geworden und es bleibt zu oft das Gefühl, nicht das ausdrücken zu können, was ich eigentlich habe sagen wollen.

Das Schreiben muss mühelos und wie von selbst aus mir herausfließen, um Kopf und Seele zu entlasten. Und dem ist gerade nicht so.
Das ist nicht weiter tragisch, bedeutet nur, dass ich mich auf andere Lebensbereiche konzentriere und schaue, wo kann, wo muss, wo sollte ich Abstriche mache, an welchen  Stellen die Priorität erhöhen.

Es warten noch einige auf die Rümpelei Geschenke und ich habe das nicht vergessen, nur aufgeschoben.
Etwas, das mit den Prioritäten zu tun hat, die ich oben erwähnte.
Irgendwann, wenn Ihr vermutlich gar nicht mehr damit rechnet, wird mein Päckchen Euch erreichen.

Hier jedoch kehrt wieder Ruhe ein.
Und  mich entstresst das.

augenBloglich 21.03.2015, 12.07| (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Augenblicke

Blogpause....

.... da krank.

augenBloglich 15.02.2015, 08.26| (14/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: körperlich

Rümpelei Tag 42

Für alle, die mehr Rohkost essen mögen:



augenBloglich 12.02.2015, 00.00| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 41



Holzbild - Foto auf Holzuntergrund

augenBloglich 11.02.2015, 00.00| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 37 bis 40

Manchmal eröffnet man unbeabsichtigt und unerwartet neue Lebensbaustellen, die ein inneres Neusortieren nötig machen. Aus diesem Grunde sammle ich heute einfach mal die Entrümpelungstage von Samstag bis heute.
Sie waren nicht vergessen, nur mangelte es an Energie,  die floss eher nach innen.

Diesmal sind es keine Ketten, keine Taschen, keine Schals......

Samstag:



Sechs kleine, qaudratische Untersetzer (Bildchen) aus Holz. Also Fotos auf einem Holzuntergrund.


Sonntag:



Spannendes Buch für alle, die diese Thematik interessiert.


Montag:



Kleines Holzbild mit Spruch.



Dienstag:




Drei wunderschöne, kleine Holzbilder.

augenBloglich 10.02.2015, 16.28| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 36

Und wieder trifft es eine Kette, die hier verschmäht ihr Dasein fristet:


augenBloglich 06.02.2015, 13.27| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Betriebsanleitung

Jetzt habe ich dummerweise die verdammte (Entschuldigung, aber ist doch wahr) Betriebsanleitung verlegt.
Ausgerechnet jetzt könnte ich sie natürlich sehr gut brauchen.

So ist es doch immer.
Kaum brauche ich etwas, finde ich es nicht in meinem aufgeräumten Haushalt.
Möglicherweise jedoch - ich mag es nicht gänzlich ausschließen - wurden meine werten Töchter vielleicht ohne besagte Betriebsanleitung ausgeliefert.
Ich würde dann gerne den Hersteller auf Schadensersatz verklagen.
Nicht wegen der Töchter an sich, sondern eher wegen der mangelhaften Anleitung.

Mir zum Beispiel war nicht klar, dass Töchter offensichtlich in ein Alter kommen, in denen man als Mutter sozusagen immer und überhaupt alles falsch machen kann.

Da ist zum Beispiel die Sache mit dem Lächeln.
Ganz die liebevolle Mama, lächelt man seine Tochter von Herzen an.
An guten Tagen kann das durchaus einfach nur zur Kenntnis genommen werden.
Aber dann gibt es diese Tage, an denen man direkt des feindlichen Auslachens bezichtigt wird.
Zieht man das Lächeln dann schnell zurück, um die Pubertistenlaune zu erhöhen, ist dies aber auch eher nicht so gut, denn nun schaut man auf jeden Fall böse.
Und "böse" riecht immer nach Ärger. Und wenn nicht nach Ärger, dann nach schlechter Pubertistenlaune, die unmittelbar Ärger zur Folge haben kann.

Die Hormone machen es einem schwer.
An dem einen Tag wird Obst inhaliert und natürlich ist zu wenig im Hause. Bringt man am nächsten Tag Obst mit, ist es schon wieder out und den Töchtern gelüstet es nach Schokolade.
Schokolade aber ist ein weites Feld.
Man kann eigentlich nur die Falsche mitbringen.

Bringt man konsequent gar keine mehr mit und verweist auf die eigenen zwei Beine hat man quasi eine Klage wegen Rabenmutterdaseins und Kinderarbeit am Hals.
Kinderarbeit ist ohnehin ein großes Thema. Und ich bin nicht adäquat eingewiesen worden.
Mit hat beispielsweise niemand gesagt, dass das Ausräumen (oder auch Einräumen) des (im übrigens wieder voll funktionsfähigen) Geschirrspülers sozusagen Kinderarbeit ist und die Töchter traumatisiert zurücklässt.

Meine Meinung, einmal traumatisiert können sie direkt weitermachen mit dem Ein- und Ausräumen, führte zu einer hitzigen Debatte, auf die ich mich aus pädagogisch wertvollen Gründen eigentlich nicht einließ, mich dann dennoch inmitten der Debatte wiederfand und sie ebenso pädagogisch wertvoll damit beendete, dass ich ein rigoroses Ess- und Kochverbot aussprach.
Denn nur Geschirr Ein- und Ausräumer haben hier noch Ess- und Kochrecht.

Möglicherweise kann das zu Toten führen oder dazu, dass die armen Kinder tagtäglich beim Fastfooder ihrer Wahl speisen. Zumindest bleibt die Küche sauber.

Während wir für diesen Teil des Hauses also eine angemessene Lösung gefunden haben, nähere ich mich dem nächsten Minenfeld: Dem töchterlichen Bad.
In Ermangelung eines entsprechenden Wortschatzes, kann ich nun leider besagtes Bad nicht beschreiben, aber ich befürchte, wenn ich Bade- Dusche- und Waschverbot verhänge, führt dies nicht unweigerlich zu einem minimal aufgeräumten Bad.

Eher zu übel riechenden Töchtern und das möchte ja auch niemand.
Also ich zumindest nicht.

Eine ganze Weile versuchte ich es mit Humor, bis auch ich einsehen musste, dass Mütter generell unter "nicht lustig" laufen.
Da spielt es auch keine sonderliche Rolle, dass ich mich selber ausgesprochen witzig fand - "nicht lustig" ist sozusagen die feststehende Begleitung von "peinlich"!

Hätte ich nun die Anleitung, müsste ich nur schauen, in welchen mütterlichen Betriebsmodus ich bei bestimmten Verhaltensweisen des Nachwuches schalten müsste.
So stehe ich - anleitungslos - hin und wieder (um ehrlich zu sein: meistens, ach, sagen wir es wie es ist: IMMER) auf den Schlauch.

Nun bin ich auch eher ein träge veranlagter Mensch. Mir gelingt dieses Umswitchen von einem Muttermodus in den anderen auch eher nur langsam.
Langsamkeit aber ist etwas, das im Teenagerleben eher gar nicht vorkommt.
(Es sei denn, sie werden um etwas gebeten. Also die Teenager jetzt!)

Diese ganzen unterschiedliche Müttermodi sind ja genetisch auch erstmal gar nicht angelegt.
Oder mir fehlen diese Gene - das kann ich jetzt nicht mit völliger Sicherheit ausschließen.

Oder die Modulation von "Guten Morgen" - um mal ein anderes Beispiel zu wählen.
Am "Guten Morgen" - so es denn ausgesprochen werden sollte - der Tochter kann man (als gut geschulte Mutter) schon exakt heraushören, ob es sich in der Tat um einen guten Morgen handelt oder Katastrophen bevorstehen.
Gut, man kann sich auch hier durchaus täuschen, denn  auch wenn der Morgen mal wirklich gut beginnt (was eher selten der Fall ist) hält so ein Tag doch viele schicksalsträchtige Wendungen bereit.

Man muss auch, so sieht es der Masterplan einer pubertierenden Tochter vor, mindestens achtundzwanzig unterschiedliche Gefühle in zwölf Stunden unterbringen.
Diese Gefühle aber werden geschickt verborgen und sämtliche näheren und fernenen Mitmenschen haben sie intuitiv zu erahnen.
Sollte es zu Fehlinterpretationen kommen, spielen sich Dramen ab.

Besser man meidet als Mutter fehlerhafte Interpretationen, ansonsten werden sie einem gerne verbal und mimisch um die Ohren gehauen.
Überhaupt haben wir es hier viel mit  pantomimischen Momenten zu tun.

Ich versuche dann stets und immer gelassen lächelnd zu erraten, was man mir sagen möchte und mittlerweile liege ich bei einer beachtlichen Erfolgsquote von  gefühlten 12%.
Es kommt natürlich erschwerend hinzu, dass die Regeln der Scharade sich täglich ändern, man aber als Mutter keine Spielregeländerung erhält, sondern, richtig: diese ebenfalls intuitiv erahnen muss.

Kaum meint man aber, man hat das Spiel durchschaut, befindet man sich längst in einem neuen Spiel, möglicherweise unerkannterweise und spielt nach alten Regeln, zum großen Amüsement des Nachwuches.

Überhaupt hat man als Mutter vor allem eines zu tun: Den Nachwuchs zu amüsieren.
Mir gelingt das auf eine ausgesprochen hervorragende Art und Weise. Allein  schon durch meine Kleidung, meine Sprache und mein natürliches Dasein.
Es erstaunt hier im Hause immer wieder, dass man Sätze bilden kann, an denen kein "boaah ey" hängt oder auch gerne schonmal ein "Altaaaa".
Ganz verwirrend kann es werden, wenn Verben und Nomen zu korrekten Satzgliedern werden und eine symbiotische Einheit bilden.

Ehrlich gesagt ist es mir schleierhaft, wie ich die Betriebsanleitung verlegen konnte.
Immerhin muss es sich um ein mehrbändiges, seitenstarkes Werk handeln.

Falls jemand eines übrig hat, ich wäre dankbarer Abnehmer.
Aber bitte nur die reine Töchterversion.
Da gibt es doch sicher geschlechtsspezifische Unterschiede.

augenBloglich 05.02.2015, 18.38| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs

Rümpelei Tag 35

Mein Montag ist rot.
Schon immer rot gewesen.

Heute ist Donnerstag und der Donnerstag ist schwarz.
Auch schon immer gewesen.

Dieses Buch hier wird heute entrümpelt und hat schon gleich eine Abnehmerin gefunden.



augenBloglich 05.02.2015, 06.49| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 34

Derzeit sind die Tage zu kurz, die Nächte zu durchwacht, die Erschöpfung zu groß für viele Worte.
Aber Entrümpeln geht immer:


augenBloglich 04.02.2015, 20.15| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 33

augenBloglich 03.02.2015, 18.57| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 32

Zu erledigt, für einen sinnvollen Text, aber Rümpelei muss sein, auch heute:


augenBloglich 02.02.2015, 20.39| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 31

Und wieder sind es zwei Ketten, von denen ich mich gerne trennen würde:

augenBloglich 01.02.2015, 14.16| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 30

Nach einem Monat Entrümplung zeichnet sich ab, dass ich niemals auf 2015 zu entrümpelnde Gegenstände kommen werde.
Nicht, dass das mein  erklärtes Ziel gewesen wäre, aber so spukte die Ursprungsidee durch die Weiten des Netzes.

Aber es ist nach wie vor faszinierend, wie viele Dinge hier ungebraucht herumliegen und das, obwohl ich (naja, zumindest meiner eigenen Einschätzung nach) sehr darauf achte, das Zuhause einigermaßen übersichtlich zu halten, mir klaren Linien und durchaus auch viel Leere.
Als Gegenpol zum übervollen Büro, der stets zu vollen Schulklasse und überhaupt als ausgleichender Ort, in dem Gedanken (eigentlich) gut zur Ruhe kommen können müssten.

Das Entrümpeln auf diese Art und Weise hat nichts von großartiger Befreiung, denn es fühlt sich hier kein Stück "leerer" an.
Aber es hat etwas von Bewusstmachen, in welchem Überfluss ich lebe und wie unreflektiert und äußerst spontan ich einkaufe.

Mir macht das Weiterverschenken der entrümpelten Dinge am meisten Spaß. Nur mit dem Versenden, da muss ich mir etwas überlegen, darin bin ich extrem langsam.
Das läuft dann doch eher unstrukturiert ab und viele liebe Menschen warten noch auf die Entrümpelis.
Andererseits mag ich mich da auch nicht stressen und finde die Behäbigkeit ganz angenehm.

Mit dem heutigen Teil (wieder super schön, doch nicht genutzt) bin ich bei 46 entrümpelten Teilen im Januar.
Für den Anfang schon nicht schlecht, aber da geht sicher noch mehr.

Heute gebe ich diese kleine, gefilzte Tasche weg:




Vielleicht findet sie einen neuen Besitzer, der sie nicht achtlos im Schrank herumliegen lässt.

Und dann geht die Entrümpelei in die Februar Runde.
Mal sehen, wie lange ich durchhalten werde......

augenBloglich 31.01.2015, 14.42| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 29

Diese beiden Backmischungen wollte ich verschenken und habe es an den entsprechenden Tagen einfach vergessen.
Nun stehen sie hier herum, sind natürlich noch haltbar und müssen verbacken werden....


augenBloglich 30.01.2015, 13.23| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 28

Heute mal wieder etwas aus dem Bücherregal:


augenBloglich 29.01.2015, 16.47| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 27

Nun rümpele ich seit fast einem Monat und das Haus ist immer noch so voll.
Heute nochmal etwas aus der Klamottenkiste, ein weiterer Loop:


augenBloglich 28.01.2015, 15.36| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Total entnervt

Es gibt nicht viele Menschen, denen es binnen weniger Minuten gelingt, mich total zu entnerven.

Nehmen wir neulich die penetrante Schulbuchsverlagsvertreterin.
Sie hatte angerufen, um zu fragen, ob sie vorbeikommen dürfe.
Meine freundliche Antwort lautete:

"Nein danke, wir haben kein Interesse!"

Mir persönlich ist es ja ein wenig schleierhaft, was an diesem deutlich formulierten Satz unverständlich war.
Aber scheinbar erreichen auch deutliche Worte nicht immer den Empfänger, denn am nächsten Tag stand besagte Vertreterin unangekündigt im Büro und wollte mit mir diskutieren, warum ich kein Interesse an dem Verlagsangebot habe.
Nun könnte ich schreiben, die Spatzen pfeifen es von den Dächern (und wenn es nicht die Spatzen sind, dann andere zierliche Vögel), dass das Angebot für uns nicht relevant und viel zu teuer ist, aber ich nehme an, auch derartige Worte sind nicht zieleffizient.

Während jene Dame mich jedoch nur sehr kurzzeitig, dafür aber um so heftiger nervte, gibt es ja noch jenen Typ Mensch, dem es gelingt in wenigen Minuten exakt darzustellen, wie unfähig man in sämtlichen Lebensbereichen ist, dass zu viel Staub auf den Regalen liegt und es überhaupt Zeit wird, endlich einmal abzunehmen.

Praktisch fegen jene Menschen wie ein Wirbelsturm mal kurz durchs Leben und hinterlassen neben der schlechten Laune vor allem eine Schneise der Selbstzweifel oder wahlweise den Wunsch, sich zu betrinken.

In Anbetracht der Uhrzeit verschiebe ich Letzteres lieber und konzentriere mich auf die elementaren Dinge im Leben.
Zeit, das Haupthaar zu richten und an der üblen Laune zu arbeiten.
Nicht, dass ich selber noch zum Wirbelsturm mutiere.

augenBloglich 28.01.2015, 00.00| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Augenblicke

Rümpelei Tag 26

In den Tiefen einer Schublade gefunden:




Bin tiefenentspannt dank neuer Lebenssituation.
Kann also weg.
Das Buch jetzt.

augenBloglich 27.01.2015, 14.39| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in:

Rümpelei Tag 25

Und wieder etwas für den Hals:







augenBloglich 26.01.2015, 18.53| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Alleinsamkeit

Der schmale Grat zwischen Neid und Bewunderung lädt förmlich zum Straucheln ein.
Ich habe mir abgewöhnt Menschen um Charakterzüge, Aussehen und Fähigkeiten zu beneiden, als ich merkte, dass der beständige Vergleich mit anderen Menschen mir mehr schadete als nützlich war.

Das Beneiden führte nahezu immer dazu, mich selbst zunehmend unzulänglicher zu fühlen.
Also begann ich, den Blick darauf zu richten, was ich lernen kann von jenen Menschen, die ich einst beneidete.

Neid ging nahtlos in Bewunderung über, manchmal auch in Staunen über die Fähigkeiten und Talente anderer Menschen.

Neulich sagte mir jemand, er beneide mich.
Ich war sehr erstaunt.
Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, irgendjemand könne mich um irgendetwas beneiden.

"Ich beneide Dich um Deine Trennung! Ich wünschte, ich stünde an Deiner Stelle!"

Es trennt sich nicht so leicht.
Das ist mein Fazit der letzten Wochen und der vergangenen zweieinhalb Jahre.
Alles braucht Zeit.

Zu beneiden heißt auch, sich selber in eine Passivität zu drängen. So zumindest habe ich es erlebt.
Schwieriger ist es, sich selbst auf den Weg zu machen.


Das Vergleichen mit anderen Menschen, in gänzlich anderen Lebenssituationen, mit anderen Ausgangslagen, Fähigkeiten, Talenten und Lebenswelten führt unweigerlich dazu, dass man den Blick für das eigene Leben verliert. Die eigene Wertschätzung droht, abhanden  zu kommen.

Die Tatsache, dass mich wer um irgendetwas beneidet hat mir auch nocheinmal bewusst gemacht, wie sehr Inneres und Äußeres sich unterscheiden.
Oder anders gesagt, wie gut, dass man die Fähigkeit besitzt, das Innere nicht zwingend nach außen sichtbar zu machen.

Es gibt keinen Grund, mich zu beneiden.
Wie jeder andere Mensch gehe ich meinen Lebensweg, mal strauchelnd, mal zögerlich, mal mutig und zielstrebig.

Der Punkt, die Trennung betreffend ist doch der: Die Angst, vor dem Alleinsein. Die Angst davor, etwas aufzugeben, was man nie wiedererlangen wird.
Dass das Alleinsein eine derartige Angst erzeugen kann, das schrieb ich neulich schon, empfinde ich als erschreckend.

Kraft aus sich selbst zu ziehen, sich selbst zu genügen ist offensichtlich eine verloren gegangene oder wenig geschätzte Fähigkeit in der heutigen Zeit.
Darüber hatte ich mir vor meiner Trennung nie Gedanken gemacht.

Sorgen hatte ich natürlich, aber die bezogen sich niemals auf das Alleinsein. Mehr darauf, was alleine zu bewältigen und zu schaffen ist.Ich genüge mir durchaus.
Das mag daran liegen, dass ich ein derart komplizierter Mensch bin, dass meine verworrenene Gedankengänge mich hin und wieder gänzlich auslasten.
Das Definieren über einen Partner finde ich nicht nur befremdlich, ich empfinde es der eigenen Person gegenüber sogar als unfair.

Anders sieht es hingegen mit Freundschaften aus. Sich selbst zu genügen birgt die Gefahr, sich irgendwann gedanklich im Kreise zu drehen.
Deshalb bin ich unendlich froh, Menschen um mich zu haben, die für mich da sind, die mir helfen, mir ihr Ohr leihen, mir aber  - durchaus berechtigt - auch mal den Kopf zu waschen.

Ohne diese Menschen würde das Alleinsein sehr schnell in eine Alleinsamkeit umschlagen.
Und Alleinsamkeit ist der erste Schritt zur Einsamkeit - ein Zustand, der nicht nur krankmachend sein kann, sondern weitaus mehr Übel verursachen kann.


Ich möchte auch gar nicht beneidet werden. Das hebt eine Situation auf einen unangemessenen Podest. Damit fühle ich mich unwohl.

Die Menschen, deren Fähigkeiten und Talente ich bewundere, bereichern allesamt auf die ein oder andere Weise mein Leben.
Ich kann ihnen zuschauen, sie beobachten, ihnen zuhören, mit ihnen lachen, leben, sie liebhaben. Und ich kann so viel von ihnen lernen - ohne jemals wie sie zu sein.

Es gibt sehr viel für mich zu lernen.
Jetzt, in dieser neuen Lebenssituation.

Aber auch zuvor.

Ohne eine wirklich wichtige Freundin, wäre mein Weg nicht der Weg gewesen, den ich nun gegangen bin und gehen konnte.
Manchmal habe ich das Gefühl, in den vergangenen fünf Jahren mehr gelernt zu haben, als in all den Jahren zuvor.
Auch mehr über mich selbst.

Aber natürlich kenne ich das Gefühl, was einen überkommt, wenn es einem anderen Menschen - möglicherweise einem fremden - gelingt, die eigenen  Gefühle in Worte, Musik oder Bildnissen umzusetzen, dass man staunend davor steht und sich untalentiert, klein und unfähig vorkommt, angesichts des Talentes und der Fähigkeiten des anderen.

Machnmal hilft es, sich dann an diesen Worten, Texten und Musikstücken zu erfreuen und das davon mitzunehmen, was für den eigenen Lebensweg prägend und hilfreich ist.

"Du musst mich nicht beneiden!", war meine Antwort. "Wenn Du auch nur annähernd wüsstest, was für ein chaotischer und innerlich verknoteter Mensch ich bin, würdest Du Dich niemals an meine Stelle wünschen!"

Man glaubte mir nicht.
Das ist das Schwierige an der Wahrheit.
Sie tarnt sich manchmal als Understatement.

Aber es ist nur Tarnung.
Die fliegt schneller auf, als man denken kann.....

augenBloglich 25.01.2015, 21.01| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Rümpelei Tag 24

Heute sortiere ich etwas Schulisches aus. Dieser Ordner muss mir einst sehr zugesagt haben. Ich habe ihn nämlich hier zu Hause stehen und gleich zweimal für unser Lehrerzimmer bestellt.
Einmal kann also entrümpelt werden.
Innen steht allerdings mein Namenszug auf der Titelseite.

augenBloglich 25.01.2015, 08.29| (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Honig im Kopf

In der Öffentlichkeit einen Till Schweiger Film oder gar seine schauspielerischen Leistungen zu kritisieren ist nicht nur sehr gewagt, sondern für einige Mitmenschen mit Frevel gleichzusetzen.
Dessen bin ich mir durchaus bewusst, aber ich komme einfach nicht umhin, mein gestriges Kinoerlebnis zu kommentieren.

Schade!
Das hätte ein richtig guter Film werden können!

Dieter Hallervorden war brillant, bestechend gut und überzeugend.
Er hätte in dieser wunderbaren Rolle Besseres verdient.

Ich sah Till Schweiger einst in "Der bewegte Mann" und überzeugte mich von seinem Untalent in seinem Tatort Debut, in dem derart viel geballert wurde, dass die schauspielerische Nichtleistung kaum auffiel.

Gestern in "Honig im Kopf" hätte ich Dieter Hallervorden einen Schauspieler an die Seite gewünscht, der Emotionen überzeugend spielen kann und nicht nur dekorativ aussieht.
Das Gesicht maskenhaft starr, waren ihm  die Tränen in einigen Szenen einfach nicht abzukaufen.
Ohnehin stellte sich mir laufend die Frage, warum man so ein sensibles und wichtiges Thema derart auf Unterhaltungsniveau herunterschrauben muss?

Es gab einige zauberhafte Szene, die mich letztlich aber nicht damit aussöhnen konnten, dass der Film derart viele furchtbare Klischees bedient, dass ich manchmal nahezu fassungslos war.

Beginnen wir mit dem - und das muss ich sagen, wirklich niedlichem - Kind Tilda.
Tilda ist elf.
Das ist ja nun eine Alterngruppe, die mir persönlich und beruflich sehr nahe steht.
Nun frage ich mich nur, wo gibt es diese wunderbaren Mädchen, die mit elf weise, mental frühreif, stark und in Bullerbü Klamotten gekleidet sind?

Die in ihren allerliebsten Roben (herzentzückend) den ins eigene Gesicht furzenden Opa geduldig und lachend zur Seite stehen?

Gut, es ist ja nur ein Film und da muss ein bisschen heile Welt erlaubt sein.
Und Geld.

Geld muss offensichtlich auch erlaubt sein und keine Rolle spielen.
Anders kann ich mir nicht erklären, warum dauernd Mercedes durchs Bild rauschen, Apple an jeder Ecke hervorlugt und die offensichtlich nicht nur unsympathische, sondern auch trunksüchtige und latend gestörte Ehefrau und Schwiegertochter mit einem gusseisernen Baseballschläger oder zumindest einem ähnlich aussehenden Teil (das man ja immer im Haus hat) ein lediglich angefahrenes Auto in seine Kleinteile zerhämmert.

Das Haus muss groß sein und außergewöhnlich.
Auf die Nachbarn mir ihren Gartenzwergen muss herabgesehen werden.

Sieht man davon einmal ab, ist die ganze Geschichte um das eigentlich Thema herum doch einfach nur absurd.
Ein Ehepaar, dass offensichtlich seit vielen Jahren eine schwierige Ehe führt, beide Partner beruflich ausgelastet und erfolgreich, beide fremdvögelnd (man verzeihe mir die derbe Wortwahl), die sich aber Ende binnen 24 Stunden in Venedig wiederfinden, lieb haben und zum krönenden Schluss noch ein Kind miteinander zeugen.
Ach nein, der krönende Schluss ist ja eigentlich eher, dass sie, die ihren Beruf offensichtlich liebt, mit einem Male schwört, sie gäbe so gerne alles auf, um mehr bei Kind und beim dementen Schwiegervater sein zu können.

Bitte. Ich hätte mir so viel mehr Realität und so viel weniger Klischees gewünscht.

Es hätte auch keines Udo Lindenberg bedurft, der irgendwann sinnlos am Straßenrand zusieht, wie der demente Opa mit Kupplung schaltender Enkelin zum Hamburger Bahnhof fährt.
Das hatte so etwas von: "Schaut, wer in meinen Filmen alles mitspielt!"

Für das Geschehen absolut unerheblich. Genauso wie Jan Josef Liefers als Chef und Affäre der latend gestörten Schwiegertochter.
Allerdings spielte Liefers in seiner Kurzrolle Schweiger sowas von locker an die Wand, dass es eine wahre Freude war.
Für die Handlung jedoch: Schmückendes Beiwerk.
Und davon gab es - meiner Meinung nach - zu viel.
Viel zu viel.

Die ältere Dame im Altersheim, die Schweiger einen schnellen Fick (nicht meine Wortwahl) anbietet, das Nonnenkloster bei Bozen, in dem Opa und Enkelin irgendwann landen.
Das nächtliche Schlafen der beiden am Lagerfeuer.
Und und und......

Ich hätte mir mehr von den ruhigen Szenen gewünscht, jenen wie das Zähneputzen. Das Helfen der Enkelin, die behutsam Opas Zähne putzt, weil er vergessen hat wie es geht.
Oder das Urinieren in den Kühlschrank, die aggressive Reaktion auf Hilfestellung beim Essen.
All die eigentlich wichtigen und so hervorragend gespielten Szenen, die das Thema Alzheimer aufgegriffen habe ohne es zu überladen und untergehen zu lassen in dieser furchtbar aufgesetzten Geschichte.

Und dann diese Augenblick, in dem Tilads Eltern heimlich ihr Tagebuch lesen, von der enormen Weisheit der Elfjährigen profitieren und allen Kinobesuchern, die älter werdende Eltern haben die kleine Keule über die Rübe zu schlagen.

Gleichsam wie: "Hey, Ihr müsst Euch nur mehr um Eure Eltern kümmern, Ihnen mehr Freude bereiten, dann geht es ihnen auch besser!"

Eine schauderhafte Botschaft.
Das ist nicht nur der kleine, schnuckelige pädagogische Zeigefinger, das ist die Keule.
Derb und plattmachend.

Schade nur, dass nicht jeder die Möglichkeit hat, seinen Job mal eben schnell aufzugeben, demente Angehörige zu sich zu holen und sein eigenes Leben von jetzt auf gleich radikal umzukrempeln.....

Mich würgt es, wenn solche Klischees bedient und allgemeingültige Wahrheit dargestellt werden.
Es hat eine gewisse Überheblichkeit, die sich meiner Meinung nach durch den kompletten Film zieht.

Und dennoch saß ich natürlich, wie all die Menschen um mich herum, an vielen Stellen heulend da und ließ mich ergreifen.
Immer waren es wunderbare Szenen, in denen  Hallervorden die Krankheit überwältigend gut spielte.

Aber zum Schluss überwog die Enttäuschung. Enttäuschung darüber, dass der Film dem Thema nur ansatzweise gerecht werden konnte und Hallervorden in der überzogenen Rahmenhandlung manchmal unterzugehen drohte.

Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann wünsch ich mir ganz viele dieser entzückend zauberhaften Elfjährigen hierher. Sie dürfen auch die Bullerbü Kleidung tragen......
Hauptsache sie sind so herrlich liebreizend, weise, geduldig, angepasst. Ach nein, Moment. Vergessen wir es.

Ich bleib bei meinen herrlich pubertierenden, unweisen, unangepassten Teenies hier im Hause.
Die passen auch besser zur unangepassten Mutter, die dem Mainstream Kino nicht so viel abgewinnen kann.
Übrigens: Alle anderen Kinobesucher waren restlos begeistert.
Zumindest die, die wir später auf der Damentoilette trafen.

Erst da wurde uns bewusst, dass wir wohl anders sind.
Vielleicht hat uns aber auch wieder nur die Erwartungshaltung übel mitgespielt.
Als reine Unterhaltung wohl zu empfehlen.

Wer auf der Suche nach mehr ist, der findet das Mehr und das Tiefergehende nur in wenigen Sequenzen.
Doch dafür hat es sich gelohnt.
Den Rest kann man ja schnell vergessen.

Erinnern lohnt nicht in jedem Fall.

Schade!
Es hätte wirklich ein außerordentlich beeindruckender Film werden können!

augenBloglich 24.01.2015, 12.36| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Zeitgeschehen

Rümpelei Tag 23

Sieben Uhren.
Aber nur im Komplettset zu verschenken, sonst komme ich mit dem Versand ja gar nicht mehr nach.




Der Schmuckschrank leert sich.
Ein gutes Gefühl.

augenBloglich 24.01.2015, 00.00| (5/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 22

Auf Dauer wird das sehr langweilig, wenn ich hier im Blog nur noch entrümple, aber momentan mangelt es an Zeit und Muße für das Schreiben.
Heute daher wieder eine weitere Kette, die hier nicht mehr gebraucht wird:








augenBloglich 23.01.2015, 17.00| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 21

Und immer wieder Ketten.
Auch diese hier wird aussortiert:

augenBloglich 22.01.2015, 17.17| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 20

Ich habe sehr viel Literatur zum Thema "Synästhesie" zu Hause, da ich selbst davon betroffen bin. Jedoch macht das Lesen zum und über das Thema für mich keinen wirklichen Sinn mehr, da ich mich längst daran gewöhnt habe, dass meine Sinne sich durchgängig vermischen.

Ich habe auch aufgehört, das Phänomen anderen Menschen erklären zu wollen. Die häufigst gestellte Frage lautet im Anschluss nämlich immer: "Und in welcher Farbe siehst du meinen Namen?"
So dass man sich vorgeführt vorkommt, gleichsam als könne man mit der Fähigkeit im Zirkus auftreten.

Aus diesem Grunde trenne ich mich nach und nach von der besagten Literatur. Da es sich um eine sehr spezielle Literatur handelt, findet sich womöglich niemand, der Interesse daran hat.
Die hiesigen Bibliotheken möchten keine Bücher aus Privatbeständen, so dass am Ende der Altpapiercontainer bleibt.






augenBloglich 21.01.2015, 05.55| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 19

Diese Tasche hier fand sich in der allerhintersten Ecke meines Kleiderschrankes.
Einsam war sie nicht, sondern umgeben von ihren - genau wie sie - verschmähten Taschenfreunden.
Vermutliche wäre ich für jeden Psychologen eine wahre Freude, aber das ist hier und jetzt glücklicherweise kein Thema.

Vielleicht mag jemand der Tasche ein neues Zuhause geben?

augenBloglich 20.01.2015, 16.37| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Ausreinigung

Nachdem mein inneres Strahlen  und Befreitsein einfach nicht seinen Weg durch meine Körpermassen nach außen findet, war ich es Leid.
Heute also sollte eine werte Kosmetikerin mein Gesicht zum Strahlen bringen.

Ich lag in einem Zwischending zwischen Sessel und Liege.
Während die Liegefläche meines Hinterteils hydraulisch nach unten fuhr, zog es meine Beine in die Höhe, den Kopf in den Nacken.
Ich kam mir vor wie beim Physiotherapeuten meines Vertrauens (der übrigens erkrankt ist, wobei ich jegliche Schuld von mir weise).

Grelles, blendendes Licht wurde eingeschaltet und mir tat die Dame sehr Leid, die nun durch eine Lupe in meine Gesichtskrater starren musste.

"Sie haben sehr problematische Haut!", wurde mir erklärt und ich korrigierte die Fachfrau nicht und wies auch nicht darauf hin, dass meine Haut mein geringstes Lebensproblem ist.
"Sicherlich pflegen Sie die Haut gut und intensiv", nahm die Dame an und ich antwortete wahrheitsgemäß mit:

"Nein!"

"Oh!"

"Ja!"

Während dieser interessanten Konversation wurde mir etwas ins Gesicht geschmiert.

"Arbeiten Sie denn mit Meeresschlamm?", wurde ich gefragt und vor meinen Augen sah ich die Schule, das Lehrerzimmer, die Kinder, die Kollegen.....

"Nein!

"Oh!"


"Ja!"

Selbiger Schlamm befand sich aber nun in meinem problematisch behäuteten Gesicht, was dazu führte, dass ich beim Sprechen kaum den Mund bewegen konnte aufgrund eines Gefühls des Einzementiertseins.

"Ihr Äderchen platzen laufend, ich nehme an, Sie ernähren sich gesund, um das zu verhindern?", setzte die Dame das Gespräch fort.

"Nein!"

"Oh!"

"Ja!"


Anderseits lag auf meiner Pizza neulich in der Tat auch Paprika. Man kann also nicht sagen, dass ich gänzlich ohne Gemüse auskäme.
Gut, man musste die dicke Käseschicht beiseite schieben, um die Paprika zu entdecken, aber es zählt ja, was im Magen ankommt, also an beinahe Vitaminen jetzt.

Ich verkniff mir meinen Hinweis auf die Pizza, da nun der Wachs kam.
Wachs im Gesicht ist ungefähr so schön wie eine immer noch nicht reparierte Spülmaschine, wobei der Vergleich stark hinkt, denn die Spülmaschine wird mir nicht mit einem Ruck aus dem Gesicht gerissen, so dass ich nahezu vor Schreck fast ins Koma falle.

"Sie wachsen selber?"

"Nein!"

"Oh!"

"Ja!"


Natürlich wachse ich nicht selber. Bei meinem Geschick blieben nicht nur die kleinen Härchen, sondern direkt die ganze Gesichtshaut an dem Wachs hängen. Ich kann mir die elende Schweinerei im Bad schon gut vorstellen.
Nein, nein, ich zahle lieber für die Schmerzen.

Ich verlor relativ schnell den Überblick über all das, was mir da nacheinander, nebeneinander und wahrscheinlich übereinander ins Gesicht gesalbt wurde und merkte erst wieder auf, als das Wort "Ausreinigung" fiel.

"Wir können bei Ihnen nicht mit Dampf arbeiten, wegen der sehr empfindlichen, problematischen Haut und dem Äderchenproblem. Es kann also sehr schmerzhaft werden!"

Da es mir ein wenig bis sehr unangenehm gewesen wäre, beim Ausdrücken sämtlicher Mitesser auf meiner Nase, den Wellnessbereich zusammenzuschreien, ertrug ich den Schmerz tapfer. Ich wünschte mir nur hin und wieder so eine PDA Pipeline, wie ich sie bei der Geburt des zweiten Kindes liegen hatte.
Per Tastendruck schoss damals irgendwas durch meinen Körper, das die Schmerzen hemmen sollte.
Hätte es gewirkt, hätte ich so etwas da heute brauchen können.

Meine Nase schien ein einziger, nicht enden wollender Mitesser zu sein.

"Nutzen Sie ein Gesichtspeeling?"

"Nein!"

"Oh!"


"Ja!"

Im Grunde ist es ja auch nicht schön, den Schmonz anderer Menschen aus deren Gesichtern drücken zu müssen. Aber ich litt schließlich auch.
Ich bin auch ziemlich froh, dass mich niemand sah (also außer der Kosmetikerin jetzt), da mir so ein Netz über mein wallendes Haupthaar gestülpt wurde.
Mit dem Netz auf dem Kopf, den Hintern in der Tiefe, den Beinen oberhalb des Körperäquators, Meeresschlamm im Gesicht und die Augenpads nicht zu vergessen, muss ich ein wahrhaft prachtvoller Anblick gewesen sein.
Ich machte mir kurzzeitig Sorgen darüber, ob die Fachfrau  - immerhin  ein junges Mädel und sicher in den sozialen Netzwerken aktiv - mich wohl heimlich  fotografiert und mein Konterfei demnächst auf Facebook zum Lachen freigeben würde.

Gut, aber unter der dicken Schlammschicht würde man mich vermutlich ohnehin nicht erkennen.

An mir wurde gezupft, gerieben, gequetscht.
Gesalbt, abgewaschen, gezwickt, gerubbelt und geblubbert.
Jawohl, geblubbert.
Denn im Rücken, ach, das erwähnte ich ja noch gar nicht, blubberten Meeresalgen vor sich hin.
Ich kam mir vor wie bei einem Tauchgang im roten Meer.
Nur, dass man mir da nicht schwarze Haare vom  Kinn gezupft hatte.

"Gegen die Schlupflider schminken Sie an?", fragte mich da die junge Dame und in mir regte sich Empörung.
Platzende Äderchen, problematische Haut und nun noch Schlupflider. Nicht zu fassen, hatten die hier noch nie etwas von positiver Verstärkung gehört?
Hätte sie nicht wenigstens sagen können: "Ihre Schlupflider stehen Ihnen vorzüglich und fügen sich harmonisch ins problematische Gesamtbild der Haut ein!"

Zwischen Schlamm und Pinzetten ächzte ich ein: "NEIN!"

"Oh!"

"Ja!"


Mittlerweile hatte sich unsere Gesprächsstruktur eingespielt.
Ich lag ergeben da, überlegte schon, wie ich möglichst elegant mit dem tiefergelegten Gesäß aufstehen könnte und machte mundmotorische Übungen, um den Gesichtsschlamm schon ein wenig bröseln zu lassen.

"Haben Sie Gesichtscreme für die reifere Haut zu Hause?"

Wozu? Dazu bräuchte ich ja ersteinmal reife Haut. Das dachte ich natürlich nur und verfiel wieder in unseren Rhythmus:

"Nein!"

"Oh!"

"Ja!"


Der Rest der Konversation ging an mir vorbei, weil ich einfach nur dalag und mir ausmalte, wie strahlend schön  meine Gesichtshaut gleich aussehen würde.
Venusgleich würde ich davonschweben, mir reiner, zarter Pfirsichhaut.

Man kann sich irren.

Die Hydraulik hatte mich gnädigerweise nach dem Ende der Prozedur in die Horizontale verlegt und ich rollte mich mehr oder minder elegant von der Liege.
Natürlich eilte ich zum Spiegel.
Moment mal!
Da musste jemand was ausgetauscht haben. Spiegeltechnisch jetzt.
Ich sah in eine verquetschtes, rot aufgedunsenes Gesicht.
Also in MEIN zerquetschtes, rotes, aufgedunsenes Gesicht.

"Ähm,  geht das wieder weg?", wollte ich panisch wissen.

"Nein, heut noch nicht, in den nächsten Tagen sicher!"

"Oh", keuchte ich.

"Ja!", anwortete die Fachfrau.

Ich probier es vielleicht doch mit ein wenig Gemüse. Scheint mir günstiger, weniger schmerzhaft und ohne den Anschein zu erwecken, in eine Prügelei geraten zu sein.
Das nächste Mal lass ich mir noch Mais auf die Pizza legen.
Das beeindruckt meine Gesichtsadern sicher.

Ganz sicher.

augenBloglich 19.01.2015, 19.58| (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 18

Ich könnte jeden Schmuckmarkt mit einem eigenen Kettenstand bereichern. Nicht zu fassen.
Dieses Teil hier hat mich auch lediglich einmal geschmückt.
An sich aber eine sehr schöne Kette.
Nur nicht an mir.






augenBloglich 19.01.2015, 19.14| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Ausgegospelt

Ich muss dringend an meiner Erwartungshaltung arbeiten.
Erwartungen an andere Menschen und Ereignisse können ziemlich direkt in Enttäuschungen münden.
Nicht, weil andere oder anderes die eigenen Erwartungen nicht erfüllen konnte, sondern weil ich selber mich mit dieser Erwartungshaltung immens einschränke.

Dabei dachte ich, ich sei offen und freute mich somit über die Karte zu einem Konzert der Original USA Gospel Singers.
Gestern Abend war es dann so weit.

Mit einer lieben Freundin fuhr ich zum nahegelegenen Festspielhaus in gespannter Erwartung dessen, was uns erwarten würde.
Meine ureigenste, nicht bewusst initiierte, einfach in mir aufgekommene Erwartung war, es würde ein mitreißender, beschwingter, seelenberührender und inspirierender Abend.

Es kam anders.
Zunächst irritierte uns die Leere der Ränge. Vermutlich war das Theater nicht einmal hälftig gefüllt und wir überlegten, woran das liegen könnte - schoben es auf die Eintrittspreise.
Mein lediglich zur Hälfte geleertes Glas Sekt ließ ich im Foyer stehen, damit wir rechtzeitig in den Innenraum kamen.
Ich sollte es bitter bereuen.

Die Leere also irritierte uns, aber wir erfreuten uns daran, dass wir das Durchschnittsalter auf 65 senken konnten.

Und dann kam der Rauch.

Also offensichtlich hatten die Akteure eine neue Nebelmaschine und wollten sie uns dauerhaft und intensiv vorführen.
(Ich war sehr froh, dass es lediglich eine Nebelmaschine und keine Schaummaschine war.)
Glücklicherweise nebelte es eher linksseitig und wir saßen rechts, mein Asthmaspray hatte ich dennoch griffbereit.

Warum auch immer, ich nahm an, nun würden sehr sehr viele Sänger und Sängerinnen die Bühne betreten und als es dann lediglich drei Frauen und Männer waren, erstaunte mich das etwas, aber vielleicht war das ja nur die Vorhut und die anderen kämen später.

Nun, die anderen gab es nicht, aber das ging mir erst nach einer Stunde auf.
Mittlerweile war ich latent genervt, da die einzige schreiende und kreischende Dame des gesamten Publikums ausgerechnet hinter mir saß und das, obwohl hunderte Plätze frei geblieben waren.

Ich wusste nicht, dass Gospel Sänger Groupies haben, aber diese Frau zumindest uaaaahte bei jedem Lied lauthals und ich musste mich sehr zusammenreißen, um sie nicht zu bitten in anderer Menschen Ohren zu schreien.

Auf der Bühne tobten derweil die sechs Akteure in verzweifelt anmutenden HIP HOP Bewegungen über das Parkett und ich wartete auf den inspirierenden Moment, in dem mich die Lust überkam rhythmus mitzuklatschen.

Der Sound klang blechern und die Akteure muteten aufgesetzt und theatralisch, nicht aber leidenschaftlich und musikbegeistert an.

Nachdem die Musik mich nicht in ihren Bann ziehen konnte, beobachtete ich fasziniert die Dame vor mir, die immer genau dann klatschte, wenn es so gar nicht passte.
Nicht, dass das viel ausgemacht hätte, aber die Konstanz der Unrhythmik hatte etwas Magisches.

Ein kleiner Panikanfall überfiel mich, als einer der Sänger fragte, wer mit ihm tanzen wolle.
Ich meine, wir saßen ganz vorne, neben uns Menschen nahe der 80 und ich sah mich schon auf die Bühne gezerrt werden.
Wahrscheinlich schnitt ich eine derart erschrockene Mine, dass man mich nicht in die engere Wahl nahm, sondern kindergottesdienstgleich nur dazu animierte, die Arme im Bogen zu bewegen.
Hätte ich dies getan, hätte meine Freundin nun einige Blessuren, aber glücklicherweise konnte ich mich beherrschen und schaute gequält dem mühsamen Spektakel zu.

Musik begeistert mich in der Regel sehr schnell, es fließen oft Tränen und ich lasse mich gern und rasch berühren und mitreißen.
Gestern nicht.
Ich wartete verzweifelt auf diesen Moment und nahm an, es läge an meiner Kirchenferne.
Doch meine Freundin, in diesem Bereich anders aufgestellt als ich, wurde auch nicht gefangen genommen und schaute ebenfalls nahezu gequält bis fassungslos dem Treiben auf
der Bühne zu.

Die Stimmen, an sich wunderbare Stimmen, konnten  nicht fesseln, berühren oder bannen, da die hektische und  unpassende Choreografie ablenkte, die Stimmen den Saal nicht füllen konnten und man den Eindruck hatte, da singen Menschen, weil sie müssen, nicht, weil sie wollen oder können.

Zwischenzeitlich, bei einer ganz üblen Performance, dachte ich sehnsuchtsvoll an mein nur halb geleertes Glas Sekt.
Nicht, dass es den Abend hätte retten können, aber vielleicht wäre ich ein wenig gnädiger in meinem Urteil gewesen.

Die Nebelmaschine gab alles, ich verstehe nun auch warum, so mussten die Sänger nicht sehen, wie wenig Menschen im Publikum saßen.
Ich klatschte hier und dann unbegeistert mit, einfach aus Höflichkeit, weil mir die Akteure irgendwann leid taten.

Und dann erlöste uns die Pause.
Mein rechtes Ohr war durch das Schreien meiner Hinterfrau nahezu taub und mein erster Blick beim Hinausgehen ging in die Reihe hinter mir, um zu sehen, wer da derart hysterisch mitschrie.
Vielleicht verwechselte die Dame die Gospler ja auch mit einer bekannten Boygroup, wo das Teenieschreien explizit dazugehört.
Ich wartete nur noch auf: "Ich will ein Kind von dir!"

Ich nehme an, das kam  im zweiten Teil, den nämlich schenkten wir uns.
Heimlich, still, leise und vor allem sichtlich erleichtert verließen wir den Ort des Geschehens. Darin sind wir sehr geübt. Ein nackter Steppenwolf hatte uns auch schon einmal in die Flucht aus den Theaterräumen geschlagen.
Das Nacktsein, das muss ich zugestehen, wurde uns gestern erspart.

Den restlichen Abend verbrachten wir in einer netteren Umgebung bei einem wunderbaren Frauengespräch.

Das hätten wir auch einfacher haben können!

augenBloglich 18.01.2015, 12.05| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Erlebnisse

augenBloglich 18.01.2015, 12.01| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in:

Rümpelei Tag 17

Weiter geht es mit der Taschenkiste, die immer noch überquillt.
Also kann dieses Exemplar hier auch weg:







augenBloglich 18.01.2015, 11.29| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 16

Ich muss hier irgendwo ein geheimes Taschenlager haben, anders kann ich mir das  nicht erklären.
Diese hier wäre dann auch mal übrig:


augenBloglich 17.01.2015, 16.05| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Halber Mensch

Für die meisten Menschen scheint man ohne Partner nur noch ein halber Mensch zu sein.
Mich erschrecken entsprechende Äußerungen immer wieder und in zunehmendem Maße.

Ich habe mich damit abgefunden, dass nur wenige Wochen nach der Trennung - einige Tage nach dem Auszug des Partners - so gut wie niemand mehr ein Interesse daran hat, zu erfahren, wie es mir mit der Situation geht.
Fragen nach dem Befinden wurden sehr schnell eingestellt - nicht von allen Menschen, aber von den allermeisten.
Trennungen sind kein beliebter Gesprächsstoff und ich könnte nun mutmaßen, warum dem so ist.

Aber damit würde ich vermutlich vielen Menschen Unrecht tun, von daher behalte ich mir vor, darüber nachzudenken, warum ich nun mit Sprüchen alá:

"Es gibt ja auch noch andere Männer!" oder Fragen wie: "Oh, je wie kommst du denn nun mit dem Garten klar?" konfrontiert werde.
Auch gerne genommen:

"Du bist doch viel zu jung, um ohne Partner zu leben!"

Ich wusste nicht, dass es diesbezüglich ein Verfallsdatum gibt.
Die Option, nach einem Lebensphase mit zwei langjährigen Beziehungen nun einfach einmal das Alleinsein zu genießen, sich befreit zu fühlen, sich selbst zu genügen, kommt vielen gar nicht erst in den Sinn und macht man diese Menschen darauf aufmerksam reagieren sie sehr irritiert oder starren mich mit diesem "ist-die-jetzt-total-durchgeknallt-Blick" an.

Mich erschreckt das.
Definiert sich ein Großteil der Menschheit ausschließlich über einen Partner oder in einer Beziehung?

Stecken wir wirklich 2015 immer noch in längt verjährt geglaubten Rollenklischees, die den Gedanken daran, dass Frauen auch Rasen mähen können und Schuhschränke reparieren so unrealistisch erscheinen lassen?

Oder ist es sehr viel persönlicher und man traut mir nicht zu mit den Lebensalltäglichkeiten fertig zu werden?

Ich weiß es nicht. Nicht genau.

Mich schreckt die Hausrevolte nicht (mehr), all die Teile, die hier nach und nach kaputt gehen, ihren Geist aufgeben, zerfallen, zusammenfallen, nicht mehr funktionieren.
Natürlich ist es Zufall - könnte man meinen.
Vielleicht aber auch lediglich das Zeichen dafür, dass es endlich an der Zeit ist, neue Lebensbereiche für sich zu entdecken, neue Dinge zu lernen und sich nicht länger bequem zurückzulehnen und den Partner machen zu lassen.

Zudem ist es doch so, dass es derart wenige und überschaubare Lebensbereiche sind, dass das Gefühl der Angst oder Überforderung  gar nicht erst aufkommen kann.
Es überkommt mich eher ein Gefühl des Genervtseins, weil ich nun Zeit in das Erlernen neuer Dinge investieren muss, die ich vielleicht lieber anders verbracht und genutzt hätte.
Aber das wirklich Gute an der Situation ist doch, dass sie die eigene Person stärkt und man nach einer gewissen Weile zurückblicken kann - davon gehe ich jetzt einfach mal aus - und zu entdecken, dass man mehr zu leisten vermag, als man sich ursprünglich zugetraut hat.

In vielen Gesprächen der letzten Wochen habe ich feststellen müssen, dass auch andere Menschen in Beziehungen leben, die nach außen vielleicht intakt erscheinen, aber einem längst nicht mehr das zu geben vermögen, was man sich einst erhoffte.

Aber, das weiß ich nun aus bitterer Erfahrungen, man trennt sich nicht so leicht.

Gewohnheiten, jahrelange Routine, Vertrautes ..... niemand gibt das Leichtfertig auf, denn Neues, Unbekanntes, Unvertrautes ist immer mit einem Hauch Angst und einer Spur Unsicherheit versehen.
Man durchschreitet nicht einfach Raum um Raum, so wie Hesse es schreibt, und lässt Wohnliches, Liebgewonnenes, Heimat hinter sich.

Unser Innerstes lässt sich nicht so schnell los, hofft, wo die Hoffnung naiv ist und klammert, statt sich zu lösen.

Das "halbe Mensch Syndrom" gehört mit in diese Kategorie. Das hatte ich nicht geahnt, nicht gewusst und hätte es auch niemals für möglich gehalten.

Mich fragte eine ganz wichtige Freundin unmittelbar vor und in der Trennung, wo denn mein Überlebenstrieb wäre und ich antwortete damals sinngemäß, ich hätte keinen.

Heute erst verstehe ich, was sie wirklich meinte und vielleicht braucht es - wie alles im Leben - ja auch einfach Zeit, einen solchen zu entwickeln.
Mittlerweile spüre ich ihn und nehme die Herausforderung gerne und offen an.

Ich kann eine Heizung neu starten und weiß was F28 bedeutet, wenn es im Display steht. Mich schreckt die Maus in der Garage nicht und ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt mit der Hand zu spülen, weil E24 noch in der Werkstatt weilt. (Gut, über diesen Punkt lässt sich noch streiten!)

Ich werde heute den Schuhschrank reparieren, hoffentlich ohne Tote, und kenne die Telefonnummern der Betriebe, die hier helfen können, wenn ich alleine nicht weiter weiß.

Diese Trennung lehrt mich Vieles. Unter anderem Geduld mit mir selbst.
Aber vor allem lehrt sie mich Neues über die Menschen um mich herum.
Ich finde das spannend und beobachte fasziniert all die Reaktionen, die weitaus mehr über andere Menschen verraten, als diese vielleicht annehmen.

Ich fühle mich nicht halbiert.
Im Gegenteil.
Viel eher fühle ich mich endlich wieder als ganzes ICH und beginne stolz darauf zu sein!

augenBloglich 17.01.2015, 07.45| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Rümpelei Tag 15

Ich tappe immer wieder in die Hausfrauenfalle und versuche Hausfrauenaktivismus aus mir herauszukitzeln.
Bislang (und das seit vielen Jahren) erfolglos.

Als ich neulich also in einer Facebook Gruppe las, das man als gute Hausfrau unbedingt einen Nicer Dicer braucht, kaufte ich einen.

Was soll ich sagen?
Er steht seitdem unausgepackt im Schrank und ich bin immer noch keine gute Hausfrau geworden.

Die Motivation, das Teil überhaupt auszupacken oder gar zu benutzen ist einfach nicht vorhanden.

Da aber dieses Sahneschnittchen unter den Küchengeräten jemanden glücklich machen sollte - nur mich jetzt nicht - muss es raus.
Hier und heute.

So sieht das verpackte Teil aus:






Vielleicht verströmt es seine magische Wirkung auch erst nach dem Auspacken......

Ich zumindest werde es nicht mehr herausfinden.

augenBloglich 16.01.2015, 17.29| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Waagengeplänkel

Ich habe eine neue Waage.
Nicht, dass ich eine gebraucht hätte, mit der alten verstand ich mich gut - wir ignorierten uns die meiste Zeit des Jahres und in den Stoßzeiten kamen wir einigermaßen zurecht.

Nun ist es aber so, dass die Waage mitsamt dem Mann ausgezogen ist und das Bad mir ohne Waage irgendwie ein klein wenigt verwaist vorkam.

Vom Lebensthema Gewicht versuche ich mich ja seit Jahren zu verabschieden, mit zunehmend größeren Erfolg, aber dennoch wollte ich gerne einer neuen Waage ein Zuhause geben.

Nun zog sie also ein. Die neue Waage.
Die Anleitung verstand ich schon einmal nicht wirklich, da sie a) sehr winzig - also außerordenlich winzig jetzt - gedruckt war und b) auf Chinesisch.
Gut, da hätte jetzt ein größeres Schriftbild praktisch auch nicht geholfen.

Ich verstand so viel: Man musste den Kunststoffstreifen zwischen den Batterien entfernen.
Ein Leichtes.

Leider ging die Waage dann zunächst einfach mal nicht an.
Ich nehme an, sie hatte Anpassungschwierigkeiten und sträubte sich noch ein wenig gegen ihr neues Heim.

Immerhin gelang es mir nach 30 Minuten eine Möglichkeit zu finden, das Display zum Leben zu erwecken.
Natürlich war ich sehr stolz auf mich.
Immerhin hatte ich das alleine geschafft - gerne ließ ich ja auch sonst den nicht mehr vorhandenen Mann des Hauses (nach den ersten Fehlversuchen meinerseits) den Technikkram erledigen.
In Ermangelung des Mannes musste ich ja nun selbstständig tätig werden.

Das Teil war an.
Sogar die Kilogramm Einstellung fand ich -  mir gebührte quasi ein Orden.

Das Problem war nun nur:

Sie, also die Waage, zeigte einfach drei Kilo mehr als die alte Waage.
Das allein empörte mich schon ernorm. Um nicht zu sagen, ich erklärte der Waage direkt, dass wir so keine Freunde werden würden.

Sie zeigte sich relativ unbeeindruckt.

Dafür zeigte sie mein Lebensalter mit 30 an.
Ein Umstand, mit dem ich gut hätte leben können, wäre da nicht die Tatsache, dass die Waage offensichtlich Lebensalter und Gewicht in irgendeinen mysteriösen Zusammenhang bringt und mir einen nahezu unerlaubten BMI attestiert.

Wahrscheinlich wäre es sehr viel günstiger, wenn dort die realen 45 Lebensjahre stünden, denn, so rede ich mir ein, mit 45 darf man natürlich mehr wiegen als mit dynamischen 30 und somit sinkt der BMI.

Die Waage aber ist nicht gesprächsbereit.
Bittesehr.
Kann sie haben.
Steht sie eben einsam und allein und missachtet hier herum.

Auf solche Machtkämpfe lasse ich mich gar nicht erst ein.

Ich versuchte es am Folgetag erneut, auch so eine Waage soll eine zweite Chance erhalten, und diesmal brachte sie die weitere Komponente Größe ins Spiel.
1,64 m.

Ich weiß ja nicht, wie die Waage mich wahrnimmt, aber ich bin keine 30 mehr, auch nicht 1,64 m klein und ich wiege sowieso sehr viel weniger.
SEHR VIEL.
Dass wir das mal klarstellen.

Die Waage macht aus mir einen Fettmops.
Das  möcht ich nicht.

Morgen, morgen also bekommt sie ihre letzte Chance.
Ich habe heute extra einen Chipsdiättag eingelegt, damit mir morgen angezeigt wird, wie schlank ich eigentlich im Grunde bin.

Sollte das Teil sich querstellen - das Jahr hat noch viele Rümpeleitage.
Und wenn ich eines derzeit kann, dann, mich trennen.

Die wird sich noch umgucken, die Waage!

augenBloglich 16.01.2015, 17.17| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kilos & Kalorien

Rümpelei Tag 14

Heute entrümple ich gleich sechs Ketten, die werden allerdings auch nur im Set verschenkt, alles andere ist mir zu mühsam.
:-)




Daneben gäbe es noch viel Seelenmüll zu entrümpeln, aber da ich derzeit von Termin zu Termin hetze, bleibt keine Zeit, um in Ruhe zu schreiben.
Schade.


augenBloglich 15.01.2015, 13.38| (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 13

Heute eher etwas Schulisches, das entsorgt werden muss, da nie genutzt.
Der Erdzeitalter Zollstock.











augenBloglich 14.01.2015, 13.14| (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 12

Diese Tasche und ich finden auch nicht zueinander:






augenBloglich 13.01.2015, 16.19| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Hausverschwörung

Es scheint, als wolle mich das Haus auf eine Probe stellen.
"Na, schaffst Du das wirklich ganz allein?", wispert es aus allen Ecken.

Der Geschirrspüler machte mutig den Anfang und zeigte mir ja bereits direkt nach Weihnachten seinen E24 Fehler ein.
Seitdem ist das Gerät in den unendlichen Weiten einer hiesigen Elektrowerkstatt verschwunden und ein mahnendes Loch klafft in der Küchenzeile.
Als nächstes solidarisierte sich der Kaminofen mit dem Geschirrspüler und sämtliche freischwimmenden Fische der näheren Umgebung sind nun - so denke ich - geräuchert.
Immerhin war es da noch warm im Haus.

Der Dämpfer der Schiebetür verließ uns ebenfalls. Nun ist so ein Dämpfer nicht unbedingt notwendig, wenn man es mag, dass die Schiebetürenflügel beim Schließen lautstark gegeneinander donnern und dabei jede Menge Holzspäne verlieren.

Ich nehme an, der Schuhschrank dachte: "Was die können, kann ich schon lange!" und trennte sich von einem Scharnier.
Gut, die eine Tür lässt sich jetzt nicht mehr schließen, rein optisch keine Augenweide, aber zu vernachlässigen.

Weniger schön ist hingegen, dass nun auch die Heizung (und was da alles so mit dranhängt) beschlossen hat in  den Streik zu treten.
Kalte Räume, kein warmes Wasser - da fehlt einem die Bequemlichkeit schon sehr.

Um nicht zu sagen, es hebt nicht unbedingt die Laune, sich morgens eiskalt duschen zu müssen.
Aber wahrscheinlich ist es für irgendetwas gut.
Womöglich für die Gesundheit.


Apropos Gesundheit. Natürlich haben die Mädel zeitgleich einen Magen-Darm-Virus und sämtliche Toiletten des Hauses sind nahezu dauerbesetzt.

Ich sag es mal so: Noch birgt 2015 seine Tücken.
Ab sofort könnten sich Haus und Jahr freundlicher zeigen.

Ich wäre bereit!

augenBloglich 13.01.2015, 06.13| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rechtfertigungszwang

Man bekommt auf eine sehr einfache Art und Weise Schwung und Gesprächsstoff ins Team, wenn man ein Team T-Shirt gestaltet und in fünf Größen zur Auswahl auf den Tisch legt.
Nun muss ich dazu sagen, unser Team hat eigentlich ausreichend Schwung und Gesprächsstoff, aber heute war es besonders amüsant.

Die fünf Größen wurden ausgiebigst begutachtet, anprobiert und aussortiert.
Und dann geschah es.

Nahezu alle hatten das Bedürfnis zu erklären, warum sie das T-Shirt nun in dieser und keiner anderen Größe bestellen, obwohl sie eigentlich eine kleinere Größe tragen.
Gut, ich war jetzt mit meinem 3XXL oder was außen  vor, größer ging nicht, aber der Rechtfertigungszwang war enorm.

Es muss sich, so waren wir uns einig, um spanische Größen gehandelt haben, anders lässt sich nicht erklären, warum man nur in größere als sonstige Größen passen würde.

Als der einzige Herr in der Runde eine kleinere Größe als manch eine Kolleginn wählte, wurde er nahezu genötigt, die größere Größe zu wählen, denn, so waren wir uns einig: Die Teile laufen ja auch noch ein.

Dies wiederrum bedeutet, ich werde das Shirt nicht waschen können, denn sonst sitze ich darin wie eine Wurst in der Pelle. Natürlich ebenfalls nur, weil es sich - siehe oben - um spanische Größen handelt.

Lustig war auch, wo und wie die einst sorgsam gefalteten T-Shirts landeten.
Also ganz ursprünglich lagen sie ja mal auf dem Tisch, ordentlich auf dem Tisch.
Daneben, wie es sich für Grundschullehrerinnen gehört, eine bunt bebilderte Liste (nein, nicht laminiert, man musste sich ja noch darauf eintragen) in die man nun die gewünschte Größe eintragen konnte.

Die Liste lag später nach wie vor auf dem Tisch, die T-Shirt hingegen waren überall verteilt.
Ich muss noch überlegen, wie ich den Eintrag "nur T-Shirt" unter Größe deuten soll.
:-)

Überall jedoch fanden sich kleinere Diskussionsgruppen ein, die darüber debattierten, dass die T-Shirts wirklich klein ausfallen.
Natürlich.
Als ob ich sonst 3XXl trage.

augenBloglich 12.01.2015, 17.36| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: körperlich

Rümpelei Tag 11

Heute habe ich mal wieder im Schmuck herumgestöbert und trenne mich von dieser Kette:









augenBloglich 12.01.2015, 17.21| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 10

Und wieder wird es lichter im Kleiderschrank.
Dieser Loop hängt nämlich einfach unbeachtet dort herum....







augenBloglich 11.01.2015, 18.27| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 9

Heute trenne ich mich von 2 Ice Watch.
Rosa und hellblau sind im Angebot....





augenBloglich 10.01.2015, 14.33| (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Falsche Antwort

Immer wieder erlebt man doch diese wirklich unschönen Momente, in denen andere Menschen sich einfach nicht an das eigene - zuvor gedanklich erschaffene - Script halten und anders antworten, als erwartet.
Da wäre zum Beispiel die gestrige Situation beim Physiotherapeuten meines Vertrauens.
Ich liege also mit schmerzverzerrtem Gesicht auf so einer Pritsche und lasse mich an äußerst schmerzhaften Stellen derart bedrücken, dass ich kaum sprechen kann.

Schweigen ist ja - für mich jetzt - in den seltensten Fällen eine akzeptable Alternative - also presse ich zwischen meinen zusammengespressten Zähnen hervor:

"Meine Schulter ist wohl total hinüber, was?"

Wie in meinem Gedankenscript vorgesehen und somit erwartet, wird mir brav mit "Ja, kann man so sagen!" geantwortet.
Schon sitz ich in der Falle und gehe davon aus, wir spielen mein Script nun weiter durch.

Als ich mich ächzend zur Seite drehe, um wieder an die Stromprömmel geklemmt zu werden, frage ich deshalb einfach mal direkt nach:

"Würde es meiner Schulter heute besser gehen, wenn ich in den letzten 20 Jahren Sport getrieben hätte?"

So. Es liegt doch auf der Hand, dass ich hier ein klares und signifikantes "Nein!" hätte hören wollen.
So sah es mein Script vor, ich hätte mich entspannt und ohne Gewissensbisse bestromen lassen können und wäre glücklich gewesen.

Nun ist der Physiotherapeut meines Vertrauens ja ein Mann.
Vielleicht verstehen Männer einfach diese Frauenscripte nicht - oder wollen sie nicht verstehen.
Oder aber, besagter gestriger Mensch dachte, er wird von der Krankenkasse auch für Ehrlichkeit bezahlt - was für ein Unsinn!

Es kam, wie es nie hätte kommen sollen und seine Antwort lautete:

"Ja, mit regelmäßigem Sport hätte man das Ausmaß minimieren können bzw. wäre die Schulter heute noch taufrisch und in Ordnung!"

Totalabweichung vom Script. Unabgesprochen. Geht gar nicht.
Auf meine entnervte Antwort:

"Na, toll!"

versucht der Gute noch schnell die Kurve zu kriegen und beschwichtigt mit:

"Aber das kriegen wir wieder hin! Ich weiß auch schon wie!"

Ja, da bitte ich doch drum. Es hätte mich auch arg irritiert, wenn dem nicht so wäre.

Bliebe die Sache mit dem Sport.
So stand das nicht im Script und so ist das ja auch nicht hinnehmbar.

Praktisch führt einen diese schonungslose Ehrlichkeit ja in eine teifergehende Schulterdepression. DAS hätte doch ein guter Physiotherapeut erahnen müssen.
So. Jetzt steh ich da und bin selbst Schuld.
An der Schultersache jetzt zumindest.

Jetzt kann ich bei dem Stromimpulsen nicht entspannen, weil ich ja damit beschäftigt bin, mir Vorwürfe zu machen.
Andererseits war ich in meiner Jugend sportlich aktiv.
Ich meine ja, das kann man mitzählen.
Sozusagen stimmt es dann ja gar nicht, dass ich nie gesportelt habe.

Sicher, das mit den 20 Jahren ist jetzt so ein Problem, die Jugend liegt doch ein wenig weiter zurück, aber man muss ja auch nicht so pingelig sein.

Immerhin habe ich irgendwann einmal Sport getrieben und ich kann schließlich nichts dafür, dass meine Schulter sich nicht daran erinnert.
Ist ja ihr Problem.

Mann, hätte der Mensch nicht einfach meinem Script folgen können, dann müsste ich jetzt nicht hier liegen und mir meine Schuldgefühle wegdebattieren.

Außerdem, was soll das bedeuten, die Schulter wäre gesund, bei regelmäßigem Sport. Weiß ich, ob ich dann vielleicht Knie oder Hüfte oder Brüche, Bänderdehnungen, Bänderrisse, Platzwunden (okay, käme jetzt auf die Sportart an) oder Haarausfall bekommen hätte?

Ich werde mein Script mal modifizieren und beim nächsten Termin einen anderen Ansatz wagen.
Irgendwie krieg ich den Menschen noch dahin, mir zuzugestehen, dass Sport doch nicht das Wahre ist.
Also für mich jetzt.

augenBloglich 10.01.2015, 07.07| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: körperlich

Rümpelei Tag 8

Ich dachte, mit dieser Kette komme ich an der Schule ganz groß raus.
Dann trug ich sie, sah in den Spiegel und verwarf die Idee direkt wieder.

Zeit, sich von dem Legoschmuckstück zu trennen.






augenBloglich 09.01.2015, 15.47| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Ambivalenz

Ist es nicht die Trennung an sich, die mir Sorgen bereitet, so schaue ich mehr darauf, wie ich mit der aktuellen Situation umgehe.


Meine ambivalenten Gefühle strengen mich zuweilen sehr an und sind verbunden mit häufigen und vor allem unerwarteten Stimmungsschwankungen, die mir ein wenig von der eigentlichen Leichtigkeit der Situation nehmen.


Zum einen fühle ich mich wie befreit und durchaus auch stolz, einen Schritt gewagt zu haben, vor dem ich aus lähmender Gewöhnung, Angst vor dem Unbequemen und Ungewissen sowie sicherlich auch aus falscher Rücksichtsnahme eine sehr lange Zeit zurückscheute, mich drückte, mein Leben lieber in bekannten Bahnen verlaufen ließ.


Zum anderen überkommen mich zuweilen Schuldgefühle, weil ich nicht diejenige bin, die gehen und ausziehen muss, sondern die in der gewohnten Umgebung bleiben wird.


Ich empfinde weniger Verlust, als mehr die Sorge darüber, wie der gehende Partner mit der Situation umgehen wird und kann.


Und dann wieder überkommt mich eine kurzzeitige Lebenslähmung, in der ich nichts mit mir anfangen mag, mich in meine Gedanken zurückziehe und merke, dass man wichtige Lebensschritte, sei man von noch so vielen lieben  Menschen umgeben, im Grunde immer gänzlich alleine gehen muss.


Die Kunst besteht darin, sich aus diesen Lebenslähmungen schnellstmöglich zu befreien, um nicht mit einem Male triefend im Selbstmitleid zu stehen und sein Leben an sich vorbeieilen zu lassen.


Was dem Leben sicherlich viel weniger ausmachen würde als mir.


Mir gefällt das Helle, Leichte, Entlastende an der Situation. Der Neubeginn, die neue Chance, die Rückkehr zu eigenen Wünschen und Bedürfnissen.


Aber mir ist durchaus bewusst, dass es das eine nicht ohne das andere gibt.


Das Helle nicht ohne das Dunkle. Der Neubeginn nicht ohne ein Ende.


Die Ambivalenz der Gefühle gehört sicherlich ebenso dazu und ist vielleicht ein Stück Verarbeitung.


Während ich meistens mit funkelnden Augen und ideensprudelnd durch mein Leben navigiere, überkommt mich hin und wieder eine minikleine Wehmut, die sich glücklicherweise mit einem entspannenden Bad schnell wieder vertreiben lässt.


Möglicherweise wachsen mir bald Schwimmhäute, aber die können ja bei der Eroberung neuer Lebensräume durchaus von Nutzen sein.



augenBloglich 08.01.2015, 16.58| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Rümpelei Tag 7

Wer gerne rätselt, der kennt sicherlich die "Eckstein-Rätsel" der Zeit.
Heute trenne ich mich von 600 ungelösten Rätseln.

Manche Rätsel muss man einfach nicht lösen, um glücklich zu werden.








augenBloglich 08.01.2015, 14.54| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Strom gestoßen

Warum hat mir das niemand gesagt?


Man muss einfach nur so Saugdinger an Oberarm und Schulter befestigen, ein paar Stromstöße dadurch jagen und schon sind meine Schmerzen nahezu verschwunden und ich kann meinen linken Arm heben, senken, nach vorne und hinten biegen, hochreißen, mir die Jacke anziehen, mich schmerzfrei im Auto anschnallen und mich überhaupt bewegen wie eine junge Göttin.


(Wir sprechen jetzt nur vom Bewegungsablauf, nicht vom Erscheinungsbild.)


Da quäle ich mich wochenlang durch sämtliche Deuserbänderübungen, hänge an Sprossenwänden (das Wort war mir neulich wohl kurzzeitig entfallen, als ich von Lattenrosten sprach), sitze kreuz und quer auf diesen Foltergeräten und dabei ist es doch so einfach:


Saugnapf angeprömmelt, Strom ab und zehn Minuten Dauerkribbeln.


Anschließend ist meine Schulter praktisch wie neugeboren.


Das nächste Mal lass ich mich direkt ganzkörperverkabeln und stromstoßen.

Ich lass einfach die Sache mit der Bewegung weg, leg mich da schick auf die Pritsche, Prömmel ran an Körper und los geht es.


Nur die Sache mit der Dosierung macht mir ein paar Sorgen.

Wenn da plötzlich mal zu viel Strom rausschießt, dann hab ich ein Problem.


Ich möcht ja auch nicht unter Dauerstrom stehen, das wäre mir zu anstrengend. Dann stehen auch noch womöglich die Haare ab, wie nach so einem Zusammenprall mit einem Luftballon oder das Herz zickt herum, weil es nicht stromgestoßen werden will.


Es müsste praktisch nur das Doppelkinn weggestromstoßt werden, die Schulter schmerzfrei geströmelt werden, vielleicht noch die Cellulite an den Beinen ein wenig durchgeschockelt und  wenn wir gerade dabei sind, den Bauchrollen bekämen so Stromstöße auch sicher gut.


Jetzt habe ich nur den Eindruck, dass meine Ideen beim Physiotherapeuten meiner Wahl nicht unbedingt so gut ankommen werden.


Ich finde aber, zumindest die Sache mit dem Doppelkinn wäre einen Versuch wert!

augenBloglich 07.01.2015, 16.40| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: körperlich

Rümpelei Tag 6

Mit der Mode ist das ja auch immer so eine Sache.
Da verguck ich mich blitzschnell in irgendwelche modischen Highlights und merke erst zu Hause, dass es a) Dinge sind, die die Welt nicht braucht und ich schonmal gar nicht und b) mein Körper nicht mit diesen Dingen harmoniert.

Dieser Noosa Gürtel hier zum Beispiel sieht ja auch nur schön aus, wenn man ihn ÜBER einem Kleidungsstück trägt.
Klar, sonst sieht man ja die wunderbaren Plöppel nicht, die man da anpropfen kann.
Chunks heißen sie, um mal modisch korrektes Deutsch zu sprechen.

Nun ist es doch aber so: Hat man die ein oder andere Bauchrolle, macht es wenig Sinn, einen Gürtel ÜBER der Kleidung zu tragen, es sei denn man möchte, dass alle Welt gezielt auf die Fettröllekes aufmerksam wird.

Einen Noosa Gürtel UNTER der Kleidung zu tragen  macht ja noch weniger Sinn, da sieht man ihn ja nicht.

Alles in allem ist dieser Gürtel das wohl sinnloseste Accessoire, das in meinem Kleiderschrank verstaubt.
Darum muss es weg.

105 steht in dem Gürtel und ich nehme an, das hat was mit der Länge zu tun. Man kann davon ausgehen, dass ich aufgrund meiner körperlichen Ausmaße die längste erhältliche Größe gekauft habe.
Nur, falls der arme Gürtel vielleicht doch eine neue Besitzerin finden sollte.


augenBloglich 07.01.2015, 15.31| (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Rümpelei Tag 5

Ich gestehe es ungern, aber neben Schuhen und Taschen, mag ich auch Schals und Tücher sehr gern.
Besonders gern, wenn ich sie an Schaufensterpuppen sehe.
Ehrlich, dort sieht so ein Schal immer direkt elegant, frisch, fröhlich, toll aus.

Kaum gekauft und zu Hause umgelegt, sehen weder der Schal noch ich elegant, frisch, fröhlich oder gar toll aus.
Es hat immer was von Mops in Pelle, wenn ich so einen voluminösen Schal um meinen Hals drapiere.

Das kann am Schal liegen.
Oder am Hals.

Ich hatte in Erwägung gezogen, das schöne Teil aus Tischläufer umzufunktionieren.
Aber auch Tischläufer habe ich in ausreichender Menge.
Ich weiß gar nicht, wo die alle herkommen, ehrlich.

Jedenfalls trenne ich mich hier und heute von diesem Schal. Ich habe ihn einmal probeweise um meinen Hals geschlungen und anschließend in die Schalschublade geworfen.
Er müsste sicher mal gewaschen werden.
Von wegen Schubladenstaub und so.











augenBloglich 06.01.2015, 05.00| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Überfütterung

Kaum hat das neue Jahr begonnen, ist es schon wieder geschehen.
Die kleinen herumstehenden Süßigkeiten und Knabbereien flüsterten mir gestern die magischen Worte zu, die meine Hand sofort und vor allem immer wieder zugreifen ließen, um Leckereien in meinen Mund zu führen.
Nicht, dass ich wüsste, was und vor allem wie da kommunziert wird, aber die haben einen linken Trick erfunden, mein Gehirn zu manipulieren bzw. vielleicht gar komplett auszuschalten.

Kaum am Tisch der Familienfeier gegessen ging es doch schon los.
Das Abendbrot befand sich noch in der Vorbereitung, der Tisch jedoch bot schon dies und jenes feil.
Ungesundes, versteht sich, denn nur Ungesundes ist offensichtlich in der Lage diese magischen Worte zu sprechen.

Mein Gehirn und ich saßen bis dahin noch ganz entspannt beieinander, in der Gewissheit, KEINEN Süßkram zu essen, da ja bald das Abendessen folgen würde und man sich zudem am morgendlichen Gewicht erfreut hatte, das weitaus geringer war als angenommen.
So sollte es auch bleiben.
Eigentlich.

Gerade erst in ein Gespräch vertieft, wird meine Hand selbstständig aktiv und schwupps habe ich so ein Colorado Teil im Mund.
Gott, das arme Teil.
Ist ja auch nicht schön, so alleine.
Zack, das nächste.
Also im Mund jetzt.


Mein Gehirn und ich sind ein wenig irritiert, waren wir uns doch eigentlich einig.
Zumindest in Bezug auf den generellen und heutigen Süßigkeitenkonsum.
Ich spüre schon förmlich, wie die Kalorien meine Hüften bespringen und werde ein klein wenig ärgerlich.

Es entspannt sich ein lustiger kleiner Dialog zwischen mir und meinem Gehirn, doch die Haupttäter, also Hände und Mund, hören einfach nicht zu.
Sie greifen und greifen und mein Mund kaut und kaut.

Ich könnte mich jetzt natürlich auf meine Hände setzen, aber das sähe ja nun auch irgendwie, wie soll ich sagen, ein wenig verklemmt aus.
Wäre es ja auch, also verklemmt, zumindest für die Hände jetzt.

Wie ansonsten meine Schulter, führen nun meine Hände ein Eigenleben. Die Kommunikation zwischen dem Knabberkram und ihnen scheint ausgezeichnet zu funktionieren und hey, sie feiern direkt eine Party, als mit einem Male noch so kleine Schokobonbons auf dem Tisch liegen.

Natürlich findet das eigentliche Essen auch noch seinen Platz in mir und zwei Gläschen Wein gehen auch noch.
Dann rutscht das Ganze auch ein wenig besser. Könnte eventuell eng werden, aber so Flips machen sich gerne klein und krümelig und passen noch eben zwischen Hackbällchen und Gummibärchen und Magenschleimhaut (oder was sich da so intern herumtreibt).

"Jetzt ist es eh egal!", faucht mich mein Gehirn an, als ich so ein wenig jammere und nöle und die Meinung vertrete, es reicht. "Als ob das jetzt noch eine Rolle spielt!"

Das scheint der Signalschuss für meine linke Hand zu sein, die sich nun auch noch einmischt. Zweihändig isst und trinkt es sich nämlich gleich doppelt so gut.
Am Tisch wird derweil darüber diskutiert, wie ungesund derartiges Essverhalten am Abend ist und wie sehr wir heute Nacht leiden werden.

Nicht, dass das unsere Gliedmaßen vom Weiterschaufeln abhalten würde. Selbst, als die leckersten Sachen schon aufgefuttert wurden, geht es munter weiter.
Ach ja, dann isst man eben Lakritz. Gut, die mag man eigentlich nicht, aber was soll es.....

Mein Gehirn passt sich jetzt der Laissez-faire-Haltung des Restkörpers an und natürlich muss ich mich geschlagen geben.
Ich werde ja nahezu genötigt zu kapitulieren.
Ein Opfer der unerklärlichen Knabberkommunikation sozusagen.

Vor mir türmen sich nun langsam die Bonbonpapierberge und ich bin froh, als ein  Kind in der Runde herumgeht, um die Bonbonpapiere einzusammeln und wegzuwerfen.
Ist ja auch diskrimierend, so ein Haufen Bonbonpapiere vor sich.
Zumindest kann man nun auf einen Blick sehen, wie viele Dove in so einer Mischschachtel sind.
Die Papiere liegen nämlich allesamt vor mir, nicht, dass noch jemand anderer die Chance auf eines dieser Bonbons gehabt hätte.

Jetzt, wo die Schamgrenze überwunden ist, ich mich als Opfer der Begebenheiten sehe, isst es sich sehr viel entspannter weiter.
Natürlich müsste der Nachschlag beim Nachtisch nicht sein, aber es ist doch auch schön, für die Gastgeberin, wenn ich beherzt zugreife und ihr so zeige, wie gut es schmeckt.
Praktisch habe ich damit sogar eine gute Tat getan.

Wenn ich es mir recht überlege bin ich eine Heldin.

Gut, mein Magen hat letzte Nacht Einwände erhoben.
Ich wies ihn auf die zwingenden Umstände hin, nur der Sturkopf sieht das nicht ein.
Blödmann.
Also der Magen jetzt.

Jetzt zickt er herum. Keine Ahnung von Magie, der Gute.
Langweiler.

Ich starte jetzt dennoch in den Tag.
Nur die Waage begrüße ich heute einfach mal nicht.
Besser ist das, nehme ich an.

augenBloglich 05.01.2015, 07.58| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kilos & Kalorien

Rümpelei Tag 4

Es ist erstaunlich bis erschreckend, wie viele Fehlkäufe hier bei mir herumliegen.
Ich bin in vieler Hinsicht offensichtlich und leider - das ist sicherlich einen eigenen Blogeintrag wert - sehr maßlos.

Insbesondere mein Kaufverhalten im Internet - ich habe einen viel zu schnellen Kaufklickfinger, vermutlich gibt es für dieses Syndrom einen Namen - ist doch überdenkenswert.

Heute aus diesem Grunde gleich drei unbenutzte Taschen.
Ja, zwei sind identisch.
Das passiert, wenn der Kaufklickfinger noch schneller als schnell ist und man anschließend zu faul und träge ist, einen Auslandskauf zu stornieren.

Die drei Taschen sind auch wieder einmal - also nur meiner persönlichen Meinung nach - wunderschön.
Das Problem: Ich passe nicht zu ihnen.
Ein bereits bekanntes Problem.

Mittlerweile ist die Rümpelei-Liste bei Nr. 8 angekommen und alle bisherigen Gegenstände konnten neue Besitzer finden.
Das finde ich das Allerschönste an dem Projekt.
Verschenken, was man nicht mehr braucht.













augenBloglich 05.01.2015, 06.58| (6/6) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Teeniespruch des Tages

Tochter zur Schwester:


"Entspann mal deine Eierstöcke!"




augenBloglich 04.01.2015, 14.38| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs

Rümpelei Tag 3

Man mag sich fragen, wozu jemand mit gechätzter Haarlänge von 4 cm einen Lockenstab benötigt.
Nun, die Antwort liegt auf der Hand oder eher auf dem Kopf.

Ich habe einen Plattkopf. Also praktisch jetzt einen sehr platten Hinterkopf.
Man muss sich das vorstellen, wie eine Dachschräge in einer Mansardenwohnung.
So eine Dachschräge habe ich nun also am Kopf.
Glücklicherweise hinten.

Nun unterlag ich der irrigen Annahme, dass ich mit besagtem Lockenstab, Braun Satin Hair 7 (falls das wichtig sein sollte) mein Hinterkopfhaar derart voliminösen
könnte, dass die Kopfschräge - klingt netter als Plattkopf finde ich - versteckt werden kann.

Das Gerät jedoch sieht irgendwie nicht vor kurze Haare in diese komische runde Spanneinheit zu klemmen.
Natürlich könnten die Fehlversuche auch an meiner Ungeschicklichkeit liegen oder an dem Umstand, dass ich bereits nach wenigen Minuten eine latente Ungeduld in mir spürte und mit dem Stab derart unkoordiniert hin- und herwackelte, dass die tatsächlich eingespannten Haare mal direkt wieder herausflutschten.

Ganz unabhängig davon, das Gerät funktioniert einwandfrei, wurde nur einmal halbherzig benutzt und wird hier und heute entrümpelt.

Genau gar nicht getragen habe ich das zweite Entrümpelungsteil des heutigen Tages. Eine Swatch mit Süßigkeiten. Irgendwann dachte ich in der Tat, trüge ich die Bonbons am Arm, müsste ich sie nicht mehr essen.
Dies spricht nicht gegen die Uhr, nur für eine verkorkste Körperpsyche meinerseits.

Es ist nämlich so:
Mich hält nahezu nichts vom Essen von Süßigkeiten ab. Schon gar nicht so eine popelige Uhr.


Also weg damit.






augenBloglich 04.01.2015, 06.03| (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

00:07 Uhr

Das Haus wackelt.
Mein  Bett wackelt.
Ich schrecke aus dem Schlaf.

Ein Erdbeben?

Türenknallen, ich höre hysterisches Teenagergeschrei.
Mitternächtlicher Schwesternstreit vor meinem Schlafzimmer.

Ich kann nicht verstehen, worum es geht, aber das spielt keine Rolle, denn die Ursachen schwesterlichen Zoffes sind meist mir unverständliche Geringfügigkeiten.
Das Türenknallen geht weiter.
Irgendwann wird auf diese Art und Weise sicherlich mal ein Körperteil eingequetscht und zu Schaden kommen.
Aber wohl nicht heute Nacht.

Ich rufe ein langgezogenes: "Heeeyyy!" in vager Richtung, in der ich in der nächtlichen Dunkelheit die Tür vermute und habe damit - so meine ich - meinen mütterlichen Pflichten genüge getan.

Drehe mich um, bereit weiterzuschlafen.

Es ist nur eine Phase - nehme ich an.
Wie alles im Leben.

augenBloglich 04.01.2015, 05.45| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs

Rümpelei Tag 2

Um auf 2015 Dinge zu kommen, müsste man  ja jeden Tag fünf bis sechs Dinge aussortieren.
Mal schauen, wie es hier weitergeht.
Ich freue mich, dass die gestrige Tasche eine neue Besitzerin gefunden hat.

Heute trenne ich mich von zwei Teilen, die ich ebenfalls wunderschön finde, aber die hier einfach "übrig" sind.

Zum einen ist es diese wirklich schöne Lichterkette:







Farblich abgestimmt auf mein Arbeitszimmer, aber hier liegt sie irgendwie nur am Boden herum und kommt nicht wirklich zur Geltung.


Und dann wäre da noch ein klassischer weiterer Fehlkauf:








Fällt in die Rubrik: Gesehen und will ich haben.
Leider passt der Minischrank hier wirklich nirgends hin und deshalb fristet er sein Dasein momentan unbenutzt unter meinem Schreibtisch.

Um den Überblick zu behalten, habe ich eine kleine Rümpelei-Liste angelegt, in der ich notiere, was ich wann aussortiert habe und ob die Teile im Müll oder bei neuen Besitzern landen.

Zudem habe ich mir selber einen Kaufstopp auferlegt. Es nutzt ja nicht viel, zu entrümpeln und zeitgleich Neues zu kaufen.
Es bleibt spannend, wie lange ich das ein und das andere durchhalten werde.

augenBloglich 03.01.2015, 05.59| (7/5) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Küchengenüsse

Es gibt Menschen, die kochen.
Und es gibt mich.

Immerhin esse ich gerne, was ja mit dem Kochen an sich recht nah verwandt ist.
Als treusorgende Mutter habe ich auch mal eine ganze Weile gekocht - also quasi bis zu jenem Moment, wo die Geschmacksnerven der Kinder ausgewachsen waren und sie diese bewusst wahrnehmen konnten.

Danach ließ die Kochmotivation relativ schnell nach.
Die Essmotivation hingegen nahm das keinesfalls als Anlass, sich auch aus dem Staub zu machen.

Gestern nun fand ich bei Pinterest das Bild eines Salates, den ich unbedingt essen wollte.

In Ermangelung eines bereitwilligen Kochs stellte ich mich also gerade eben selbst in die Küche, irritiert zur Kenntnis genommen durch das älteste Kind.

Wir sprechen jetzt einfach mal nicht davon, dass die Nudeltüte platzte und der Inhalt sich über den Herd und den Fußboden ergoss.
Wäre das mit den bereits gekochten Nudeln passiert, wäre die Sauerei perfekt gewesen, so ließ sich das Malheur schnell richten.

Das Problem mit dem Kochen ist ja auch diese mengenmäßig angegebene Zutatenliste in den Rezepten.
Ich wiege nichts ab. Grundsätzlich nicht. Also Rezepte, die nur gelingen, wenn man sich an jedes Milligramm einer Zutat hält sind nichts für mich.
Mir reicht da eine grobe Liste und der Rest gehört dann eher in den Bereich der Kochkreativität.

Ich kann also zu dem Rezept nicht viel sagen, da ich pi mal Daumen alles zusammengeworfen habe.
Aber mir schmeckte die Mischung zumindest.

Ich gehe davon aus, dass die anwesende Jugend den Salat jedoch ungenießbar finden wird.
Nun gut, bleibt mehr für mich.







augenBloglich 02.01.2015, 13.11| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Alltagskram

Krankengymnastik

Missmutig fahre ich zum Physiotherapeuten meines Vertrauens.
Die sportlich anmutende Kleidung täuscht.
In ihr steckt kein sportlich dynamischer, sondern eher ein lustloser und absolut unsportlicher Körper.

Aus diesem Grunde wabert die ultimative Sporthose auch um mich herum. Mein Körper weiß, was ihn erwartet und stößt die Kleidung förmlich ab.

An der Ampel schaue ich auf ein Werbeplakat.
"Lächle und der Tag lächelt zurück"

Na toll.
Was ist das denn für ein dämliches Plakat bitte?
Freitag morgen, kurz nach sieben Uhr und ich kann die Krankengymnastik anlächeln wie ich will.
Da lächelt rein gar nichts zurück.

Millionen von Menschen schlafen jetzt noch.
Na gut, vielleicht nicht Millionen, denn es ist schließlich werktags, aber sagen wir mal Hunderttausende.
Und ich sitze hier im kalten Auto, in abstoßender Sportkleidung und muss mich gleich bewegen.
Man stelle sich das vor.

So viele Autos wie hier herumfahren, schlafen eventuell doch nur noch ein paar Tausende Menschen.
Zieht man noch die Hundigassigeher ab bleiben womöglich nur Hunderte übrig.
Ja, schon okay, aber zwei bis drei Menschen schlafen jetzt noch und ich könnte einer von ihnen sein, wenn ich nicht meine Intelligenzbestie von Schweinehund gestern in die Flucht geschlagen hätte.

Das hat man nun davon.
Eine wahre Heldentat, die sich nun rächt.

Ein Blick in den Rückspiegel zeigt mir merkelsche Mundwinkelverhältnisse.
Das möcht ich nicht.
Schnell tackere ich mir ein Lächeln fest.
Um Himmelswillen, nur ja nicht nach unten ziehende Mundwinkel alá Merkel forcieren.

Ich lächle also.
Bislang hat noch nichts und niemand zurückgelächelt, aber gut, das kann ja noch kommen.

Kurze Zeit später hänge ich in den Seilen.
Um genau zu sein, in irgendwelchen Deuserbändern.

Mit weit von mir gestreckten Armen hänge ich also an diesem Lattengerüst in den besagten Bändern und gebe Kate Winslet auf der Titanic.
Mit ein wenig Phantasie könnten die Foltergeräte um mich herum der Ozean, die kleinen Hanteln hier vorne die Gischt sein.

"Ich bin der König der Welt", rief einst DiCaprio und ich bin versucht, es ihm nachzumachen, möchte aber die trainierenden Mitmenschen um mich herum nicht zu arg irritieren.

So häng ich da und mein linker Arm wird vermutlich in wenigen Minuten abfallen.

"Nicht in den Schmerz hinein!", erklärt der freundliche Physiotherapeut meines Vertrauens, der mir sehr Leid tut.
(Wer möchte schon gerne freitags morgens seine Schicht mit mir merkelmundwinkelverzogenem, mürrischen Menschen beginnen müssen?)

Und was bitte soll das heißen: "Nicht in den Schmerz hinein!"?
Ich bin praktisch ein Ganzkörperschmerz, seit meine linke Schulter die Weltherrschaft über meinen Körper übernommen hat.

Aber brav wie ich bin, häng ich mich weiter in die Seile und stöhne nur minimal.

"Tut es sehr weh?", werde ich gefragt und wäre ich bei Atem würde ich gerne durch meine Zähne zischen:

"Nein, überhaupt nicht, ich schwebe wie auf Wolken!"

Aber so gebe ich nur ein undefinierbares Ächzen von mir, das wohl als "Geht schon!" bei meinem Gegenüber ankommt.

Wieso fließt eigentlich nie Schweiß, wenn man ihn mal braucht?

Immerhin treibe ich hier schweißtreibenden Sport, mein Arm fällt gleich ab, mein angetackertes Lächeln liegt in den letzten Zügen und nebenbei höre ich mir noch Geschichten aus dem Leben eines Physiotherapeuten an.
Der wiederrum ist wahrscheinlich recht verzweifelt, da ich mir auch nach zehn Durchgängen diverse Übungen nicht merken kann, rechts und links verwechsle, mich verzähle und sogar falsch herum auf so ein Foltergerät setze.

Ja, was weiß denn ich? Mal ist es eine RÜCKENlehne an diesen Teilen, mal soll ich meine BAUCHwülste daran quetschen.

Ich quetsche also und stemme Gewichte, ich drücke, ziehe und hebe und schwinge. Das Schwingen soll hier nicht unterschlagen werden.
Von quer gegenüber schreit eine ältere Dame:

"Brust raus, Mädchen, Brust raus!"

In Ermangelung anderer weiblicher Wesen im Raum muss ich annehmen, dass sie mich mit "Mädchen" meint.
Ich tackere schnell mein Lächeln wieder an und zwinkere ihr zu, obwohl ich viel lieber schreien würde:

"Brust raus?"
Was denn noch alles? Rücken gerade, schwingen, pendeln, stemmen, heben, ziehen und das alles nicht in den Schmerz hinein, aber auch nicht hinaus, dreimal zehnmal und immer schön darauf achten, dass Frau Merkel sich nicht in die Mundwinkel schleicht.
Als bliebe da noch Zeit oder auch nur ein Gedanke für die Brust.
Soll sie hängen und bleiben wo sie ist. Die Brust jetzt.
Ich bin schon mit dem Ein- und Ausatmen überfordert, was ich ja auch nicht vernachlässigen soll.


Neben mir sitzt irgendso ein durchtrainierter Sportler und schaut interessiert meinen verweifelt anmutenden Versuchen zu, meiner Schulter Herr zu werden.
Vernutlich verwechselt er mich mit einer Realsatire aus dem TV.

Natürlich stolpere ich über meine Füße und dem Sportler nahezu sonstwo hin, als es ein Gerät weitergeht. Nicht, dass das noch viel ausmachen würde, denn ich bin vorrangig damit beschäftig, meinen linken Arm festzuhalten und ihm klarzumachen, dass er jetzt bitteschön an Ort und Stelle zu bleiben hat.
Meine Körperteile sind sehr autark und meinen  immer häufiger, sie könnten machen, was sie wollen.

Mittlerweile schwinge ich Hanteln was die Sauerstoffversorgung meiner Schulter ankurbeln soll - oder so.
Mir würde es ja  reichen, den Sauerstoff einzuatmen, aber ich werde hier generell nicht gefragt.

Ich persönlich bin ja der Meinung, es gibt Menschen, die wurden für den Sport geschaffen und andere eben nicht.
Gerne reihe ich mich in die "eben-nicht-Fraktion" ein.

Ein  letztes Mal darf ich die Kate geben, nur leider zeigt sich DiCaprio wieder nicht.
Dafür fällt eine Latte aus dem Gerüst und poltert neben mir zu Boden.

"Für heute reicht es!", werde ich erlöst und der Physiotherapeut beginnt, das Lattenteil wieder zusammenzubauen.
Ich gehe davon aus, er ist mindestens so froh wie ich, als ich fluchtartig das Therapiezentrum verlasse.

Nun muss ich mich auch nicht mehr um die merkelschen Mundwinkel kümmern. Ich lächle.
Und zwar von ganz alleine.
Der Tag kann kommen und wird, das weiß ich, wunderbar!

augenBloglich 02.01.2015, 08.44| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: körperlich

Rümpelei Tag 1



Diese Tasche ist wunderschön.
Keine Frage.
Aber es handelt sich um einen klassischen Fehlkauf meinerseits, denn so schön wie die Tasche ist, passt sie dennoch nicht zu mir.
Oder besser: Ich passe nicht zu dieser Tasche.

Ich sah sie Anfang Dezember bei Dawanda, musste sie praktisch haben und erkannte dann, als sie ankam:
Nicht meins.

:-)

Einmal benutzt, sofort anschließend in die Ecke geräumt.
Mein erster Entsorgungsfall 2015.

Sollte irgendjemand eine Ledertasche dieser Art brauchen:
Sie ist zu verschenken.
Ab sofort.

augenBloglich 02.01.2015, 07.06| (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Entrümpeln befreit

In einer Facebook Gruppe las ich von der Idee, sich im Jahr 2015 von 2015 Gegenständen zu trennen.
Auszumisten, zu entrümpeln, das Leben zu befreien und zu sortieren.

Als wir vor erst drei Jahren hier einzogen, hatte ich zuvor gnadenlos entrümpelt.
Was aber nicht bedeutet, dass sich nicht schon längst wieder Dinge angehäuft haben, die ich nicht wirklich brauche.

Und da ich ohnehin gerade dabei bin "mein Ändern zu leben", habe ich die Rubrik "Rümpelei 2015" eingerichtet und möchte mich in regelmäßigen Abständen - täglich wäre natürlich toll - von Dingen trennen, die ihr Dasein hier trostlos und ungebraucht fristen.

Wie viele Dinge am Ende des Jahres auf diesem Wege das Haus verlassen haben werden - das bleibt spannend. Festlegen möchte ich mich da nicht auf eine Zahl.

Ich würde auch ungern einfach wegwerfen.
Aus diesem Grunde erhalten die Rümpeleien eine Restdaseinsberechtigung von einer Woche, ehe sie endgültig entsorgt werden.
Eine Woche deshalb, weil ja vielleicht ein anderer Mensch brauchen kann, was hier nur herumliegt und dann wäre das Wegwerfen ja zu schade und ich würde alternativ verschenken, verschicken oder weitergeben.

Sollte jemand hier also etwas entdecken, was er brauchen kann, einfach kommentieren oder mailen und es ist seins.

Heute wird es mit einem klassischen Fehlkauf beginnen.
Allerdings muss ich das Teilchen erstmal wiederfinden, ehe ich meine erste Rümpelei hier vorstellen kann!

augenBloglich 02.01.2015, 04.54| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Rümpelei 2015

Antriebsschwach

Jetzt ist es geschehen.

Klammheimlich, still und von mir gänzlich unbemerkt, hat mich meine Energie verlassen. Sie hielt es wohl nicht für nötig, mich darüber aufzuklären wohin sie entschwunden ist und – was weitaus wichtiger wäre – wann sie gedenkt wieder vorbeizuschauen.


Also beginne ich das neue Jahr, vorsichtig tapsend, lustlos und antriebsschwach.


Ich bin ausgeschlafen und könnte eigentlich all das erledigen, was es zu erledigen gibt.


Die Knallerüberbleibsel der Nachbarn, die dummerweise bei uns gelandet sind (also glücklicherweise nur die Knallerreste und nicht die Nachbarn) wegräumen.

Oder Spülen, da der Kundendienst es noch nicht bis in unsere Gefilde geschafft hat und der Geschirrspüler stur und hartnäckig bei „E24“ verharrt.

Überhaupt gäbe es in der Tat Haushaltskram zu erledigen. Alternativ könnte ich mich auch um schulische Dinge kümmern…..


Theoretisch habe ich viele Möglichkeiten. In der Praxis sieht es so aus, dass ich hier einfach mal sitze.

Nun ist das Sitzen an und für sich keine wirklich konstruktive Tätigkeit und verbraucht höchstwahrscheinlich nicht einmal Kalorien.

Es fühlt sich auch ganz und gar nicht gut an.


Mag ja sein, der innere Schweinehund hat das Gefühl, jetzt, zu Beginn des Jahres 2015 käme er wieder ganz groß raus.

Er probiert es halt immer und immer wieder, was jetzt nicht unbedingt für seine Intelligenz spricht.


(Aber wer, das frage ich mich, braucht schon einen intelligenten Schweinehund?)


Ich brauche generell mal gar keinen Hund.

Diesen hier mit Sicherheit überhaupt nicht.


Nachdem es mir gestern gelungen ist, aus eigener Kraft heraus das mich plötzlich überfallende schuldgefühlbeladene Tief zu überwinden (es drückte schon wieder recht heftig auf die Tränendüse) werde ich heute wohl mit so einem ollen Schweinehund zurechtkommen.


Besser ist, ich mache ihm direkt klar, dass er unerwünscht ist. Kann er weiterziehen. Vielleicht ja meiner Energie hinterher.


Möglicherweise holt er sie ein. Dann kann er sie zurückbringen und wäre wenigstens für irgendetwas gut!

 

augenBloglich 01.01.2015, 13.41| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Augenblicke

Silvester

Der Silvesterabend liegt mir schwer und bleiern im Magen. Ich mag Silvester nicht.

Vermutlich mochte ich Silvester als Kind, allein schon wegen des späten Zubettgehens und des Feuerwerks, aber meine Erinnerungen daran sind trübe und kaum vorhanden. Und in den erinnerungsfähigen Jahren war Silvester zumeist mit Erwartungen überhäuft, die der Abend nie erfüllen konnte.

 

In diesem Jahr haben wir keine gute Lösung gefunden. Die Trennung kam sozusagen dazwischen. Während die eine Tochter erstmalig mit ihren Freundinnen feiern möchte, aushäusig, und das auch gerne darf, möchte die andere Tochter auf keinen Fall irgendwo hin unter andere Menschen, sondern schlicht zu Hause bleiben.

 

Nun hätte ich Vater und Tochter natürlich hier allein lassen können, aber das würde ich als befremdlich empfinden und auf die Schnelle findet sich auch keine aushäusige Möglichkeit.

Ich mache mir nichts aus der Silvesternacht. Umbrüche, Veränderungen und Aufbrüche machen nicht Halt vor einem Jahreswechsel oder beginnen mit einem solchen.

 

Es ist Zufall, dass es hier und heuer zwar genauso ist, aber das hat nichts mit dem Jahresende und Neubeginn zu tun.

 

Obwohl ich gestehe, dass ich mich freue, wenn 2014 einfach zuende geht und zwar ohne weitere Vorfälle, Krankheiten oder anderen gravierenden Ereignissen. Das alte Jahr hatte davon eine Menge zu bieten und ich freue mich, wenn das neue Jahr ruhiger beginnt.

 

Ginge es nach mir, würde ich den Jahreswechsel schlicht verschlafen.

Nun geht es aber im Leben immer und grundsätzlich nicht ausschließlich um mich und ich denke, wir werden den Abend pizzazubereitend und uns sonstwie unterhaltend verbringen.

Letztlich liegt es ja uns, ihn zäh und endlos oder unterhaltsam werden zu lassen.

 

Natürlich bin ich gespannt, was das neue Jahr bringen wird. Unabhängig davon, ob ich Silvesterabende mag oder nicht, verfalle auch ich dem damit verbundenen Neubeginn und Ungewissen.


augenBloglich 31.12.2014, 10.01| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Unterschiede

Für niemanden ersichtlich, aber für mich deutlich spürbar, nehme ich jeden Tag neue, winzig kleine Veränderungen wahr.
Unterschiede, die mein Leben nachhaltig verändern, seit die Trennung vollzogen ist.
Das Warten auf die ausstehende, aber nahende räumliche Trennung hat durchaus etwas Zermürbendes, gibt aber auch immer wieder Hoffnung auf einen Neubeginn.

Zum ersten Mal gespürt, dass sich etwas in mir verändert hat, habe ich als ich neulich - ich täuschte einmal mehr Hausarbeit vor - unvermittelt "Friend in a bar" von Tina Dico hörte.

Nun muss man wissen, dass, wann immer ich dieses Lied hörte, ob live, im Radio auf Youtube...... unabhängig von Zeit und Raum, die Tränen flossen. Unaufhaltsam. Nicht, dass ich hätte etwas dagegen machen können.
Natürlich war mir bewusst, dass die Tränen flossen, weil ich mich in einer Opferhaltung wähnte und mich fühlte, wie jene besungene alte Freundin:


"She looked so much older I`d have to say
She used to dress so lovely and smart
And now her colours, they were faded and her hair was a mess
Her expression was tired and hard"


Und ebenso natürlich wäre ich lieber gerne die Singende gewesen, jene Freundin, die mit Erschrecken die Veränderung an der anderen wahrnimmt.

Nun lief dies Lied also unvermittelt.
Ich wartete förmlich auf das Weinen, aber es blieb aus.
Verwundert eilte ich zum Spiegel, vielleicht war etwas mit meinen Tränendrüsen nicht in Ordnung, meine Lider verklebt oder eine sonstige üble Heimsuchung hätte mich überkommen.
Ich sah relativ normal aus, im Spiegel und hatte nicht den Eindruck, als könnten die Tränen nicht fließen, so sie denn wollten.
Mir kam das seltsam vor. Über Jahre war das mein Tränenlied. Immer.

Um ganz sicher zu gehen, machte ich das Lied, nachdem die letzten Töne verklungen waren, noch einmal an.
Wieder nichts.
Also nichts, außer der wunderbaren Stimme und des schönen Songs.

Dieses Mal eilte ich nicht zum Spiegel, sondern freute mich.
Ich hatte meine Opferhaltung abgelegt. Von der Passivität in die Aktivität gegangen.
Einhergehend mit starken Schuldgefühlen, aber dennoch befreiend.

Eine kleine Veränderung mit einer großartigen Auswirkung - für mich.

Es liest sich nicht annähernd so, nehme ich an, wie es sich anfühlt, aber das muss es auch nicht.

Dies war vielleicht von den minikleinen Veränderungen, die großartigste. Natürlich genieße ich es auch, dass ich besser schlafe. Ich würde nicht so weit gehen und behaupten, dass ich wirklich perfekt und wunderbar schlafe, aber ich schlafe längere Zeiten am Stück und wenn ich tatsächlich nachts erwache, dann nicht mit tränenfeuchtem Gesicht und Problemen und Sorgen vor Augen, sondern unbeschwert und wie befreit.

Sobald ich exakt dieses  Gefühl bewusst wahrnehme, schleicht sich ein Lächeln in meine Gesicht und ich kann wieder einschlafen. Zuvor undenkbar. Stundenlanges Wachliegen war der nächtliche Alltag.
All das scheint vorbei.

Nun bin ich ja der Meinung, mein Spiegelbild müsste mir das morgens zeigen.
Ich erwartete also, aufzustehen, in den Spiegel zu blicken und Erleichterung, Befreiung und Unbeschwertheit in strahlende Schönheit umgesetzt zu sehen.
Gut, wenn schon nicht in Schönheit, dann zumindest in irgendeinem Strahlen.
Nun  hat sich das bis zu meiner Gesichtshaut möglicherweise noch nicht herumgesprochen.

Es kam auch noch niemand auf mich zu und erklärte mir, ich sähe aber erholt, anders, besser oder sonstwas aus. Die innere Wandlung benötigt offensichtlich noch ein wenig Zeit, um aus sich herauszukommen.
Bitte.
Meinetwegen.

Solange die Haut sich nicht entscheidet, die innere Wandlung mittels Pickeln und neuer Barthaare zu offenbaren, kann ich warten.

Ich übe mich solange darin, mich zurechtzufinden, in meinem neuen Leben.
Es fühlt sich sehr gut an!




augenBloglich 31.12.2014, 06.30| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Unlustig

„Mama“, sprach die 14,5 jährige Tochter (und ja, auf das halbe Jahr wird sehr viel Wert gelegt, da man sich als Pubertistin noch in der Lebensphase befindet, in dem man gerne jeden Tag älter sein möchte) „Boaaah, Mama, du bist voll unlustig!“

 

Ich kann mich nicht entsinnen, was ich Geistloses von mir gegeben hatte – vermutlich einen dummen mütterlichen Spruch, den nur ich witzig fand – aber mir fiel auf, dass pubertistische und grenzwertig wechseljährige Lachfrequenzen irgendwie nicht kompatibel erscheinen.

 

Da ist zum Beispiel diese Sache mit den Youtubern.

 

(Mittlerweile, so musste ich mich belehren lassen, verdienen Youtuber eine Menge Geld – es scheint so, als gäbe es da einen neuen Beruf, der irgendwie an mir vorbeigegangen zu sein scheint.)

Einige dieser besagten Youtuber, deren Namen ich mir beim Willen nicht merken kann, lösen regelmäßig lautstarke und nicht enden wollende Lachflashs bei meinen Töchtern aus.


Nun sind meine Töchter wirklich sehr bemüht, ihre arme, alte, vertrottelte Mutter mit in das Pubertistenleben miteinzubeziehen, damit die erwähnte Mutter (also ich) ein bisschen mehr „today“ ist und die Tochter nicht ständig anmerken muss: 


„Boaaah, Mama, Du bist voll 80er, ey!“


(Das „ey“ muss wohl stets und ständig mit angehängt werden, ich denke, die Teenies unterliegen der irrigen Annahme ihre Aussagen erhalten nur mit angehängtem „ey“ eine gewisse Gültigkeit!)

 

Ich werde also sehr häufig mit eingeweiht in das lustige Leben der Videoyoutuber und erfreue mich jedesmal zunächst an der Tatsache, dass das große Kind sämtliche Videos auswendig mitsprechen oder alleine nachspielen kann. Eine gewisse Hoffnung in Bezug auf das Merken von Lateinvokabeln keimt dann regelmäßig in mir auf.

Ich betrachte also, durchaus bereit mich auf Neues einzulassen, diese Videos und schaue immer wieder irritiert, wenn die Mädel sich vor Lachen nicht mehr einkriegen, ich aber den Witz gar nicht mitbekommen habe.

Nun mag das daran liegen, dass diese Videos generell eher weniger witzig sind. Die Alternative –die ich aber eigentlich im Grunde direkt ausschließe – wäre, ich bin zu alt für den Humor der Jugend von heute.

 

Zunächst konnten die zauberhaften Töchter es gar nicht fassen, dass ich nicht auch lachen musste. Es folgte in der Regel eine ausschweifende Erklärung des Witzes, den ich nicht wahrgenommen hatte. Die Kinder hatten durchaus noch die Hoffnung, sie könnten aus ihrer Mutter ein zeitgemäßes Wesen machen, allein, die Versuche scheiterten.

 

Gänzlich uncool erkläre ich im Anschluss immer direkt, dass ich die Videos nicht witzig fände.

Nur, um kurze Zeit später vor Lachen zu heulen, wenn mich eine WhatsApp Nachricht der weltbesten Freundin (also meiner jetzt natürlich) erreichte, die vor T9 Fehlern strotzte.

 

Ich kenne die Blicke, die meine Töchter sind dann gerne zuwerfen. (Sie gehen irgendwie immer davon aus, ich würde sie nicht bemerken, also diese Blicke jetzt!)

 

Bedauerndes Mitleid liegt in diesem Blick und eine gewisse Resignation. Ich höre sie förmlich sagen: „Lass sie, die ändern wir nicht mehr, sie wird es nie kapieren!“, aber meine Töchter sind zu freundlich, um es laut auszusprechen und bevorzugen es nun, ihrem Vater die lustigen Videos vorzuspielen, nicht ohne den Hinweis: „Lass mal, Mama, das ist nichts für Dich!“

 

Nichts für mich, so haben die Töchter entschieden, ist wohl auch das Hören lauter Musik. Während ich neulich so tat, als würde ich ein wenig den Haushalt schmeißen, hörte ich (okay, sehr laut) die Placebo Version von „Daddy Cool“ – als mit einem Male die Musik verstummte.

Die große Tochter stand im Wohnzimmer, den Freund im  Schlepptau, hatte die Musik ausgemacht und erklärte: „Mama, du bist voll peinlich!“

„Natürlich!“, entgegnete ich, „das ist schließlich mein Job als Mama, peinlich zu sein!“

und machte die Musik wieder an, vielleicht noch einen Tacken lauter als zuvor.

„Boaaah, Mama!“, kam nun wieder von Tochterseite „Du bist voll unlustig!“

 

Ich meine, damit erfülle ich alle wichtigen Attribute einer Pubertistenmutter: Unlustig und peinlich!

 

Mal sehen, welche Peinlichkeiten mir heute noch so einfallen.

Auch eine unlustige Mutter möchte hin und wieder schließlich ein wenig Spaß haben!

augenBloglich 30.12.2014, 12.32| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Nachwuchs

Nun ist er raus

So.
Nun steht es also fest.
Dieses Schokobrunnenteil und ich, wir werden uns niemals freundschaftlich entgegenkommen.

Gesäubert war er ja nun. Der Brunnen. Also hätte er gut und gerne - das ist meine persönliche Ansicht - gestern seinen zweiten Dienst absolvieren können und zwar OHNE Probleme, so wie es sich gehört.
Schließlich hatte ich alles daran gesetzt, diese schmierige, eklige, klebrige und unschöne braune Klebemassse von all seinen Teilen zu entfernen.

Ich baute ihn also zusammen. Den Brunnen. Gut, das an sich ist jetzt nicht so schwierig, da man nur drei Teile ineinander stecken muss und die auch gar nicht falsch zusammengesetzt werden können.

Anschließend verfuhr ich exakt wie beim letzten Mal, allein der olle Brunnen wollte nicht.
Höchstwahrscheinlich war er beleidigt oder was und bedurfte hausfraulichen Zuspruchs.
Wenn ich zu einer Sache grundsätzlich nie bereit und in der Lage bin, dann ist es eben diesen Zuspruch zu leisten.
In meinem Haushalt heißt es, friss oder stirb und es überlegen nur die ganz harten Geräte und Pflanzen.

Die Schokolade schmolz, aber floss nicht so recht. Ich war schon minimal angenervt, weil ich wirklich alles anleitungsgetreu ausgeführt hatte, die extra modernen hypertollen Schokopads gekauft hatte und eine Teeniemeute auf die fließende Schokolade wartete.

Die Zeit des Wartens überbrückte ich mit genauen Regieanweisungen für eben diese Meute (und mir war es durchaus egal, dass mein müttlerlicher Coolnessfaktor dadurch bei geschätzten minus 30 anlangte!)

Vertrauen (in die eigenen Töchter und deren Besuchsmädel) ist ja etwas Schönes. Schmierig, klebrige Schokolade an den Wänden hingegen eher nicht.
Also finde ich jetzt.
Also sprach ich: "Lauft  nicht mit dem Zeugs herum und schmiert nicht alles voll!"

Dabei hätte ich wissen und bedenken müssen, dass "alles" ein viel zu vage gefasster Rahmen war.

Die Schokolade tropfte zäh und langsam vor sich hin.
Man hätte nun Öl dazugeben können, aber mal ehrlich, das wäre ja noch schöner gewesen. Direkt den Zicken des Brunnens zu erliegen.
Nö. Wir, also die Mädel jetzt, nahmen mit der zähen Masse Vorlieb und erklärten, es schmecke auch so.

Genau das sah man nach kurzer Zeit auch.

Wenn man eine magnolienfarbene, hochglänzende Küche hat, entdeckt man auch bei stark getrübtem Sehvermögen jeden noch so kleinen Schokospritzer direkt.
Und wir reden ja auch eher von monstermäßig großen Schlieren, die dann zähflüssig ihre Bahnen über Küchenfronten und Bodenfliesen zogen.

Besonders schön ist es, wenn Schokofußabdrücke durch das ganze Haus führen und die Teeniemeute fantasievolle Namen dafür bereit hält und sich, ach was, ekelt.

Zumindest konnte ich so jeden Schritt aller Mädchen nachvollziehen.

Nun kam es ja, wie es kommen musste und auch diesmal musste das Teil gesäubert werden.
Letztes Mal floss die Schokolade ja noch. Das hatte den Vorteil, dass sie auch bei der Reinigung besser floss.
Besser meint hier natürlich nicht sonderlich gut, aber eben wesentlich rasanter als gestern, wo ja mal gar nichts floss, außer meinen imaginären Wuttränen.

Natürlich gab zeitgleich meine Spülmaschine den Geist auf und streikte.
Nicht, dass ich die Maschine für den Schokobrunnen hätte einsetzen können, aber man stelle sich nun vor, wie ich (schokoladenbeschmiert, das blieb nicht aus) an der Spüle stehe und versuche diese elendige zähe Masse von dem Brunnen zu rubbeln  und neben mir die Spülmaschine nicht mehr abpumpen mag und schwallartug dreckiges Wasser von sich spritzt.

Oben voller Schoko, unten voller Dreckwasser stand ich nun also da.
Die Hände, als hätte ich gerade einen Griff in die soeben benutzte Toilette gewagt, die Bluse braungesprenkelt und in einem höchstgradig erregten, um nicht zu sagen latent aggressiven Gemütszustand.

Ich warf die Brunnenteile in die Spüle, sollen die sich doch selber säubern oder was, und widmete mich der Spülmaschine, die E24 zeigte. Nun wusste ich aus dem Steggreif einfach mal nicht, was E24 mir sagen wollte. Also schnell das I-Pad geschnappt, nicht an die schokobeschlierten Finger gedacht, Schlieren gezogen und auf Youtube angeschaut, wie schnell und einfach man eine Abpumppumpe einer Spülmaschine reparieren kann.

Nach geschätzten drei Minuten verwarf ich die Idee der Eigenreparatur wieder und versuchte es mit stundenlangem Drücken der Resettaste, die nicht reagierte.
Also begann ich das Restwasser aus der Maschine zu schöpfen. Was zunächst mit großen Tassen gelang musste später mit Espressotassen fortgesetzt werden und gestaltete sich als abendfüllendes Programm.
Immer, wenn ich die Tassen in der Spüle ausleerte, grinsten mich die Brunnenteile hämisch an.

Sonntag Abend. Es war der letzte Sonntag des Jahres und ich befasste mich (notgedrungen) mit Küchengeräten.

Andere Menschen saßen womöglich bei einem Gläschen Wein auf dem Sofa vor dem Kamin.
Wie langweilig.
Da ist so eine drecksnasse, schokobeschmierte Küche schon aufregende.
Man verbrennt glaub ich auch mehr Kalorien und laut meiner Mutter muss ich ohnehin abnehmen.

Die Maschine war irgendwann leergeschöpft und mir fiel auf, dass das Geschirr darin (also in der Maschine jetzt) noch total dreckig war.

Passte zum Brunnen, dem ich mich nun wieder widmete.
Mit dem bin ich ja durch, erwähnte ich das?

Der schlummert  nun friedlich und sauber in seinem Pappkarton und wird heute seinen Weg auf den Dachboden finden und dort im Exil bleiben.
Für immer.

Mit der Spülmaschine und dem Dachboden wäre das so eine Sache.
Ich habe mich entschieden, sie nicht hochzutragen und den Kundendienst anzurufen.
Soll der sich doch mit E24 auseinandersetzen.
Ich meine, für dieses Jahr reicht es auch mit meinen hausfraulichen  Taten.

Wir werden die Küche braun streichen lassen, nehme ich an.
Besser wäre das.

augenBloglich 29.12.2014, 05.54| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltagskram

Du trennst dich einfach nie allein

Die meist gesehene Geste in den vergangenen Wochen, die meine Gegenüber intuitiv machten, nachdem ich ihnen berichtete, dass ich mich von meinem Mann getrennt habe, war, spontan die Hände vor den weit offenstehenden Mund zu legen.


Wahlweise hörte man zeitgleich ein ungläubiges Stöhnen oder einen entsetzten Ausruf alá „Oh mein Gott!“ oder (mein persönliches Highlight): „Muss das denn sein?“

 


(Nein, es muss natürlich nicht sein. Wir sitzen hier spontan und unüberlegt, aus einer heiteren Laune heraus und geben bekannt, dass wir uns nach 14 Jahren Zusammensein - und mit zwei wundervollen Töchtern gesegnet - trennen!)

 


Häufig schienen die anderen Menschen trostbedürftiger als ich selber und so versicherte ich immer rasch: „Das ist okay so, wirklich!“


Im Großen und Ganzen trennt man sich offensichtlich grundsätzlich nie allein. Die allermeisten Menschen, seien es gute Freunde oder flüchtige Bekannte, haben natürlich eine Meinung zu deiner Trennung und vor allem – ob selber je getrennt oder nicht – wissen die meisten, wie man sich zu trennen hat und wie man sich bitte – das erscheint besonders wichtig – dabei zu fühlen hat.


Ohne die Menschen in Schubladen zwängen zu wollen, haben sich in der vergangenen Wochen folgende Reaktionstypen herauskristallisiert.


Zunächst wären da die weltwichtigsten Menschen und engsten Vertrauten, die hinter einem stehen, es haben kommen sehen, die Qual der letzten Jahre mitverfolgten, den steinigen Weg begleitet haben und nun immer für einen da sind, kompromisslos und wie ein Fels in der Brandung.


Ohne diese Menschen wären die letzten Wochen weitaus bitterer gewesen, es wären sicherlich noch mehr Tränen geflossen und wer weiß, ob nicht im letzten Moment meinerseits ein fataler Rückzieher gemacht worden wäre.


Dann gibt es die Mitleidenden. Die, die sehr betrübt, traurig, manchmal fassungslos reagieren und die helfen möchten, nicht wissen wie und unsagbares Mitleid haben mit uns Betroffenen.


Diese Menschen meinen es allesamt gut mit uns und schon manches Mal konnte ich sie trösten in der Gewissheit, es ist gut so, wie es gekommen ist.


Die Pragmatiker nehmen zur Kenntnis, haken ab und trauen uns zu, dass wir schon wissen, was wir tun. Es gibt, zu Recht, Wichtigeres in ihrem Leben, die Erde dreht sich weiter und letztlich ist eben nur das, was es ist: Eine Trennung im Guten.


Schwierig sind jene, die zornig sind, zaudern und nicht akzeptieren können, dass wir einen anderen als den erhofften Weg gehen. Diejenigen, die mit aller Macht und großer Hysterie versuchen, uns in ungewollte neue Chancen zu zwängen. Die Schuld zusprechen und Vorwürfe auf uns niederprasseln lassen. Glücklicherweise ist dies eine sehr überschaubare Minderheit, eine, die aber offensichtlich am meisten leidet und sich mit dem Gedanken plagt, was mögen wohl die Leute denken?


Wobei sich mir immer direkt und unmittelbar die Frage aufdrängt, von welchen „Leuten“ da die Rede ist?


„Die Leute“ haben mich noch nie interessiert, wenn es um rein persönliche Lebensentscheidungen geht, insofern lasse ich das Problem bei den zornigen Zauderern.


Am spannendsten zu beobachten aber sind die Enttäuschten.


Sie sind nicht etwa enttäuscht darüber, dass unsere Ehe am Ende ist, wir uns freundlich aber bestimmt trennen, nein, sie hofften auf eine klatschwürdige Schlammschlacht, die bislang und hoffentlich auch in Zukunft ausblieb.


Diese Menschen, jahrelang verschollen und nicht gesehen, kommen nun aus ihren „Löchern“ gekrochen  und warten darauf, die skandalträchtigen und klatschwürdigen Details unserer Trennung genüsslich auszuschlachten.


Und nun gibt es nichts zum Ausschlachten – man stelle sich diese Enttäuschung vor


Meist sind es Menschen, die selber eine unschöne Trennung hinter sich haben und nun voller Freude darauf blicken, dass es anderen ja auch so ergehen mag.


In Ermangelung von Streitigkeiten über die sie nun klatschen und tratschen können, diskutieren  sie unseren Weg in epischer Breite und Länge und stellen sämtliche unserer Entscheidungen infrage.


Auch gerne genommen, die Frage nach dem finanziellen Aspekt so einer Trennung. Auch hier große Enttäuschung, wenn das nicht breitgetreten und ausgeschlachtet werden kann.

 

So eine Trennung ist spannend. Sie offenbart nicht nur tiefe Einblicke in einen selbst und den Ex-Partner, sie zeigt schonungslos und deutlich, wer einem wohlgesonnen ist, wer Verständnis hat, wer liebt und akzeptiert und wer lediglich um sich selber kreist.

 

Manchmal ist es schwierig, sich nicht von seinem eigenen Weg abbringen zu lassen, den zugewiesenen Schuldigkeiten auszuweichen bzw. sie zu ignorieren. Dennoch glaube ich fest an unseren Weg.


Es ist, wie ich neulich im Radio hörte 


[Oh Gott, ich zitiere Andreas Bourani, nicht, dass jemand denkt, dies sei meine bevorzugte Musikrichtung! ;-)]

 

„Mein Herz schlägt schneller als deins,
sie schlagen nicht mehr wie eins
Wir leuchten heller allein,
vielleicht muss es so sein“

 

Und jene, die in dieser unvollständigen Auflistung fehlen, sind die, von denen wir nicht wissen, was sie denken und reden, da sie bevorzugt über uns, aber nicht mit uns reden.


Möglicherweise sind dies genau jene „Leute“, von denen ich zuvor gesprochen habe.


Jene, die vielleicht nicht das befreite Gefühl kennen oder je gespürt haben, das durch den Körper fährt, wenn man sich aus lähmenden Bindungen befreit und von der schmerzenden Passivität in eine konstruktive Aktivität gleitet.


Oder denen die Vorstellungskraft fehlt daran zu glauben, dass man sich einvernehmlich und freundschaftlich trennen kann.


Sie tun mir Leid, diese Menschen. Aber mein Leben ist zu wichtig für mich, um ihnen eine gute Show zu bieten.


Nein, man trennt sich nicht allein, weil zu viele Menschen mitbetroffen sind.

Aber letzlich trennt man sich zumindest "für einen selbst!" Und das ist gut so!

augenBloglich 28.12.2014, 11.09| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Die Sache mit dem Schokobrunnen

Die Sache mit dem Schokobrunnen hat sich dann eigentlich, praktisch schon direkt erledigt. Natürlich genossen die fünfzehn  Gäste der gestrigen Geburtstagsfeier des Kindes die klebrige, süße Masse und hielten eifrig gesundes Obst unter die ungesunde Schokolade.


(Ich persönlich ließ ja das gesunde Obst direkt weg, mein Körper ist so viele Vitamine an Weihnachten einfach nicht gewohnt!)


Man sah auch über das wirklich nervtötende, grummelnde Motorengeräusch hinweg. (Nicht, dass es mich groß gestört hätte, meine Hörgeräte fristen weiterhin ihr Dasein im Aktenschrank).

Die Schokolade verteilte sich klecksender und durchaus sehr schmieriger Weise mal hier mal dort im Hause und besser war, man dachte nicht weiter über Konsistenz und Farbe nach.

Jedenfalls war das Teil durchaus der Renner, unabhängig vom Alter der Gäste waren alle schlichtweg begeistert und angetan.


Wir sprechen jetzt mal nicht darüber, welche horrende Summen wir für frische Erdbeeren zu Weihnachten ausgegeben haben.


Nun gut. Der Schokobrunnen ward geliebt und was tut man nicht alles, um das Kind zum 13. Geburtstag zu beglücken?

Nun stellte sich irgendwann jedoch die Frage nach der Säuberung besagten Brunnens.

Nicht, dass ich persönlich jetzt die Frage aufgeworfen hätte, mir fehlt da definitiv das Hausfrauengen, aber der Nochschwiegervater warf die Frage in die Runde und es entspann sich eine lustige Diskussion über die optimale Säuberungsart.


Letztlich wurde ich aufgefordert doch einfach mal in der Anleitung nachzulesen. So kam es also, dass am 1. Weihnachtstag die Großfamilie andächtig zusammensaß. Während andere Familien möglicherweise zu diesem Zeitpunkt und Anlass die Weihnachtsgeschichte vorlesen und altes Liedgut zum Besten geben, las ich nun also aus der Anleitung des Schokobrunnens.


Leider stand dort zu lesen, man möge das Teil ausschalten (ach was?) und nur kurz abkühlen lassen. Die Restschokolade dürfe nicht an all den Schnörkelteilen erkalten.


Dies wiederrum führte dazu, dass ich mich alsbald mit dem Nochschwiegervater an der Spüle wiederfand und wir mit vereinten Kräften und unter dem Gejohle (und natürlich den wahnsinnig hilfreichen Tipps) der anderen Gäste  - gelobt sei die offene Küche – diesen ollen Brunnen versuchten zu säubern.

Zunächst war das Spültuch mal direkt hinüber. Die braune, klebrige und durchaus auch eklige Restschokolade schmierte überall herum. Überall.

Nichts war mit: Leicht abwaschen und nur mit dem feuchten Tuch drüberwischen.

Ich wischte mich praktisch aus dem Leben, mit dem Erfolg, dass meine hellblaue Bluse sehr rasch braungesprenkelt war.

Die Schokolade schmierte von hier nach dort, hatte aber durchaus nicht die Absicht, diese komischen Kaskaden des Brunnes ohne Kampf zu verlassen.


Also kämpfte ich ebenfalls. Lappen um Lappen, Zewa um Zewa rubbelte ich hektischer an den Teilen herum, nur um endlich diesen Schmonz loszuwerden.

Dabei schwappte es hierhin und dorthin und ich sah letztlich aus, als hätte ich persönlich unter dem Brunnen gestanden und eine Schokodusche genommen.

Überhaupt eine Frechheit, dass man die Einzelteile nicht einfach in die Spülmaschine stecken kann und fertig.


Die Säuberung gelang – also irgendwann jetzt und unter Aufbringung all meiner Nerven – hatte aber durchaus den Nachteil, dass nun die Spüle, Rückwand, Küche an und für sich, herumliegendes Restgeschirr sowie der Fußboden braun gesprenkelt sind.


Mit dem Thema bin ich persönlich durch.


So gerne die Gäste gegessen und genossen hatten – niemand wollte das Teil geschenkt bekommen. Ich bot es an, ich pries es an. Allein, niemand mochte es haben und es fiel direkt das Wort Ebay Kleinanzeigen.

Dies führte zu großer Empörung bei der frisch 13jährigen, die ja übermorgen erneut Gäste erwartet – eine pubertäre Schar – und denen, wie soll es anders sein, versprochen hat, der Schokobrunnen käme zum Einsatz.


Ich freue mich.


Andererseits: Die Küche müsste eventuell ohnehin mal renoviert werden!

augenBloglich 26.12.2014, 06.46| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Alltagskram

Veränderungen

Da hat das Leben einfach kurzzeitig vergessen, mich zu fragen, wie ich das letzte Jahr eigentlich im Sinn gehabt hätte….


Mit 45, so dachte ich gänzlich naiv und fälschlicherweise, würde mein Leben geruhsam, angenehm und gemächlich dahinplätschern. Angekommen dort, wo ich angelangen wollte und nun genießend, was ich mir erarbeitet hatte.


Allein das Leben hatte andere Pläne, nur vergessen, mich vorab einzuweihen.


Als da wäre mein maroder Körper. Hier und da streikte so das ein oder andere Organ, zickte und herum und war darauf bedacht, mehr Aufmerksamkeit von mir zu erlangen.

Ich gehe davon aus, dass die ein oder andere Körperstelle darauf aus war, dass ich nun endlich (mit 45 wird es wohl Zeit), den Sport für mich entdecken würde.

Nachdem das trotz aller Zickerei nicht gelungen ist – ich kann da durchaus sehr stur sein- landete ich bei der Krankengymnastik.


Krankengymnastik ist genaugenommen auch so etwas wie Sport, zumindest fühlt es sich so an. Der Unterschied ist der: Man kann einfach nicht mogeln und so tun als ob. Ständig hat man jemanden an der Seite, der darauf achtet, dass man wirklich tut, was einem gesagt wird. Krankengymnastik ist folglich sehr viel anstrengender als Sport, aber bitte, das hat mir meine Sturheit nun eingebracht.


Die Sache mit dem Hautkrebs war so an und für sich auch nicht wirklich eingeplant gewesen. Mein Gesicht wäre ganz gut ohne ausgekommen, gut, aber auch da hat mich niemand um Rat gefragt, wobei ich sicher das ein oder andere dazu zu sagen gehabt hätte.

Ich verstehe diese Ignoranz mir gegenüber auch gar nicht. Als ob man beim eigenen Körper nicht wenigstens minimal mitzureden hätte.

Ja, sicher, wenn man mich mitreden lässt, kann das in anderseitige Ignoranz ausarten, wie das Beispiel mit den Hörgeräten zeigt. Natürlich höre ich mit den Teilen besser, aber das ist durchaus nicht immer von Vorteil – wie ich schnell bemerkte und begriff. Kurzzeitig waren mir die Teile sogar verloren gegangen, bis ich entdeckte, dass ich einen wunderbaren Platz im Aktenschrank für sie geschaffen hatte.


Und dann wären da noch diese nicht diagnostizierbaren Brustkrämpfe, die mich hin und wieder plagen und mir eine sorgenvolle Nacht im Krankenhaus einbrachten mit dem Verdacht auf einen Herzinfarkt.

Glücklicherweise war es keiner, nur ein weiterer Warnschuss, den ich dann durchaus ernst genommen habe.


45 und mein Körper drangsaliert mich. „Du wirst alt, Kind“, sprach meine Mutter und verwies direkt darauf, dass ich bitte doch auch abzunehmen hätte….

 

Dabei fühle ich mich gar nicht wie 45.

Nicht, dass ich wüsste, wie sich das anfühlen müsste, ich meine, ich war zuvor ja noch nie 45 und übe das jetzt erst seit August, aber mir scheint, dass ich innerlich eher pubertiere.

Überhaupt erscheint mir 45 die zweite Pubertät zu sein. Da sprießen wieder Pickel, es wachsen einen schwarze Haare am Kinn (okay, das ist jetzt eher vielleicht ein Altersproblem und wenig pubertär, aber weiß man, was so eine  45er Pubertät mit sich bringen kann?).


Dann die Sache mit der Liebe. Vergessen wir es einfach. Auch ich habe nun begriffen, dass die Sache mit dem Prinzen eher nur in Filmen zu finden ist.

(Fairerweise muss ich gestehen, dass ich persönlich auch ein klein wenig weit weg bin vom Prinzessinnenideal.)


Kurz auf den Punkt gebracht: 2014 war irgendwie ein krankes Jahr.


Dabei sprachen wir noch nicht von all den beruflichen Baustellen, die das Jahr so neben den privaten Abstürzen mit sich brachte.

Praktisch flog ich nahezu von einem Tief ins nächste und hätte ich nicht besonders liebe Menschen an meiner Seite gehabt, wäre ich möglicherweise nie wieder herausgekommen aus diesen Absturzstellen.

 

2014 hatte aber auch viele fröhliche Momente und Augenblicke voller Lachen und Leben, die all die Tränen vergessen ließen.


Überhaupt Tränen. Hat der Körper das irgendwie so eingerichtet, dass man mit 45 eher heult? Nein, wir reden hier auf keinen Fall über hormonelle Problemchen oder gar sowas wie die Wechseljahre.


Wobei, wenn ich es mir recht überlege, ist Wechseljahre vielleicht genau der passende Begriff für diesen Lebensmoment.

Veränderungen, Lebensformwechsel, neue Wege … mal abgesehen von den Hormonpartys, die da ungefragt in mir gefeiert werden, meint Wechseljahre vielleicht auch nichts anderes, als sein Leben einfach noch einmal radikal zu ändern.


Entgegen allen Ängsten, körperlichen Zickereien, Tränen und Unabwägbarkeiten, den Mut zu haben, sich von Altem und Bewährtem, Vertrautem und Sicherheit gebenden zu trennen, um  Reißaus zu nehmen vor der lähmenden Gewöhnung.

Veränderungen können weh tun, aber auch sehr heilsam sein.


Und nein, ich rede immer noch nicht vom Sport, auch wenn das (theoretisch jetzt) passen würde.


Ich rede einfach davon, das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen und sich auf den Weg zu machen, glücklich zu sein.



2015 kann kommen!

Ich wäre dann so weit…..

 

augenBloglich 25.12.2014, 08.33| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

Über das Glücklichsein

Eine ganz besondere Freundin erwähnte neulich, sie habe darüber nachgedacht, welche Menschen aus ihrer Umgebung eigentlich richtig glücklich wären. Sie konnte genau eine Person benennen, von der sie meinte, diese sei glücklich und daraufhin beschloss jene Freundin, sie sei ebenfalls glücklich.


Ich fand diese Aussage aus zwei Gründen sehr bemerkens- und vor allem nachdenkenswert. Zum einen gehörte ich offensichtlich zu dem Personenkreis, der als nicht glücklich, demnach also als unglücklich (?) angesehen wurde und des Weiteren stolperte ich über den simplen Beschluss, glücklich sein zu wollen…


Mich ließ das Thema nicht los, da ich, wenn ich die Wahl hätte, unglaublich gerne ein Mensch wäre, der sein inneres Glück nach außen strahlen könnte. Am Abend selber kamen wir nicht mehr auf dieses Thema zurück, sondern besprachen -bei dem ein oder anderen Glas Wein - andere, nicht weniger wichtige Themen.

Es lag jedoch nahe, darüber nachzudenken, was genau Glück eigentlich ist. So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so differenziert werden höchstwahrscheinlich unsere Definitionen von „Glück“ ausfallen. Erfahrungsgemäß kann ich für mich behaupten, dass Glück kein permanenter, allumfassender Dauerzustand ist, sondern sich eher in vielen kleinen Momenten und Augenblicken zu erkennen gibt.

Im Alltagstrubel übersehe ich das Glück nur viel zu schnell, viel zu leicht und leider auch viel zu oft. Ist der Kopf randvoll gefüllt mit Plänen, kleinen oder größeren Sorgen oder Ärgernissen, Terminen und dem ganz alltäglichen Beschäftigungen, fällt es zuweilen schwer, Glück empfinden zu können. Die innere Hetze, die eigene gedankliche Mobilität und das permanente alltägliche Organisieren lässt mitunter wenig Raum für das, was wir allgemein als Glück bezeichnen.
Das bedeutet nicht, dass das Glück nicht vorhanden ist, lediglich, dass es schwer hat, sich durch den Alltag zu kämpfen und sichtbar zu werden.
Dieses dichte und wüste gedankliche Kopfgedränge zerquetschen das Glück hin und wieder. Und dennoch stiehlt es sich, heimlich, still und leise dann und wann an die Oberfläche und zeigt sich in seiner warmen und beseelenden Präsenz. Und es sind jene Momente und Augenblicke, die uns dann wieder durch die nächsten Termine, Alltäglichkeiten, Sorgen und durch die Hektik des Alltags tragen.


Sonderbarerweise – oder vielleicht ist es gar nicht so sonderbar, wie es mir erscheint – sind es nicht immer die großartigen Momente, in denen das Glück sich berieselnd durch den Körper schleicht. Meistens zeigt es sich, wenn ich gar nicht damit rechne. Nicht bei einer außergewöhnlichen Reise oder wenn das Konto prall gefüllt ist.

Nein, ich muss nichts weiter tun, als faul, träge und mit zerzausten Haaren in einem alten T-Shirt im Bett zu liegen, von Büchern umgeben und stundenlang zu lesen….

Ich sah nicht gerade aus, als wollte ich so das Glück empfangen. Um nicht zu sagen, ich war gar ungeduscht und der Wein des Vorabends saß mir noch in den Gesichtsfalten. Von Büchern umgeben, eine Flasche Wasser am Bett stehend, las ich gerade „Eat, pray and love“ aus, als es zu Besuch kam.

Das Glück.

Ich hatte es - unfreundlicherweise – gar nicht eingeladen. Es kam einfach spontan vorbei und zeigte sich in diesem unglaublich warmen und zufriedenem Gefühl, das einen wissen lässt, es ist alles in Deinem Leben gut und Du bist an der Stelle in Deinem Leben, an der Du sein solltest und möchtest.

Der Augenblick war gänzlich frei von Plänen, Gedankenstürmen oder –kämpfen, Sorgen, Ängsten, Unsicherheiten. Ich lag einfach nur entspannt da, hatte nichts weiter zu tun und bekam diesen kleinen, subtilen inneren Tritt, der es einem ermöglicht, das eigene Leben gleichsam von außen zu betrachten, gänzlich entspannt, um zu erkennen, alles ist gut, so wie es ist.

Und die Gedanken an alles, was das Glück in meinem Leben ausmacht, purzelten nacheinander, ordentlich in Reih und Glied, aus meinem Herzen, hinein in meinen Kopf. Dort schlummern sie nun und sind jederzeit abrufbar, wobei das Herz nun Platz gemacht hat für neue, weitere, glückliche Herzmomente.

Und nun liegt es an mir, sie hervorzuholen, diese Momente und in ihnen zu baden, sich mit ihnen zu umgeben und aus ihnen Kraft zu schöpfen.

Natürlich bin ich glücklich.

Solange das Glück sich hin und wieder zu mir schleicht, sich offenbart und mir diesen kleinen, festen Tritt gibt, bin ich ein glücklicher Mensch, der von diesen Momenten zehren kann.

Es kommt jedoch immer nur dann, wenn ich nicht hartnäckig und beständig danach suche. Einmal aufgetaucht versucht es mir deutlich zu machen, dass es mich immer umgibt. In jedem Lachen, in jedem Gedanken, in dem, was ich sehe und dem, was ich tue. Es ist nur mein Blick, der manchmal, viel zu oft, zu getrübt ist, um das Glück zu erkennen. Ich kann nicht beschließen glücklich zu sein.

Ich kann nur versuchen, meinen Blick zu klären und zu schärfen und das Glück zu sehen und zu erkennen. Glück ist niemals Passivität. Es liegt an mir selber, es aktiv in mein Leben einzubeziehen und mich in den düsteren Augenblicken des Lebens just daran zu erinnern…..

augenBloglich 03.03.2014, 11.46| (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gedanken

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Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25