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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Bücher

nochmal Mo Hayder

Uah, gegen Ende hin wird das Buch arg spannend, das muss ich gestehen. Nur leider komme ich derzeit kaum zum Lesen - schade eigentlich. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, die Autorin überspitzt es ein wenig mit ihrem stets und ständig strauchelnden Inspector Caffery. Ich meine, Protagonisten, die ebenso wie wir ihre Schwächen haben, sind ja durchaus sympathisch, aber ein Ermittler, der seine eigene Lebensgefährtin vergewaltigt ist denn doch starker Tobak und auch Cafferys sonstigen - nahe der Kriminalität angesiedelten - Machenschaften animieren nicht unbedingt dazu, den Kerl so richtig und wirklich zu mögen.

Ab und an hatte ich den Eindruck, die Autorin war oder ist Charles Bukowski Fan, was an sich ja nicht zu verurteilen ist, auf Dauer dann aber in ermüdenden Alkoholprozessen ausartet.

Dennoch ist es ein Buch, das ich immer ungerner aus der Hand lege und dessen Ende ich entgegenfiebere. Was dafür spricht, dass die Autorin, rein schreibtechnisch gesehen, große Fortschritte seit "Der Vogelmann" gemacht hat.

Nichtsdesto trotz bleibt es nicht in meinem Regal. Ebay ? Oder doch lieber buchticket?

 

augenBloglich 20.02.2005, 11.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mo Hayder

Ich lese in bestimmten Rhythmen und weiß nicht zu sagen, warum das so ist. Mal kann ich wochenlang Historisches lesen, danach monatelang wieder Stefan Zweig - Hesse sowieso immer - aber auch mal eine Weile Krimis und Thriller oder anderes. In der Krimi und Thriller Phase befinde ich mich gerade - die Krimilust taucht in regelmäßigen Abständen bei mir auf. Ich mag es, wenn Bücher zwar spannend, aber vom Niveau her am Rande der Badewanne angesiedelt sind - das unterhält mich, lenkt mich ab, schenkt mir entspannende Stunden.

Auf die Bücher von Mo Hayder wurde ich im buchticket Forum aufmerksam. Obwohl ich mich meist in denselben Genres bewege, lasse ich mich innerhalb dieser Grenzen gerne auf neue, mir bislang unbekannte Autoren ein.

Ich kaufte mir also "Der Vogelmann" und "Die Behandlung" von Mo Hayder. Während ich das Zweitere gerade lese, habe ich den "Vogelmann" schon vor geraumer Zeit ausgelesen.

 "Der Vogelmann" begeisterte mich so gar nicht. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, die Charaktere der "Geschichte" seien noch nicht ausgereift und zuende gedacht. Mir kam es so vor, als gehe die Autorin erste, stolpernde Schritte, selbst noch nicht recht wissend, welche Richtung sie hier und dort einschlagen sollte. Ich wurde bis zum Schluss nicht warm mit den Menschen des Buches und fand die guten Kritiken so ziemlich überzogen und übertrieben. Vergleiche mit Minette Walters und Elizabeth George schienen mir mit jeder Buchseite abwegiger. Es kam keine Erzählung in Fluss und mir kamen viele Buchstellen sehr unbeholfen vor.

Nach dem Lesen habe ich das Buch direkt bei buchticket eingestellt und binnen Minuten war es weggetauscht.

Es dauerte, ehe ich zur "Behandlung" griff. Eher aus dem Zwang heraus: Jetzt hast du es gekauft, jetzt musst du auch hinein schauen. Meine Erwartungen gingen in Richtung: Zehn Seiten lesen, für schlecht befinden, nicht weiter lesen, bei buchticket tauschen.

Aber manchmal kommt es anders als man denkt. Von Anfang an zog mich die Geschichte in ihren Bann. Die Protagonisten des ersten Bandes, die Ermittler oder besser ein Ermittler hatten Fuß gefasst, seine "Macken" waren mir nun vertraut. Das Einlassen auf das Geschehen und die Menschen ging problemlos und rasch. Ich habe das Buch noch nicht ausgelesen, kann also nur davon berichten, wie es mir jetzt, bis etwas zur Hälfte des Buches ergeht.

Schon trauere ich dem Schnelltausch von "Der Vogelmann" nach, denn ich bin ja so jemand, der gerne vollständige Reihen besitzt, wenn auch ein Buch der Reihe mies ist....

Auch jetzt noch bin ich der Ansicht, dass Mo Hayder keinesfalls in die Riege einer Minette Walters, einer Elizabeth George passt, aber das muss sie ja auch nicht.

Ich finde man liest ihren Büchern schon heraus, dass sie noch am Anfang steht. Ziemlich ungeschickt daher auch von ihr, dass sie in "Die Behandlung" mehrfach namentlich den Mörder aus "Der Vogelmann" erwähnt. Jemand, der mit diesem zweiten Werk beginnt, wird so kaum die Lust verspüren zu ihrem Erstling diesbezüglich zu greifen. Nichts ist schlimmer, als wenn man einem Thriller das Ende vorweg nimmt.

Ich denke, das muss Frau Hayder noch lernen. Ich bin mir sicher: Sie wird das schnell lernen.

Und ich warte bis zum Ende des Buches, ehe ich mich entscheide, ob ich mir den "Vogelmann" wieder besorge oder aber "Die Behandlung" in die Tiefe von buchticket versenken werde!

augenBloglich 12.02.2005, 19.39 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wer die Wahrheit sucht

 

Die Rezensionen, die ich über das neue Werk von Elizabeth George gelesen hatte, waren größtenteils vernichtend. Schlimme Verrisse bei Amazon, Durchwachsenes auf der krimi-couch und viel Negatives sonstwo in den Weiten des Netzes.

Selbstverständlich hielt mich das nicht davon ab, dieses Buch zu lesen. Ich habe bislang alles von Elizabeth George gelesen und mich immer mehr als gut unterhalten gefühlt. Also nahm ich die 726 Seiten vor drei Tagen lustvoll in Angriff.

Gerade ausgelesen, habe ich das Buch zu den anderen Werken der Autorin ins Regal gestellt und wundere mich nun über die derben Verrisse und die harsche Kritik.

Es gibt nicht viele Autoren, die das Talent besitzen richtig gut zu erzählen. Die neben ihren vielschichtigen Protagonisten eine Reihe von Nebenfiguren so gekonnt in eine Geschichte einfließen lassen können, dass Leben und Lebensumstände unterschiedlichster Menschen kunstvoll ineinander verflochten werden. Ich bin schon der Ansicht, dass Erzählen eine Kunst ist. Es reicht nicht, einfach nur bloße Worte zu Sätzen zusammenzufügen, ein paar Grausamkeiten detailliert zu schildern oder eine bizarre Idee in einen Roman zu pfropfen. Eine Geschichte muss fließen, sich ineiander fügen, den Leser hineinbugsieren, nahezu zaubern in fremde, ferne Welten. In andere Zeiten, an andere Orten und in die Gefühlswelten von Menschen, die so gar nichts mit einem selbst gemein haben oder gerade eben doch.

Elizabeth George kann das. Und sie kann das verdammt gut. Im Vergleich zu den "Rennern" der Thriller Szene setzt sie sich mit leisen, stillen, um so mehr gekonnten Tönen durch und vielleicht ist es genau das, was die Kritik auslöst.

Zu wenig Blut, zu viele Geschichten? Ich würde das Buch nicht spannend nennen. Nicht im Großteil. Es wird - gegen Ende hin - auf rund 20 Seiten unverhofft sehr spannend, aber das ist es nicht, was die Handlung, das Erzählen, die Geschichte ausmacht.

Die Menschen in den Büchern von Elizabeth George entwickeln sich beständig weiter und das ist es, was ich liebe. Mir fehlen Inspector Lynley und Barbara Havers nicht, weil ich mir sicher bin, sie in einem der nächsten Werke wieder finden zu können. Ich hatte auch nicht die Erwartung bluttriefende, ekelerregende Details lesen zu können. Mich fasziniert da viel eher, der nebensächlich geschilderte, geradezu beiläufige Mord eines Sohnes an seinen Vater, der erfolgen muss, zwangsläufig als Konsequenz eines Denkmusters und der in einem Nebenbei geschieht, das erst recht aufmerksam macht.

Es sind die Gedanken und Gefühlswelten der einzelnen Personen, die Elizabeth George perfekt und äußerst eindringlich zu schildern vermag. Das geistige Auge braucht sich nicht sonderlich anzustrengen, um die Menschen, die einzelnen Personen vor einem erstehen zu lassen. Man schlüpft in die Geschichte, ohne einen Übergang zu spüren und allein das beweist das große Talent der Autorin.

Nein, ich würde sie niemals einreihen in die Autoren, deren Anspruch noch ein wenig höher liegt. Ich würde sie jedoch völlig herausheben aus dem derzeitigen Thriller Einerlei dieser Tage und wenn ich mir eine Scheibe abschneiden könnte, vom schriftstellerischen Talent, ich würde dies hemmungslos tun.

Mir hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen. Und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Werk der Autorin!

augenBloglich 07.02.2005, 18.15 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Büchermenschen

Es sind die verborgenen Welten, die Geheimnisse, die von einem ungelesenen Buch ausgehen und die mich schon als Kind in ihren Bann zogen. Die Gedankenwelten, die Kopfkinobilder. Das Gefühl, mit meinem inneren Auge dem Geschriebenen ein Bild zu geben.
Das Losgelöstsein aus dem Hier und Jetzt, das Ein- und Abtauchen in fremde Welten, Köpfe, Gefühle und Herzen anderer, fremder, wenn auch zuweilen fiktiver Menschen.

Ich liebe Worte. Es gibt Worte - Gedichte, Geschichten, Romane - die mich seit Ewigkeiten begleiten, die mir Halt geben, wenn ich traurig bin, die mich aufbauen, mich lachen lassen, mich verzaubern oder nachdenklich stimmen.

Autoren, deren Worte genau das ausdrücken, was ich zu empfinden und zu erleben scheine.
Eine Welt ohne Worte, geschriebene Worte, wäre für mich eine deutlich ärmere Welt.
Eine karge, phantasielose und dürftige...

Meine Bücher leben mit mir und ich mit ihnen. Natürlich dürfen sie zerlesen sein, zerfleddert von immer wieder nochmaligen Lesen. Sie dürfen Schokospuren tragen, und Fingerflecken - sofern es meine eigenen Bücher, meine eigenen Flecken, meiner eigenen Finger sind - da bin ich eigen.

Manchmal muss ich spontan einen Gedanken an den Rand kritzeln, manchmal etwas dazu malen, schreiben, notieren. Das sind dann jene Bücher, die mir zu Schätzen werden, die mir kostbar sind, die in meinen Händen bleiben.

Und immer wieder mal stolpere ich dann über jene Bücher, die ich ex und hopp lese, die mich wunderbar unterhalten, aber nicht hier verweilen müssen.
Auch das gibt es.

Und irgendwann, wenn ich mal eine Unmenge an Zeit und vor allem Ruhe habe, wenn ich alt, grau und selbstverständlich weise bin, dann sortiere ich das gedankliche Wortchaos in mir und schreibe selber.
Das zumindest habe ich mir fest versprochen!

augenBloglich 30.01.2005, 09.54 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

ach so - Rätselfans

Wer gerne rätselt, kann sich ja mal die folgende Seite anschauen.....

 

Das ist das Rätsel, das ich für die buchticket Nutzer "gebastelt" habe.

http://www.weihnachtsraetselralley.de.vu/

augenBloglich 23.12.2004, 15.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL

heute in der Buchhandlung

Da stand ich nun mit meinem 20 Euro Gutschein in dieser kleinen Buchhandlung. Rechts Bücher, links Bücher. Über mir Bücher, rings um mich herum Bücher. Ein Paradies. Genau 30 Minuten blieben mir, den Gutschein in Bücher umzuwandeln. 30 Minuten (!) - eine viel zu kurze Zeitspanne für das Paradies.

Alleine durch eine Buchhandlung zu gehen, all diese nagelneuen, wunderschönen Bücher zu betrachten, in die Hand zu nehmen, Klappentexte zu lesen, den Buchgeruch in der Nase....

 

30 Minuten vergehen da wie im Fluge.

Und dann das Entscheiden. Es schrien so viele Bücher förmlich danach von mir mitgenommen und gelesen zu werden. Nehme ich etwas Spannendes, etwas Seichtes, etwas mit Anspruch. Nehme ich Lieblingsautoren oder wage ich den Schritt in neue Richtungen.

Dann der Gedanke: Ach, schau mal bei den Kinderbüchern. Klar,  für Lena und Sophia hätte ich auch ganz viel gefunden. Aber: Es war ja ein Geschenk für mich und warum nicht ohne schlechtes Gewissen etwas für mich aussuchen.

Aber, ach, es war so schwer. Letztlich hatte ich Glück. Bekam ein neues Hardcover Buch zum halben Preis und konnte so für meinen Gutschein folgende beiden Bücher mitnehmen:

 

Nicht, dass hier nicht genug ungelesene Bücher herum stünden. Und trotzdem kann ich mich so richtig freuen. Über die Bücher. Über die ungestörten 30 Minuten in der Buchhandlung. Über das Glück, dass diese Tage sorgenfrei sind.

augenBloglich 23.12.2004, 15.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

gefesselt

Bloggen ? Was ist bloggen ? Ich bin gefesselt, fasziniert, vom Weltlichen ab. Ich lese und blättere Seite für Seite, verschlinge jedes neue Kapitel.

Der Rest der Welt muss warten!

augenBloglich 26.11.2004, 20.04 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Was mache ich mit......

.... 26 neuen und ungelesenen Taschenbüchern zur Serie "Hinter Gittern - der Frauenknast", wenn ich sie a) nicht selber lesen mag und b) gerne ein wenig Geld dafür bekommen würde ?

Stelle ich sie komplett bei Ebay ein ? Oder einzeln ? Oder gar nicht Ebay, aber wo dann ?

Verschandele ich mein Buchticket Regal damit ?

Bitte Hilfe !!!

Ich brauche dringend sinnvolle und kreative Vorschläge und Tipps!

augenBloglich 24.11.2004, 18.39 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Achtung: pure Angeberei

Gestern fiel mir das nebenstehend abgebildete Buch per Post in die Hände. Da ich hin und wieder, leider eher sporadisch und unzuverlässig, für das krimi-forum Bücher lese und rezensiere, kommen hin und wieder eben Krimis aller Art bei mir an.

Ich las den Rückseitentext dieses Buches und dort stand unter der üblichen Inhaltsangabe folgendes Zitat:

"»Leo Piepenstock ist eine Figur, wie man sie sich in solchen Romanen wünscht. Zwar selbstbewußt und auf eigenen Beinen stehend, gescheit und attraktiv, dennoch mit einem Hauch von Selbstzweifel behaftet, der die Sympathie für die engagierte Amateurdetektivin noch steigert.«  krimi-forum

Gefiel mit gut das Zitat und dann gerieten Buch und Zitat in Vergessenheit. Bis, ja bis ich heute morgen ins Stutzen  geriet und mich dunkel erinnerte. Das waren tatsächlich Worte aus meiner Rezension. Sicherheitshalber las ich noch einmal nach, kontrollierte und: tatsächlich ! Selbstverständlich laufe ich nun mit stolzgeschwellter Brust (oder muss es geschwollener heißen ?) durch die Gegend und konnte nicht umhin, diese immens weltbewegende Neuigkeit auch hier zu verkünden.

Und nun widme ich mich diesem Buch, werde es lesen und natürlich (!) rezensieren. Ach übrigens, im krimi-forum findet man meine Rezensionen unter "Kalle Blomquist".....

augenBloglich 20.11.2004, 11.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

auf Umwegen

Ich bin auf Umwegen zu einem Buch gelangt. Ein Buch, das ich in einem Bücherladen kein zweites Mal mehr in Augenschein genommen hätte, das ich nie auserkoren hätte zu lesen, das an mir vorbeigegangen wäre.

Wäre. Denn auf "Umwegen" ist es zu mir gelangt. Und damit bin ich im Grunde schon wieder bei dem Thema "Worte". Zufällig stößt man im Internet aufeinander. Sendet sich eine kurze Nachricht und fühlt sich ganz unvermittelt und rasch einem anderen Menschen gedanklich verbunden. Ohne viel zu wissen, ohne großartige Offenbarungen und Gespräche geführt zu haben. Es geht nur um Literatur, man liest Worte eines anderen Lesers und empfindet, sieht eine gemeinsame Linie, ohne sie gezielt gesucht zu haben. Wenige Sätze und man gerät an ein Buch, das den anderen berührt hat.

So ging es mir mit "Die Blumen von Hiroshima" von Edita Morris. Zwei Abende habe ich da gelegen und gelesen und mich dabei innerlich zerrupft gefühlt. Obwohl alles, was das Buch schildert, wie in einem Vogelzug, leicht und unbeschwert an einem vorbei zu ziehen scheint, hinterlässt es ein dumpf trauerndes Gefühl und das Empfinden sowohl der eigenen Ohnmacht als auch des eigenen Augenverschließens.

Hiroshima. Mein Gott. Das ist weit weg. Unendlich entfernt von meinen kleinen Kümmernissen und Sorgen, die für mich den Zenit meines Daseins bilden. Hiroshima. was habe ich mit diesen Menschen zu tun ?

Alles und doch nichts. Mögen etliche tausend Kilometer und viele Jahre Geschichte dazwischen liegen, so ist das lange kein Grund dafür, die Augen zu verschließen. Nicht hinzuschauen, nicht wissen zu wollen, nicht mit zu trauern.

Während des Lesens war ich bezaubert davon, mit wie viel Anmut und Leichtigkeit, mit wie viel Selbstverständlichkeit und Annahme da grauenhafte Geschehnisse seicht und sanft in Nebensätzen anklingen. Gleichsam so, als hätte alles so kommen müssen und sollen. Und genau die Diskrepanz zwischen der zartfühlenden Schreibweise und den dahinter stehenden geschichtlichen, nahezu unerträglich grausamen Ereignissen hat die unbeschreibliche Brutalität der Geschehnisse hervorgehoben und mir das Gefühl vermittelt auf einer Luxusoase zu hausen, deren Wert ich nicht zu schätzen weiß.

Und manches Mal hätte ich für die Protagonistin schreien mögen, die gefangen in ihren gesellschaftlichen Zwängen, immerzu ihr Gesicht zu wahren hat. Und nicht zuletzt hat mich das Buch auch mit Scham erfüllt. Scham darüber, dass ich in meinem kuschlig weichen und warmen Bette liegend lese, welches Leid anderen Menschen widerfuhr. Das Buch aus der Hand lege und betroffen bin, ganz bestimmt. Berührt und traurig. Das Gelesene in meinem Herzen mit mir herum trage und doch im Grunde nichts weiter tue, als mein Leben weiter zu führen.

Gut, ein paar Tage lang weniger jammernd und im Selbstmitleid versinkend. Doch nie gleichsam das erfahrend, was andere Menschen durchlitten haben.

Kein Buch, von dem man sagt: "Das hat mir aber gut gefallen!" Wie unpassend. Was hätte einem gut gefallen können ? Die Atombombe und deren jahrzehntelangen Auswirkungen auf unschuldige Menschen ? Und doch: Ja, das Buch hat mir gefallen. Es hat mir gefallen, weil es mich aufmerksam gemacht hat. Weil es mich wach gerüttelt hat und wieder einmal die Erkenntniss in meinem Herzen gewachsen ist, dass vieles auf unserer Welt zu überdenken bleibt und wir so manches nie mehr wieder aus unseren Herzen und Köpfen lassen sollten.

Und könnte ich nur annähernd so gut schreiben wie die Autorin, würden meine Worte jetzt nicht zentnerschwer wiegen, sondern bisweilen heiter und seicht, sanft und zart und keineswegs erdrückend auf ein Buch aufmerksam machen, das viele Menschen lesen sollten, um es nicht wieder aus ihren Herzen zu lassen.

 

 

augenBloglich 13.11.2004, 19.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25