Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Alltagskram

Küchengenüsse

Es gibt Menschen, die kochen.
Und es gibt mich.

Immerhin esse ich gerne, was ja mit dem Kochen an sich recht nah verwandt ist.
Als treusorgende Mutter habe ich auch mal eine ganze Weile gekocht - also quasi bis zu jenem Moment, wo die Geschmacksnerven der Kinder ausgewachsen waren und sie diese bewusst wahrnehmen konnten.

Danach ließ die Kochmotivation relativ schnell nach.
Die Essmotivation hingegen nahm das keinesfalls als Anlass, sich auch aus dem Staub zu machen.

Gestern nun fand ich bei Pinterest das Bild eines Salates, den ich unbedingt essen wollte.

In Ermangelung eines bereitwilligen Kochs stellte ich mich also gerade eben selbst in die Küche, irritiert zur Kenntnis genommen durch das älteste Kind.

Wir sprechen jetzt einfach mal nicht davon, dass die Nudeltüte platzte und der Inhalt sich über den Herd und den Fußboden ergoss.
Wäre das mit den bereits gekochten Nudeln passiert, wäre die Sauerei perfekt gewesen, so ließ sich das Malheur schnell richten.

Das Problem mit dem Kochen ist ja auch diese mengenmäßig angegebene Zutatenliste in den Rezepten.
Ich wiege nichts ab. Grundsätzlich nicht. Also Rezepte, die nur gelingen, wenn man sich an jedes Milligramm einer Zutat hält sind nichts für mich.
Mir reicht da eine grobe Liste und der Rest gehört dann eher in den Bereich der Kochkreativität.

Ich kann also zu dem Rezept nicht viel sagen, da ich pi mal Daumen alles zusammengeworfen habe.
Aber mir schmeckte die Mischung zumindest.

Ich gehe davon aus, dass die anwesende Jugend den Salat jedoch ungenießbar finden wird.
Nun gut, bleibt mehr für mich.







augenBloglich 02.01.2015, 13.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nun ist er raus

So.
Nun steht es also fest.
Dieses Schokobrunnenteil und ich, wir werden uns niemals freundschaftlich entgegenkommen.

Gesäubert war er ja nun. Der Brunnen. Also hätte er gut und gerne - das ist meine persönliche Ansicht - gestern seinen zweiten Dienst absolvieren können und zwar OHNE Probleme, so wie es sich gehört.
Schließlich hatte ich alles daran gesetzt, diese schmierige, eklige, klebrige und unschöne braune Klebemassse von all seinen Teilen zu entfernen.

Ich baute ihn also zusammen. Den Brunnen. Gut, das an sich ist jetzt nicht so schwierig, da man nur drei Teile ineinander stecken muss und die auch gar nicht falsch zusammengesetzt werden können.

Anschließend verfuhr ich exakt wie beim letzten Mal, allein der olle Brunnen wollte nicht.
Höchstwahrscheinlich war er beleidigt oder was und bedurfte hausfraulichen Zuspruchs.
Wenn ich zu einer Sache grundsätzlich nie bereit und in der Lage bin, dann ist es eben diesen Zuspruch zu leisten.
In meinem Haushalt heißt es, friss oder stirb und es überlegen nur die ganz harten Geräte und Pflanzen.

Die Schokolade schmolz, aber floss nicht so recht. Ich war schon minimal angenervt, weil ich wirklich alles anleitungsgetreu ausgeführt hatte, die extra modernen hypertollen Schokopads gekauft hatte und eine Teeniemeute auf die fließende Schokolade wartete.

Die Zeit des Wartens überbrückte ich mit genauen Regieanweisungen für eben diese Meute (und mir war es durchaus egal, dass mein müttlerlicher Coolnessfaktor dadurch bei geschätzten minus 30 anlangte!)

Vertrauen (in die eigenen Töchter und deren Besuchsmädel) ist ja etwas Schönes. Schmierig, klebrige Schokolade an den Wänden hingegen eher nicht.
Also finde ich jetzt.
Also sprach ich: "Lauft  nicht mit dem Zeugs herum und schmiert nicht alles voll!"

Dabei hätte ich wissen und bedenken müssen, dass "alles" ein viel zu vage gefasster Rahmen war.

Die Schokolade tropfte zäh und langsam vor sich hin.
Man hätte nun Öl dazugeben können, aber mal ehrlich, das wäre ja noch schöner gewesen. Direkt den Zicken des Brunnens zu erliegen.
Nö. Wir, also die Mädel jetzt, nahmen mit der zähen Masse Vorlieb und erklärten, es schmecke auch so.

Genau das sah man nach kurzer Zeit auch.

Wenn man eine magnolienfarbene, hochglänzende Küche hat, entdeckt man auch bei stark getrübtem Sehvermögen jeden noch so kleinen Schokospritzer direkt.
Und wir reden ja auch eher von monstermäßig großen Schlieren, die dann zähflüssig ihre Bahnen über Küchenfronten und Bodenfliesen zogen.

Besonders schön ist es, wenn Schokofußabdrücke durch das ganze Haus führen und die Teeniemeute fantasievolle Namen dafür bereit hält und sich, ach was, ekelt.

Zumindest konnte ich so jeden Schritt aller Mädchen nachvollziehen.

Nun kam es ja, wie es kommen musste und auch diesmal musste das Teil gesäubert werden.
Letztes Mal floss die Schokolade ja noch. Das hatte den Vorteil, dass sie auch bei der Reinigung besser floss.
Besser meint hier natürlich nicht sonderlich gut, aber eben wesentlich rasanter als gestern, wo ja mal gar nichts floss, außer meinen imaginären Wuttränen.

Natürlich gab zeitgleich meine Spülmaschine den Geist auf und streikte.
Nicht, dass ich die Maschine für den Schokobrunnen hätte einsetzen können, aber man stelle sich nun vor, wie ich (schokoladenbeschmiert, das blieb nicht aus) an der Spüle stehe und versuche diese elendige zähe Masse von dem Brunnen zu rubbeln  und neben mir die Spülmaschine nicht mehr abpumpen mag und schwallartug dreckiges Wasser von sich spritzt.

Oben voller Schoko, unten voller Dreckwasser stand ich nun also da.
Die Hände, als hätte ich gerade einen Griff in die soeben benutzte Toilette gewagt, die Bluse braungesprenkelt und in einem höchstgradig erregten, um nicht zu sagen latent aggressiven Gemütszustand.

Ich warf die Brunnenteile in die Spüle, sollen die sich doch selber säubern oder was, und widmete mich der Spülmaschine, die E24 zeigte. Nun wusste ich aus dem Steggreif einfach mal nicht, was E24 mir sagen wollte. Also schnell das I-Pad geschnappt, nicht an die schokobeschlierten Finger gedacht, Schlieren gezogen und auf Youtube angeschaut, wie schnell und einfach man eine Abpumppumpe einer Spülmaschine reparieren kann.

Nach geschätzten drei Minuten verwarf ich die Idee der Eigenreparatur wieder und versuchte es mit stundenlangem Drücken der Resettaste, die nicht reagierte.
Also begann ich das Restwasser aus der Maschine zu schöpfen. Was zunächst mit großen Tassen gelang musste später mit Espressotassen fortgesetzt werden und gestaltete sich als abendfüllendes Programm.
Immer, wenn ich die Tassen in der Spüle ausleerte, grinsten mich die Brunnenteile hämisch an.

Sonntag Abend. Es war der letzte Sonntag des Jahres und ich befasste mich (notgedrungen) mit Küchengeräten.

Andere Menschen saßen womöglich bei einem Gläschen Wein auf dem Sofa vor dem Kamin.
Wie langweilig.
Da ist so eine drecksnasse, schokobeschmierte Küche schon aufregende.
Man verbrennt glaub ich auch mehr Kalorien und laut meiner Mutter muss ich ohnehin abnehmen.

Die Maschine war irgendwann leergeschöpft und mir fiel auf, dass das Geschirr darin (also in der Maschine jetzt) noch total dreckig war.

Passte zum Brunnen, dem ich mich nun wieder widmete.
Mit dem bin ich ja durch, erwähnte ich das?

Der schlummert  nun friedlich und sauber in seinem Pappkarton und wird heute seinen Weg auf den Dachboden finden und dort im Exil bleiben.
Für immer.

Mit der Spülmaschine und dem Dachboden wäre das so eine Sache.
Ich habe mich entschieden, sie nicht hochzutragen und den Kundendienst anzurufen.
Soll der sich doch mit E24 auseinandersetzen.
Ich meine, für dieses Jahr reicht es auch mit meinen hausfraulichen  Taten.

Wir werden die Küche braun streichen lassen, nehme ich an.
Besser wäre das.

augenBloglich 29.12.2014, 05.54 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Sache mit dem Schokobrunnen

Die Sache mit dem Schokobrunnen hat sich dann eigentlich, praktisch schon direkt erledigt. Natürlich genossen die fünfzehn  Gäste der gestrigen Geburtstagsfeier des Kindes die klebrige, süße Masse und hielten eifrig gesundes Obst unter die ungesunde Schokolade.


(Ich persönlich ließ ja das gesunde Obst direkt weg, mein Körper ist so viele Vitamine an Weihnachten einfach nicht gewohnt!)


Man sah auch über das wirklich nervtötende, grummelnde Motorengeräusch hinweg. (Nicht, dass es mich groß gestört hätte, meine Hörgeräte fristen weiterhin ihr Dasein im Aktenschrank).

Die Schokolade verteilte sich klecksender und durchaus sehr schmieriger Weise mal hier mal dort im Hause und besser war, man dachte nicht weiter über Konsistenz und Farbe nach.

Jedenfalls war das Teil durchaus der Renner, unabhängig vom Alter der Gäste waren alle schlichtweg begeistert und angetan.


Wir sprechen jetzt mal nicht darüber, welche horrende Summen wir für frische Erdbeeren zu Weihnachten ausgegeben haben.


Nun gut. Der Schokobrunnen ward geliebt und was tut man nicht alles, um das Kind zum 13. Geburtstag zu beglücken?

Nun stellte sich irgendwann jedoch die Frage nach der Säuberung besagten Brunnens.

Nicht, dass ich persönlich jetzt die Frage aufgeworfen hätte, mir fehlt da definitiv das Hausfrauengen, aber der Nochschwiegervater warf die Frage in die Runde und es entspann sich eine lustige Diskussion über die optimale Säuberungsart.


Letztlich wurde ich aufgefordert doch einfach mal in der Anleitung nachzulesen. So kam es also, dass am 1. Weihnachtstag die Großfamilie andächtig zusammensaß. Während andere Familien möglicherweise zu diesem Zeitpunkt und Anlass die Weihnachtsgeschichte vorlesen und altes Liedgut zum Besten geben, las ich nun also aus der Anleitung des Schokobrunnens.


Leider stand dort zu lesen, man möge das Teil ausschalten (ach was?) und nur kurz abkühlen lassen. Die Restschokolade dürfe nicht an all den Schnörkelteilen erkalten.


Dies wiederrum führte dazu, dass ich mich alsbald mit dem Nochschwiegervater an der Spüle wiederfand und wir mit vereinten Kräften und unter dem Gejohle (und natürlich den wahnsinnig hilfreichen Tipps) der anderen Gäste  - gelobt sei die offene Küche – diesen ollen Brunnen versuchten zu säubern.

Zunächst war das Spültuch mal direkt hinüber. Die braune, klebrige und durchaus auch eklige Restschokolade schmierte überall herum. Überall.

Nichts war mit: Leicht abwaschen und nur mit dem feuchten Tuch drüberwischen.

Ich wischte mich praktisch aus dem Leben, mit dem Erfolg, dass meine hellblaue Bluse sehr rasch braungesprenkelt war.

Die Schokolade schmierte von hier nach dort, hatte aber durchaus nicht die Absicht, diese komischen Kaskaden des Brunnes ohne Kampf zu verlassen.


Also kämpfte ich ebenfalls. Lappen um Lappen, Zewa um Zewa rubbelte ich hektischer an den Teilen herum, nur um endlich diesen Schmonz loszuwerden.

Dabei schwappte es hierhin und dorthin und ich sah letztlich aus, als hätte ich persönlich unter dem Brunnen gestanden und eine Schokodusche genommen.

Überhaupt eine Frechheit, dass man die Einzelteile nicht einfach in die Spülmaschine stecken kann und fertig.


Die Säuberung gelang – also irgendwann jetzt und unter Aufbringung all meiner Nerven – hatte aber durchaus den Nachteil, dass nun die Spüle, Rückwand, Küche an und für sich, herumliegendes Restgeschirr sowie der Fußboden braun gesprenkelt sind.


Mit dem Thema bin ich persönlich durch.


So gerne die Gäste gegessen und genossen hatten – niemand wollte das Teil geschenkt bekommen. Ich bot es an, ich pries es an. Allein, niemand mochte es haben und es fiel direkt das Wort Ebay Kleinanzeigen.

Dies führte zu großer Empörung bei der frisch 13jährigen, die ja übermorgen erneut Gäste erwartet – eine pubertäre Schar – und denen, wie soll es anders sein, versprochen hat, der Schokobrunnen käme zum Einsatz.


Ich freue mich.


Andererseits: Die Küche müsste eventuell ohnehin mal renoviert werden!

augenBloglich 26.12.2014, 06.46 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

In Sekundenschnelle

Ich besitze nicht unbedingt viele Talente, aber die, die ich mein eigen nennen darf dafür in außerordentlicher Qualität.
So bin ich beispielsweise in der Lage - und das in Sekundenschnelle - eine ganze Wohnung in ein undurchdringliches Chaos zu verwandeln.

Falls jemand schon immer den innigen Wunsch verspürt haben sollte, mir dies nachzutun, werde ich sehr gerne beschreiben, wie man vorgehen muss.....

Zunächst fiel mir gestern ein, dass ich bügeln müsste. Ich baute das Bügelbrett auf und umringte es mit drei großen Klappkisten voller Bügelwäsche.
Nun kam es aber so, dass mich der Anblick eben dieser Klappkistenwäsche enorm deprimierte und ich beschloss, Musik anzumachen, damit es ein wenig fröhlicher würde und auf dass meine Stimmung sich erhellte.

Auf dem Weg zum CD Regal, naja, Weg wäre übertrieben, da es genau über dem Bügelbrett hing, dachte ich mir aber dann, ich könnte doch besser sofort alle CDs in Umzugskisten packen.
Beim Versuch, eine CD aus dem Regal zu friemeln, kamen mir etliche hundert entgegen und überfluteten nun Bügelbrett und Boden.
Aufgrund dieser unschönen Tatsache, war ich leider gezwungen, das Bügeln zunächst zu verschieben.

Beim wirklich lobenswerten Versuch, die CDs nun in eine Kiste zu packen, fiel mir als erstes der Soundtrack von "Stadt der Engel" in die Hand und ich wollte nur mal rasch nachsehen, ob wir eigentlich den Film als DVD auch im Hause haben.....

Der Schrank mit den DVDs entpuppte sich jedoch als so interessant, dass ich meine Pläne umwarf und mich nun zuerst den DVDs widmete.
Die Idee, alle DVDs auf dem Boden zu verteilen, hielt ich zwecks Übersichtlichkeit für eine sehr gute und saß ich inmitten eines CD und DVD Meeres und schwelgte in nostalgischen Erinnerungen.

Nachdem die Nostalgie sich dann ein wenig abgenutzt hatte, holte ich einen Müllsack, um alle CDs und DVDs zu entsorgen, die nicht mehr gebraucht werden würden.
Dabei fiel mir auf, dass irgendjemand Erdnüsse im kompletten Schrank verstreut hatte und so wurschelte ich zunächst die Erdnüsse aus allen Ritzen, um diese zu entsorgen.

Ehrlich gesagt ist es mir schleierhaft, wie es geschehen konnte, aber irgendwie gerieten dabei alte Teller ins Rutschen und ich musste sie auffangen, ehe sie am Boden zersplitterten.
Also entsorgte ich nun erst einmal die alten Teller, die kein Mensch mehr brauchen würde und geriet kurzzeitig ins Grübeln darüber, in welchen Müll man  denn diese nun steckt.
Dabei fielen mir meine uralten Leonardo Gläser ins Auge und ich konnte es kaum fassen, dass die nach wie vor in meinem Besitz sind. Nein, waren, denn nun liegen sie in der Altglaskiste.
Also diese Gläser mit den winzig kleinen goldenen Möwen darauf, die zu Zeiten meiner Jugend absolut in waren.
Warum ich all diese Gläser, von denen übrigens keines mehr in Ordnung war, mit allen Sprüngen und herausgebrochenen Ecken und Kanten nicht schon längst weggeworfen hatte erschließt sich mir nach wie vor nicht.

Nachdem ich nun die erste Altglaskiste eröffnet hatte, bot es sich an, an dieser Stelle weiterzumachen und ich entleerte alle seit zehn Jahren auf dem Schrank stehenden und niemals verwerteten Flaschen mit unleckeren alkoholischen Inhalten.

Obwohl ich dazu in die Küche ging, stank die Wohnung anschließend wie eine Eckkneipe um Mitternacht und allein vom Atmen konnte man angeschickert werden.
Dafür war nun bereits die zweite Altglaskiste gefüllt und ich entschied mich eine dritte zu füllen, in dem ich alle Gläser, die der Wohnzimmerschrank zu hergab dort hineinfüllte.
Dabei überfiel mich nicht unbedingt ein Gefühl des Verlustes, da sämtliche Gläser irgendwie nicht zusammen passten, beschädigt waren oder diesen stumpfen Schlierenrand der Spülmaschine aufwiesen, der immer so schön belegt, dass die Besitzer zu faul waren, um mit der Hand zu spülen.

Immerhin hatte ich so in aller Kürze die eine Hälfte des Wohnzimmerschrankes geleert.
Um mich herum sah es mittlerweile so aus:



Mir kam der Spruch in den Sinn, nur ein Genie beherrscht das Chaos und ich setzte mich ersteinmal zu einer kurzen Essenspause an den Tisch, um auf das Genie zu warten.

Glücklicherweise weile ich an diesem Wochenende ja ganz alleine zu Hause, da sämtliche anderen Familienmitglieder sich entweder mit und bei den Großeltern vergnügen bzw. ziemlich auswärts arbeiten müssen.

Der Versuch, das Chaos auszusitzen misslang und ich wetterte kurzzeitig über die nicht anwesende Familie, die Unordnung, den Umzug, das neue Haus und das Leben an sich.

Überhaupt, wieso stand da noch die Suppe von gestern auf dem Couchtisch? Hatte ich meinen werten Kindern nicht immer und immer gepredigt und somit vermeintlich beigebracht, dass sie bitte ihren Kram selber abräumen sollen?

Nachdem ich kurz über die Schwierigkeiten der Erziehung sinnierte, beschloss ich konsequenterweise, die stinkende Suppe zu ignorieren und  stehen zu lassen bis die Esserin wieder daheim wäre, um abräumen zu können.

Allerdings fehlte mir der Tischplatz, da ich ja auch irgendwo noch die DVDs, CDs, das Geschirr und all den anderen Kram sortieren musste.

Ich stakste durch den bemüllten Boden und dabei fiel mein Blick auf unzählige leere Keksdosen. So Weihnachtsgedönsdosen, in die wir eigentlich immer unsere Weihnachtsplätzchen legen.
Da das Backen in diesem Jahr ausfällt, entsorgte ich die Dosen kurzerhand allesamt, was wie immer ein tief befreiendes Gefühl auslöste.

Auf dem Weg zu den Umzugskisten schaute ich noch rasch (mal eben) in die vier Schubladen des Gatten und entschied, den Inhalt komplett und unsortiert in eine Kiste zu packen.
Anders war dies auch gar nicht möglich, da der Inhalt aus ineinanderverschlungenen Kabeln, Drähten, Spielen, Lenkrädern und eben so einem Zeug bestand.
Nahm man ein Kabel hoch, leerte sich die Schublade wie von Zauberhand selber, da sämtliches anderes Gedöns daran hing.
Also propfte ich alles in eine Umzugskiste, die ich selbstverständlich beschriftete:

KRAM

Und natürlich den Namen des Gatten dahinter.
Mir mangelte es an Zeit, mich näher mit diesem Kram auseinanderzusetzen.
Voller Stolz schob ich die erste gepackte Kiste des gestrigen Tages in die Kistenecke.
Dabei kam mir die Idee, eine Kistenecke, eine Müllecke, eine Altglasecke und überhaupt so Ecken in der alten Wohnung einzurichten.

Leider zertrat ich unentwegt irgendwelche CDs und DVDs. Das hatte jedoch den einen Vorteil, dass ich sie sofort entsorgen konnte.
So füllten sich zwar die Müllsäcke, nicht aber unsere Kisten.

Außer natürlich die Altglaskisten:



Nachdem sich nun einmal eine Struktur abzeichnete, konnte ich nach und nach die Ecken füllen.



Während des Einfüllens der verbliebenen DVDs in eine Kiste, fiel mein Blick auf die Gardinen, die eigentlich nicht mit umziehen und ich nahm sie kurzerhand ab. Wusste dann natürlich nicht wohin damit und dachte mir, es sei eine gute Idee, sie zu waschen.
Dabei fiel mir auf, dass seit gestern nasse Wäsche in der Waschmaschine lag, die irgendwie muffelte, also ließ ich die Maschine noch einmal laufen und parkte die Gardinen kurzzeitig auf dem Boden vor der Waschmaschine.
Dies erschwerte zwar den Zugang zum Bad, aber mangels Ausgleichplatz blieben die Gardinen nun vorerst dort liegen.
Im Zuge der Gadinenabnahme füllte ich noch rasch eine Bilder- und Dekokiste. Immerhin befindet sich noch ein einziges Deko Teil in meinem Besitz, ein Riesendickmannkönig, der sozusagen schon alleine eine Kiste füllte.

Es ging voran.
Die Müllsäcke füllten sich zwar schneller als die Kisten, aber bald schon bot sich mir dieses Bild:




Während ich nun gestern voller Stolz diesen Anblick genoss, geht das Grauen nun in potentierter Form weiter, denn die Kinderzimmer warten noch auf mich.

Aber, so lernte ich ja eindringlich in den vergangenen Tagen, unser Zeitfenster ist im Grunde noch sehr groß.......

Gut, zwischendurch müsste nächste Woche nochmal der Armgips des Kindes abgenommen werden, ein paar beruflich bedingte Termine stehen auch noch an und die Kinder müssen - wie immer - geshuttelt werden, aber alles in allem liegen wir gut in der Zeit.
Hey, der Umzug ist doch erst fünf Tagen.


augenBloglich 11.12.2011, 07.17 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

ferienreif

Kurz vor den Ferien neige ich dazu ferienreif zu werden. Man merkt das an winzigen Kleinigkeiten.
Gestern zum Beispiel erklärte ich meiner weltliebsten Freundin, Frau Möhrengemüse, am Telefon auf ihre Frage, wo ich denn sei:

"Links geht es zum Schwimmbad, geradeaus geht es nach rechts!"

Präziser hätte ich nicht darlegen können, wo ich mich gerade befinde.

Heute nun, in trauter Fortbildungsrunde, habe ich zunächst eine andere Teilnehmerin mit meinem zierlichen Popo vor einen Tisch gestoßen.
Dies hatte zur Folge, dass eine Wasserflasche vom Tisch fiel, zerbrach und der Inhalt sich in die Tasche einer weiteren Teilnehmerin ergoss.
Während ich nun eilfertig zu besagter nasser Tasche eilte, trampelte ich unterwegs erstmal die Füße eines anderen Teilnehmers platt.

Anschließend verlief eine ganze Stunde ohne weitere Vorkommnisse, ehe ich beim Mittagsbuffet einen Ärmel in der Salatsauce hängen hatte.
Das an sich wäre nicht weiter tragisch gewesen. Es handelte sich schließlich um meine Bluse und die kann ich ja beschmutzen, wie und wann ich mag.
Nicht, dass ich mögen würde, aber rein theoretisch kann ich ja, wenn ich mag.

Nun ist es ja so, dass ich beim Sprechen zum Gestikulieren neige.
Meistens kein Problem, außer dass es andere amüsiert.
Wenn man aber, so wie ich heute Mittag, eine Kelle mit Cocktailsauce in der Hand hält, dann in einen Wortschwall ausbricht und dabei in das erwähnte Gestikulieren verfällt,
kann es geschehen, dass die Sauce sich weitflächig im Speisesaal des Nobelhotels verteilt und unterwegs Hinterlassenschaften auf alle hinter einem Anstehenden hinterlässt.

DAS hat schon etwas maximal Peinliches und ich entschuldigte mich damit, dass ich wirklich ferienreif sei....

Frau Möhrengemüse würde nun in die Runde werfen, dass dies mitunter auch fernab jeder Ferien geschehen könnte, aber selbstverständlich wäre das eine maßlose Übertreibung.

Maßlos!


augenBloglich 13.07.2011, 19.41 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der Trockner, das Fenster und die Sache mit dem Zeitverständnis

Unser Trockner wird geknechtet.
Als Verfechterin des Allesindentrockerschmeißprinzips stehe ich jenseits aller Energiesparmöglichkeiten und Kleidung wird nur noch nach dem Kriterium trocknergeeignet ausgesucht.
Zum einen fehlt uns der Garten zum Trocknen im lauen Lüftchen, zum anderen aber auch die Lust des Auf- und Abhängens.
Oder nein, das klingt jetzt so, als sei ich Schuld an der Klimakrise.
Natürlich mangelt es lediglich nur an Zeit, die Sache mit dem Auf- und Abhängen regelmäßig zu praktizieren.

Nun ist der geknechtete Trockner kaputt.
Seit Monaten.
Wie es sich für ein teures Elektrogerät gehört, ging er unmittelbar nach der Garantiezeit kaputt.

Ein Trocknermensch kam, reparierte und nahm eine Menge Geld von uns.
Allein: Der Trockner trocknete immer noch nicht.

Der Trocknermensch kam, säuberte irgendwas und versprach, nun würde alles gut.
Allein: Es wurde nicht alles gut.

Ein anderer Trocknermensch kam, säuberte den Trockner und versprach, dass nun alles wieder perfekt trocknen würde.
Allein: Nichts trocknete.

Da kam der erste Trocknermensch noch einmal und verkündete, ich müsse halt beim Trocknungsvorgang das Fenster sperrangelweit öffnen.....

Das war der Moment, wo der Gatte mir die Verantwortung entriss und mal mit dem Trocknermenschen sprach.

Dieser kam also erneut, säuberte irgendwas (Ich wusste nicht, was man da alles so säubern kann) und sprach alsdann, er wäre mit seinem Latein am Ende.

Wir trockneten derweil im Wohnzimmer, auch schön.

(Übrigens werden die Handtücher steinhart, wenn man sie auf so einen Eumel von Wäscheständer hängt - aber das nur am Rande!)

Der Gatte fuhr also mal zur Trocknerfirma und sprach mit einem Trocknerchef.
Daraufhin wurde der Trockner vor zehn Tagen abgeholt und man versprach, wir bekämen ihn in zwei, drei Tagen zurück und natürlich würde er dann wieder trocknen....

Heute also ist der große Tag.
Ein weiterer Trocknermensch, ich habe den Überblick verloren, sprach, ich möge bitte um 14.30 Uhr zu Hause sein.
Also beeilte ich mich, sagte Termine ab und war um 14.30 Uhr zu Hause.

Allein: Kein Trocknermensch weit und breit.
Ich habe ja persönlich nichts gegen diese ganzen Trocknermenschen, sofern sie den Trockner denn endlich wieder zum Trocknen bringen würden, aber mein Zeitverständnis scheint ein anderes zu sein.

HALT.
Da klingelt es.

"Soll der etwa nach oben?"

"Ja, bitte."

"Hat uns keiner gesagt!"

Und schon steht unser wunderbarer Trockner wieder hier.
Allein: Im WOHNzimmer.
Nun ist es so, dass bei uns das Wohnzimmer Wohnzimmer heißt, weil wir darin wohnen und nicht waschen oder trocknen (außer, der Trockner ist kaputt und wir müssen so einen eumeligen Ständer aufstellen).

Meine Frage, ob denn der Trockner hier nun stehen bliebe wurde bejaht, woraufhin ich in einen langen Exkurs über die Trocknerfirma an sich, deren Trocknermenschen und meinen Unwillen dort jemals wieder zu kaufen verfiel.

Nun wird also gerade der Trockner ins Bad gebracht.

Die beiden Trocknermenschen fluchen und ich höre mysteriöse Geräusche.
Ich denke, die mysteriösen Geräusche könnten sich steigern, wenn ich gleich feststellen müsste, dass der Trockner immer noch nicht funktioniert.
Nicht, dass es mich überraschen würde.
Ich werde vorsichtshalber mal das Fenster sperrangelweit öffnen......

"Und der trocknet nun auch wirklich wieder?", frage ich freundlich.

"Anständige Frauen hängen die Wäsche auf!", erklärt mir da der Trocknermensch.

Als sowieso Unanständige habe ich daraufhin meine reagierende Wortwahl der Situation angepasst.

augenBloglich 11.07.2011, 16.05 | (8/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

......und täglich grüßt die Palme.....

Gäbe es eine Steigerung von höher, so müsste ich sie jetzt benutzen, um zu verdeutlichen, wie hoch ich oben sitze ...... auf der Palme.
Ersatzweise kann man sich eine ins Unermessliche gewachsene Palme vorstellen und mich oben drauf.
Wutentbrannt versteht sich und höchstwahrscheinlich mit wenig attraktivem, dafür aber hochrotem Kopf.

Nehmen wir an, man bestellt etwas im Internet.
Ein Vorgang, den ich nunmehr unzählige Male problemlos praktiziert habe.
Sämtliche Fahrer, sämtlicher Versandunternehmen kennen unseren Namen und unseren Briefkasten und unsere Nachbarn, bei denen sie gerne mal unsere Päckchen deponieren.

Nun denn.
Die Ware wird bestellt und direkt bezahlt und man wartet nun.
Man wartet und wartet.
Man wartet noch länger und ist geduldig.

Irgendwann, sagen wir mal so nach zehn Tagen fragt man freundlich nach, wo denn die Ware wohl bleibt.
Der angeblich einsichtige Versandstatus ist nicht abrufbar, dafür liest man immer wieder den freundlichen Hinweis:

"Wir bereiten Ihre Lieferung gerade für die Nachverfolgung vor, deshalb erscheintsie hier noch nicht. Bitte versuchen Sie es später noch einmal."

Dieser freundlichen Bitte kommt man später sowie weitaus später gehäuft nach, nur um immer wieder auf diesen nach wie vor freundlich wie nutzlosen Hinweis zu stoßen.

Also fragt man freundlich per Email nach.
Immerhin benötigt man die Ware bald.

Man erhält eine prompte Antwort mit dem kryptischen Hinweis:

"Sagt Ihnen der Name "Olinski" etwas?"

Nein.
Definitiv nein.
Schön, dass wir jetzt quasi in Ratespielen miteinander kommunizieren.

Ich weise - nach wie vor nett - darauf hin, dass mir der Name "Olinski" rein gar nichts sagt und ich auch nicht wüsste, was "Olinski" mit der von mir bestellten und bezahlten Ware zu tun hat.

Und jetzt beginnt es spannend zu werden und ich fange an, langsam und gemächlich an der Palme emporzuklettern.

XYZ, das Versandunternehmen, behauptet nämlich, die Ware sei am 4.09.2007 an unsere Adresse geliefert worden, unterschrieben habe eben "Olinski".

Ich freue mich für Herrn oder Frau Olinski, dass sie sich nun im Besitz eines wunderbaren Koffersets befinden, das ich bezahlt habe.

Ich hingegen habe von der Ware noch nichts gesehen und kenne auch nach wie vor keinen Herrn und auch keine Frau namens "Olinski".

Nun könnte man ja meinen, es handle sich um irgendeinen Nachbarn, den ich nur (noch) nicht kenne.
Sicher, in einem Großstadtgettho mag dies möglich sein, aber ich halte mich für geistig so fit, dass ich erstens genau weiß, wer im hiesigen Zweifamilienhaus wohnt und auch die Namen der 12 anderen Nachbarn auf unserer gesamten Straße bekomme ich ganz gut zusammen.

Aber nein, so wird mir gesagt, der Fahrer von XYZ habe eingetragen: abgeliefert bei "Olinski" an unsere Adresse.
Leider hat der Fahrer nun auch noch vergessen uns einen klitzekleinen Mitteilungszettel in die Briefkasten zu werfen.


Wir recherchieren also.
Nicht, dass man uns nachsagt, wir hätten nicht alles unternommen, um an unsere längst überfällige Ware zu kommen.
Sämtliche Nachbarn werden befragt, man telefoniert, befragt den hier seit mehr als 20 Jahren zustellenden Postboten.
"Olinskis" bleiben unbekannt.

Richtig wirklich und richtig hoch auf die Palme brachte mich dann gestriges Telefonat mit einer mehr als undiplomatischen Mitarbeiterin der Firma, bei der wir gekauft hatten.

Sie nämlich stellte die Anschuldigung in den Raum, ich könne ja mit "Olinski" unterschrieben haben, um sie um die Ware zu prellen.

Ich bin nicht gerade sportlich. Gut, das ist eine Untertreibung, ich bin mehr als unsportlich, aber sowas von schnell kann man im Grunde eine Palme gar nicht erklimmen.

Nicht nur, dass wir Ware bezahlt und nie bekommen haben, nein, nun werden auch noch haltlose Unterstellungen in der Raum geworfen.
Unglaublich.

Um nicht zu sagen, eine Unverschämtheit, eine Frechheit, etwas, worüber ich mich ohne Ende aufregen kann.

Mein Geld bekäme ich nicht so schnell zurück, sie hätten ja auch die Ware nicht mehr.
(Natürlich nicht, die hat ja auch "Olinski") und überhaupt warf man mir vor, man habe nun sehr viel Arbeit mit dem Vorgang.

Wie unverschämt von mir, bei "HC" zu bestellen.
Statt Schadensbegrenzung zu betreiben wird uns nun vorgehalten, XYZ habe den Nachweis des Fahrers und die Unterschrift von "Olinksi".

Finde ich klasse.
Ich heiße zwar ganz anders, aber egal.
XYZ sagt, sie haben an Olinski geliefert und das an unsere Adresse.
Nachweislich wohnen hier weit und breit keine Olinskis, aber was macht das schon?

Vielleicht hat der XYZ Fahrer dem erstbesten Jogger das Riesenpaket in die Hände gedrückt.
Vielleicht habe ich auch schizophrene Nachbarn, die einen kleinen Olinski in sich herum tragen.

Das alles erklärt zwar nicht die Tatsache, dass der Fahrer uns nichtmal benachrichtig hat, aber der Firma ist das egal.

Wo "Olinski" unterschrieben hat, muss auch "Olinkski" wohnen.

Vielleicht sollte ich einen Nachweis des Einwohnermeldeamtes verschicken, so als Beweis dafür, dass es niemanden weit und breit mit diesem Namen gibt........

Alles "Olinski" oder was?

augenBloglich 13.09.2007, 17.08 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ekelfaktor

Nehmen wir mal an, Sie wären eine Frau und besäßen genau ein Paar Ohrringe.
Nicht wertvoll, nicht kostbar, Silberschmuck, schlicht mit reinem Erinnerungswert.
Nehmen wir weiterhin an, aus welchen ominösen Gründen auch immer, gelänge es Ihnen, dieses Paar Ohrringe versehentlich in die geöffnete Toilette zu werfen.

Da Sie als diese Frau schon häufiger mit dieser Art selbstverschuldeter Trotteleien zu kämpfen hatten, nehmen sie die Situation erstmal gelassen und widmen sich dem klingelnden Telefon.

Angenommen nun, Sie kämen nach dem Telefonat wieder ins Bad, sähen Ihre Tochter, die sich gerade von der Toilette erhebt und säubert und hören diese sprechen:

"Mama, ich musste heute ganz viel machen!"

Gut, Sie wären ja also nun diese Frau und es stellt sich die Frage, lassen Sie Ohrringe Ohrringe sein oder gehen Sie auf die Suche?




augenBloglich 01.07.2007, 13.42 | (4/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wie oft ist eigentlich häufig?

Gestern rief mich die Mutter eines Schulkindes aus unserer Gegend an, um mich zu fragen, ob Lena auch ein so unmöglich geschriebenes Zeugnis bekommen hätte.
Mir lag auf der Zunge zu antworten, dass es ja auch ein wenig am Kind läge, wie unmöglich denn nun das Zeugnis ausfällt, aber mir war so danach nett zu sein und darum fragte ich freundlich nach, was sie denn genau meinte.

"Nun ja", erklärte sie daraufhin "in unserem Zeugnis steht: XY kam häufig viel zu spät in den Unterricht!"

Anscheinend wurde an dieser Stelle eine Äußerung meinerseits erwartet und so fragte ich nach, ob die Aussage denn stimmen würde.

"Nein!" entrüstete sich die Mutter "das kommt vielleicht zweimal die Woche vor, aber würdest Du das häufig nennen?"

Rein verständnishalber - ich neige ja durchaus schon mal zu zwischenmenschlichen Missinterpretationen - wollte ich nun wissen, ob sie mit zweimal die Woche regelmäßige zweimal die Woche meinen würde.

"Manchmal vielleicht auch dreimal, aber das eher seltener!" erfuhr ich und hörte weiterhin: "Die Kinder gehen an fünf Tagen in der Woche zur Schule. Wenn YX zweimal in der Woche zu spät kommt, dann macht das nichtmal 50% aus."

Ganz neue Perspektiven eröffneten sich mir da, aber ich konnte es mir nicht zu verkneifen zu fragen, warum das Kind zweimal die Woche zu spät in die Schule kommt? Insbesondere, wenn man direkt neben der Schule wohnt!

"Wir schlafen halte gerne!" war die ehrliche Auskunft ehe wir uns der Diskussion näherten, was denn nun in einem Zeugnis mit "häufig" beschrieben werden darf.

"Häufig ist für mich auf jeden Fall über 50%!" meinte die andere Mutter und ich gestand ihr, dass ich mir da prozentual gesehen noch nicht wirklich Gedanken zu gemacht hätte.

"Das ist genau euer Problem! Ihr denkt zu wenig nach!" wurde mir nun vorgeworfen und es war durchaus deutlich, dass damit die gesamte Lehrerschaft angesprochen war.

Mein Hinweis, das am besten mit der betreffenden Lehrerin der betreffenden Schule zu klären wurde direkt verworfen:

"Wenn Du schon sagst, Du weißt nicht wie oft "häufig" ist, dann brauch ich da nicht mehr zu fragen!"

Und somit habe ich es in einem privaten Telefonat geschafft, die komplette hiesige Lehrerschaft als unzureichend einzustufen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich verspreche, ich werde nie mehr Äußerungen über die Häufigkeit von "häufig" kundtun, ehe es nicht einen ministeriell festgelegten Häufigkeitsprozentsatz gibt!

Es grüßt nach wie vor unwissend, wie oft denn häufig ist,
s.

augenBloglich 24.06.2007, 09.50 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wohnraumgestaltung

Dies war einmal das Wohnzimmer der Familie S.
Familie S. besteht aus Vater, Mutter und zwei kleinen Töchtern.



Nun fragt ihr Euch bestimmt:
Was ist hier geschehen?

Nun, Frau S., die Mutter der Familie war eines Samstag morgens alleine mit ihren beiden Töchtern zu Hause, da der Vater - also Herr S. - arbeiten musste.
Frau S. ist schon seit über sechs Jahren eine Mutter.
Nur hat Frau S. in dieser mütterlichen Zeit die wirklich wichtigen Regeln des mütterlichen Daseins noch nicht verstanden.
Frau S. hat nämlich einfach ihre beiden kleinen Töchter 15 lange Minuten allein im Wohnzimmer gelassen.
Während die beiden armen kleinen Töchter nun so ganz allein im Wohnzimmer waren, nahm Frau S. sich die Freiheit heraus im angrenzenden Schlafzimmer zu bügeln.

Ihr wisst ja, dass ein Wohnzimmer zum Wohnen gedacht ist und genau das haben sich die beiden kleinen Töchter von Frau S. auch gedacht, als sie begannen das Wohnzimmer ein wenig wohnlicher zu gestalten.

Frau S., die Mutter, die ihre Kinder also einfach ganz allein lässt, ahnt gar nichts von den Verschönerungsversuchen ihrer beider fleißigen Kinder.

Die beiden Töchter hingegen finden schnell heraus, dass fast alle Möbelteile beweglich sind und gestalten das ansonsten langweilige Wohnzimmer kindgerecht um.

Stühle kann man nämlich schnell zu Budenwänden werden lassen und Decken bilden praktische Abdeckungen.
Aber bestimmt wisst ihr das alles schon.

Die größere Tochter der Frau S. wollte nun aber auch noch einen Entspannungsbereich haben.
Ein Entspannungsbereich ist etwas, wo man sich ausruhen kann und an nicht viel denken muss.

So ein Entspannungsbereich wird erst richtig toll, wenn man sämtliche Kissen der ganzen Wohung zusammenträgt und einen Kissenbergentspannungsbereich erschafft.

Langsam wird Frau S. nun der Bügelei überdrüssig und kommt - endlich - mal wieder in das Wohnzimmer.

Frau S. traut ihren Augen kaum, denn dort wo einstmals Wohn- und Esszimmer waren befindet sich nun (laut Aussagen ihrer beiden Töchter) eine wahre Entspannungswiese.

Die Töchter der Frau S. können darum auch gar nicht verstehen, dass Frau S. möchte, dass das alles ganz schnell wieder aufgeräumt wird.

Aber so ist das mit den Erwachsenen und den Wohnräumen.
Vielleicht haben die Erwachsenen auch einfach bloß verlernt zu entspannen?

augenBloglich 27.01.2007, 10.07 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25