Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Gedanken

das Alter

Außer zu Jugenzeiten, wo jedes neues Lebensalter einem Siegeszug gleichkam, habe ich meinem Lebensalter nie Argwohn, Zweifel oder sonstige ausschweifende Gedanken entgegen gebracht. Man wurde eben jedes Jahr ein kleines bisschen älter. Punkt. Dass ich heute in einem Alter bin, dass mir zu Kindeszeiten "uralt" vorkam, erscheint seltsam, aber auch dies kein Grund, sich irgendwelche Sorgen zu machen.

Ich habe keine Ahnung, ob es ein Standardgefühl gibt, wie man sich mit 35 zu fühlen hat, aber wenn es das gibt, dann scheine ich das nicht zu fühlen, denn ich rein gedanklich bin ich Mitte zwanzig oder so stehen geblieben.

Dass dem nicht so ist merke ich lediglich daran, dass ich, zappe ich mal zufällig zu MTV oder VIVA, keine Ahnung habe, wer da was singt. Die Ikonen meiner Blütezeit scheint niemand mehr zu kennen, bestenfalls laufen hin und wieder einige "meiner" Lieder auf WDR 2. Zur WDR 2 und nicht mehr zur WDR 1 Hörergruppe zu gehören ist ein weiteres Indiz dafür, dass ich die dreißig weit überschritten habe.

Ansonsten, um mich Jacs Gedankengängen anzuschließen, besitze ich nach wie vor noch keine Unterhemden.

Ein gutes Zeichen ?

;-)

 

augenBloglich 30.08.2004, 10.31 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Uniformierung

Ich kann mich nach wie vor nicht mit Uniformierungen jedweder Art anfreunden. Auch wenn der Spiegel in seinem Artikel: "Einheitliche Pullis sind gut fürs Schulklima"  versucht mich vom Gegenteiligem zu überzeugen.

Als ob Kleidung alleine ursächliche Probleme und Missstände beheben könnte. Statussymbole finden sich schnell neue und andere und genommen wird uns ein Stück Buntheit, ein Stück Individualismus, ein Stück ICH.

Dagegen.

augenBloglich 28.08.2004, 17.02 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Menschen

In manchen Momenten bedauere ich, dass so viele Menschen meinen Weg gekreuzt haben, die anschließend andere Richtungen als ich einschlugen, so dass ich sie aus den Augen verloren habe. Menschen, die mir - für lange oder kurze Zeit - sehr viel bedeuteten, die Spuren in meinem Herzen hinterließen, die bis heute sicht- und fühlbar sind und denen ich mich seelenverwandt fühle.

Es kommt vor, dass ich darüber nachdenke, ob ich nicht ab und an zu achtlos mit jenen Menschen umging. Zu wenig darüber nachdachte, ob ein gemeinsamer oder ein paralleler Weg nicht möglich wäre. Vielleicht habe ich es auch hin und wieder versäumt meinen Weg zu verlassen. Es fehlte mir an Mut, sich auf Trampelpfaden durchs Dickicht zu schlagen.

Heute denke ich voller Wehmut an einige dieser Menschen zurück. Wünschte mir einige in meine Nähe, einige hier her. Hoffe auf den Lebenszufall, dass Wege sich - vielleicht irgendwann - erneut kreuzen und ich dann nicht mehr achtlos aus den Augen lasse, was mir schon einmal verloren ging.

Ich mag Menschen. Natürlich ärgere ich mich hin und wieder über einige. Doch in der Relation gesehen hat mir mein Leben bislang mehr liebevolle, helfende, verstehende, tolerante und ganz außerordentliche Menschen beschert, als jene, die mich ärgern.

Und wenn ich nur einem Bruchteil dieser Menschen ein guter Freund sein konnte, dann habe ich viel erreicht.

 

augenBloglich 25.08.2004, 10.24 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

das Schreiben

In den vergangenen vier Wochen, in denen ich den Rechner mied, als sei er Grund allen Übels, hatte ich nicht einmal das Gefühl, es fehle mir etwas. Ich rief täglich rasch meine mails ab, las sie und schaltete den Rechner prompt wieder aus. Das Schreiben hatte ich mir selbst verboten. Noch hing ich zu sehr dem nach, was es mir "eingebracht" hatte. Mein altes Blogzuhause war unbewohnbar geworden, das neue schön, aber irgendwie nicht meines. Es fehlte das mir eigene, meine persönliche Note, ein bisschen Wärme.

Ich begann im Kopf zu schreiben. Ein Kopfbuch entstand. Nachts, wenn ich wieder einmal nicht schlafen konnte, überlegte ich mir Sätze, formulierte meine Gedanken, meine Gefühle, meine Ängste. Dieses Kopfbuch hatte nur den einen Nachteil: es war flüchtig - aus dem Nichts entstanden die Gedanken und dorthin entschwanden sie auch unmittelbar wieder.

Spurlos. So, als hätte es sie nicht gegeben. Flüchtig und verloren.

In diesen Wochen unterlag ich der irrigen Annahme, man könne mir das Schreiben verbieten. Wie würde es aussehen, wenn ich unverbesserlicherweise von einem Blog in den nächsten "hüpfe", weiter schreibe, weiter "öffentlich" bin.

Mit der Zeit wurde mir klar, dass niemand mir das Schreiben verbieten kann solange ich mich an Gesetze halte, an Richtlinien, an Höflichkeiten. Solange es um mich und um mein Innerstes geht.

Mit einem Mal konnte ich mir eingestehen, dass mir das Schreiben fehlte. Bitterlich fehlte. Nicht, weil da niemand zum Reden ist - nein - auch nicht als Flucht vor der Realität. Eher als hilfreiche und sehr wohltuende Bereicherung, als Zusatz zur realen Welt, als reinigendes Ritual, als etwas Entlastendes.

Als ich gestern anfing diesen Blog umzugestalten, zu schreiben und auch wieder zu lesen, so konnte ich das voll und ganz genießen. Und jetzt bin ich froh wieder hier zu sein, froh wieder mitzulesen, mitzuleiden, mitzulachen und unendlich erfreut über all die lieben Rückmeldungen.

Es ist einfach schön wieder hier zu sein!

 

augenBloglich 24.08.2004, 19.40 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

der schlimmste Fall

In den Nächten der vergangenen Wochen habe ich oft wach gelegen und mir ausgemalt, was mir im schlimmsten Fall geschehen kann. Die Entfernung aus dem Dienst. Das Ende, das Aus eines Berufes, den ich stets als Berufung sah und sehe. Damit verbunden weitaus mehr: ohne Arbeit - kein Geld. Eins zöge das andere nach sich. Schnell habe ich an dieser Stelle meiner Überlegungen aufgehört und versucht, mir einzureden, dass das Schlimmste ja nicht geschehen muss. Nicht zwangsläufig.

Dennoch trage ich diesen Gedanken still und heimlich mit mir herum. Eine Last, die schwer wiegt und mich beugt. Ballast, den ich abzuwerfen versuche, was mir jedoch nie gelingt.

Ich suche mir die Hoffnung. Suche mir klitzekleine Stückchen hier und dort zusammen, füge sie einander und flicke mir ein Stück Trost.

Warten kann zermürbend sein!

augenBloglich 23.08.2004, 21.47 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

fünf Jahre

Vor fünf Jahren, kurz vor meinem 30. Geburtstag fühlte ich mich umgeben von strahlend hellem, nahezu gleißendem Licht. Ich fühlte mich frei und so selbstbewusst wie nie zuvor. Ich hatte eine Trennung hinter mir, wog 30 Kilo weniger als heute, hatte soeben -alleine- meine erste, von mir ganz allein bewohnte Wohnung renoviert, das Internet für mich entdeckt und hätte vor Glück und Zufriedenheit die ganze Welt umarmen mögen.

Heute, fünf Jahre später, kurz vor meinem 35. Geburtstag ist nicht mehr viel von dem gleißend hellen Licht vorhanden. Warm umfangen mich die Strahlen einer beständig scheinenden Sonne, wenn ich meine Familie betrachte, da hat das Glück sich manifestiert. Ansonsten scheint es mir, als schaue ich dem tristesten Geburtstag meines Lebens entgegen. Nie war ein solcher Tag unwichtiger, zur Nichtigkeit degradiert, weil andere Dinge schwerwiegender erscheinen.

Alles rückt in andere Lichtverhältnisse, andere Perspektiven.

Ich werde mir zum Geburtstag einen festen Vorsatz schenken, ein Ziel, etwas, auf das es hinzuarbeiten gilt:

In fünf Jahren, zu meinem 40. möchte ich keine Gewitterwolken mehr am Horizont aufziehen sehen. Bis dahin gebe ich mir Zeit, mein Leben "wieder geordnet" zu haben. Ich denke, das ist realistisch. Und das ist meine Hoffnung!

 

augenBloglich 23.08.2004, 11.20 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

amputiert

Müsste ich beschreiben, wie ich mich in den vergangenen Wochen gefühlt habe und nach wie vor fühle, so fiele mir spontan das Wort "amputiert" ein. Mit Gewaht - so schien es mir - nahm man mir ein Stück meiner Seele. Ein Stück meines Herzens. Ein Stück meines Lebens. Ich verfiel in Lethargie. Schrieb Kopfromane, mied den PC, sorgte mich, plagte mich, suchte Schuld und Auswege.

Ein Stück Heimat schien verloren.

Natürlich wurde mir irgendwann klar, dass ich zwar etwas verloren habe, aber das nicht schuldlos. Dass mir zwar etwas fehlt, aber ich dennoch weiterhin "ich" bin. Dass ich nicht gänzlich aufhören muss zu schreiben, nur weil ein Themenbereich zukünftig ausgeschwiegen werden muss. Dass ich mich nicht nur über meinen Beruf definiere, dass ich auch ein GANZES sein kann, ohne DIES.

Der Blick fällt so leicht auf das Negative. Rasch und ohne nachzudenken kann ich aufzählen, was mir die letzten 14 Monate alles "Schlimmes" widerfahren ist. Doch wem nützt das ? In der Vergangenheit zu leben, im Mitleid zu versinken, sich zu fragen, warum so Vieles, warum alles nacheinander, warum ich ?

Letzteres ist einfach, denn immer war und ist mein "ich" mit eingewickelt in diesem Spinnennetz, in dem ich mich winde und dessen Klebrigkeit mir zu schaffen macht. Selbstkritik. Auf die Suche gehen, neue Wege finden, neue Kräfte mobilisieren, neue Hoffnungen auftun.

Ein erster Schritt war der, dieses virtuelle Zuhause, dieses "augenBLICKliche" Zuhause wieder zu einem Zuhause, zu einem Heim werden zu lassen.

Jetzt fühle ich mich wohl hier, geborgen, warm umfangen. Der Neubeginn des Schreibens, auch wenn ich das, was mich am allermeisten bedrückt hier nur gänzlich vage ansprechen darf und ansprechen werde.

Vielleicht gelingt es mir, meinen Blick wieder den schönen Seiten des Lebens zuzuwenden. Vielleicht habe ich das Glück, mein eigenes Glück wieder bewusst wahrnehmen zu können.

Vielleicht habe ich endlich gelernt!

augenBloglich 23.08.2004, 10.53 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schritt für Schritt

Nach einer Auszeit sieht man klarer. Manchmal. Der Ring ums Herz ist geblieben. Gewachsen der Vorsatz, Schritt für Schritt voran zu gehen. Immer nur von heute nach morgen. Kräfte sparend.

Alles erscheint uferlos.

Da ändern auch zwei herrliche Auszeitwochen nichts dran. Zumindest nicht wirklich. Zumindest nicht im Kern.

augenBloglich 08.08.2004, 15.28 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

wie gelähmt

Ich fühle mich wie gelähmt. Obwohl ich sehr viel zu tun hätte, klebe ich vor dem Rechner, daddle lieblos herum und lasse mich treiben. Wohlwissend, dass die kinderlose Zeit für den Haushalt und wichtigen Schriftkram genutzt werden sollte. Mir immer wieder "gleich, gleich" einredend, lasse ich kostbare Zeit nutzlos verstreichen und bekomme nicht die Kurve. Es scheint, als blockierten mich die Gedanken an Geschehenes, die Wut auf einige Menschen, viele Fragen, die mir durch den Kopf gehen. Dabei wären Taten hilfreich um dem Grübelprozess zu entfliehen. Hier ein wenig wischen, da ein wenig saugen, Trockner ein- und ausräumen. Hirnlose Tätigkeiten, die ablenken von dem, was bitterlich weh tut. Und trotz dieses Wissens, sitze ich weiter hier, schwitze und grüble und vertändele die Zeit....

augenBloglich 17.07.2004, 16.05 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

über die Unbeschwertheit

Solange sie in einem wohnt, in einem schlummert, jederzeit ein- und ausgehen kann, weiß man sie nicht zu schätzen: die Unbeschwertheit.

Geht sie dann, mit einem Male, unverhofft und auf sehr grobe Art und Weise verloren, wünscht man sie sich sehnlicher her als alles andere.

Und man begibt sich auf die Suche und müht sich, ein kleines Zipfelchen von ihr zu erhaschen.

Und jedes Bemühen scheint einen weiter fort zu bringen von jener Unbeschwertheit, die nur das sein kann, was sie ist, wenn sie ganz von selbst zu einem kommt...

:: frei ::

augenBloglich 17.07.2004, 13.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25