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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Erlebnisse

ein junger Mann

Gerade, als ich in einer sehr großen Ladenkette eine Kundenkarte beantragt habe, begab sich folgendes:

"Möchten Sie für Ihren Mann auch eine Karte?"

"Ja, gerne!"

"Wie alt ist denn ihr Mann?"


[Kurzer Einschub: Ich weiß grundsätzlich schon nie, wie alt ich bin, geschweige denn wie alt mein Mann ist!]

Spontan sage ich: "26!"

"Das dauert jetzt ein wenig, gehen Sie ruhig schon einmal in den Markt!"
werde ich aufgefordert und mir schwant, dass mein Mann doch wohl keine 26 mehr sein kann.
26, so fällt es mir siedendheiß ein, war ein gerade als wir uns kennenlernten und das war 1999.

Wahrscheinlich hat die Dame sich gedacht: "Wie kommt die Frau an einen so jungen Mann!"
Zumindest starrte sie mich nicht offenen Mundes an.

Es wäre mir ein wenig peinlich gewesen, zurückzugehen und zu erklären:

"Ach, wissen Sie mein Mann ist doch nicht 26, ich hab mich da vertan,. er ist schon 33."

DANN wäre ich bestimmt erstrecht dumm angeguckt worden.
Da halt ich mir doch lieber meinen Mann jung.




augenBloglich 28.07.2006, 13.31 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

alltäglicher selbstverständlicher Luxus

Schon vor Tagen lag ein kleiner Zettel in unserem Briefkasten, dass man aufgrund dringender Reparaturarbeiten am heutigen Mittwoch von 8.00 bis 11.00 Uhr den Strom in unserer Straße abstellen müsste.
Ich war also vorbereitet.

Gegen halb neun hörte dann auch der Staubsauger auf zu saugen.
Kein Problem - ich wusste ja warum.
Also duschte ich erstmal.
Als ich anschließend zum Föhn griff, ging dieser nicht.
Ach ja, kein Strom.

Gut, bügle ich eben die Wäsche.
Ach ja, kein Strom.

Mir wurde klar, wie selbstverständlich dieser Luxus STROM geworden ist und wie wenig ich darauf achte, wieviele meiner Tätigkeiten steckdosengesteuert sind.

Den Höhepunkt habe ich mir aber dann damit geleistet, dass unsere Mädel draußen spielen durften und ich erklärte, sie sollen anklingeln, wenn was sei.....

Nach einer Stunde wollte ich mal schauen, was die beiden so draußen machen.
Ich öffne die Haustür und zwei bitterlich weinende Kinder fallen mir in die Arme:

"Mama, wir haben schon so oft geklingelt, Du bist nicht gekommen!"

Ach ja, kein Strom.
Mein schlechtes Gewissen schlug Purzelbäume, auch wenn die Mädel sich rasch beruhigten.
Natürlich hätten sie nur rufen müssen, alle Fenster waren geöffnet, ich hätte sie sofort gehört, aber natürlich kommt man als Vier- und Sechsjährige nicht unbedingt darauf, wenn man ängstlich darauf wartet, dass Mutter die Tür öffnet.

Irgendwie ist häusliches Mitdenken augenblicklich nicht unbedingt meine Stärke.


augenBloglich 26.07.2006, 11.37 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

gut gewässert

Ich bin ja nun bekanntermaßen ein Bewässerungsmuffel. Meine Blumen leiden immer sehr und nicht wirklich viele überleben.
[Im Grunde nur die, die monatelang ohne Wasser auskommen, um dann drei Tage lang zu versumpfen!]

Wie auch immer.
Vor unserer Haustür hängt so ein armes Würstchen von Blümchen.
Selten bekommt es Wasser, aber heute hatte selbst ich ein gewisses Mitleid und begab mich mit einer übervollen Gießkanne nach unten.

Ich goss also brav meine Blümchen, als ein Nachbar vorbei kam und mich ansprach.
Der Nachbarschaftstratsch hatte das mit Sophias Auge zu ihm getragen.

Ich unterhielt mich recht nett, ohne zu merken, dass ich geistig anscheinend nicht recht auf der Höhe war.

"Warum gießen Sie denn Ihren Briefkasten!" fragt mich da der gute Mann und ich betete, ein Bodenloch möge sich auftun und mich schamhaft und blitzschnell verschwinden lassen.

Darf ich also vorstellen?
Ich bin also die Frau, die korrekterweise die Briefkastenklappe anhebt, ehe sie einen Schwall Wasser in selbigen Kasten schüttet.

augenBloglich 23.07.2006, 18.33 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Postparkplatz 10.14 Uhr

Manchen Menschen scheint die Hitze nicht wirklich zu bekommen. Nicht, dass mir nicht auch schwummrig-dummrig zu Mute wäre, doch noch lasse ich das meine Mitmenschen eher weniger spüren.

Gerade während unsere Arzt- und Einkaufstour lockerte sich irgendwie Lenas Autositz und ich fuhr rasch mal auf den Postparkplatz um das zu richten.
Gähnende Leere auf dem Parkplatz, was mich als Einparkneurotikerin natürlich sehr freute.
Ich parkte folglich mittig, neben mir geschätzte 27 Parkplatze rechterhand frei, linkerhand noch einige mehr.

Dann krabbelte ich elegant hinter dem nach vorne geklappten Fahrersitz zu meiner Tochter, streckte - nicht minder elegant - mein Hinterteil und diverse Teile meiner Beine nach draußen und fummelte bei gefühlten 50 Grad am Sitz meiner Tochter herum.

Lautes Dauerhupen schreckte mich auf. Mein Kopf stieß heftigst an die Türkante, mein T-Shirt verkeilte sich noch schnell in irgendwelchen Gurtgehängseln, als ich endlich schauen kann, wer da neben mir dauerhupt.

Eine widerlich ungeschwitzte, voll und ganz durchgestylte junge Frau winkt mir heftigst.
Sollte ich die Dame kennen?
Ich - leider nicht ungeschwitzt - winke dennoch mal freundlich zurück.
Sie gestikuliert immer noch wild und immer wilder und ich fange an zu bemerken, dass sie wünscht, dass ich die Autotür schließe.
Da ich aber nun noch halbwegs zwischen Sitz und Hinterbank klemme und das mit dem Kindersitz noch nicht korrekt geregelt habe, wird das mit dem Schließen der Tür zu einem Problem.

Die Dame lässt ihr Fenster sinken:
"Würden Sie jetzt bitte endlich die Tür schließen?" faucht sie mich an und da mir das so gar nicht einleuchtet - man bedenke die überall freien Plätze - frage ich ganz nett:
"Warum?"

"Weil ich seit zehn Jahren immer genau in dieser Parklücke stehe. Seit zehn Jahren. Und zwar täglich um 10.15 Uhr."

Ich - noch mehr schwitzend als zuvor und mit einem Hals bis Timbuktu - erwidere:
"Nun, es ist nach meiner Uhr erst 10.14 Uhr und nach zehn Jahren wird es vielleicht mal Zeit für ein wenig Abwechslung im Alltag!"

Befriedigt ob dieser grandiosen Antwort, drehe ich mich zurück ins Wageninnere und höre die Dame laut keifen.

Erst als ich wieder auf dem Fahrersitz sitze, bemerke ich, dass besagte Dame sich direkt hinter mein Auto, praktisch mitten auf die Fahrbahn gestellt und mich somit dreist zugeparkt hat.
Nach vorne habe ich keinen Spielraum, setze ich zurück, fahre ich in ihre Front.
Natürlich ist die Dame nicht da. Ausgestiegen.

Ich ewäge kurzzeitig sie zu erwürgen, wenn sie wiederkommt, aber die immensen Temperaturen halten mich davon ab.
(Und die Tatsache, dass sie nicht wiederkommt!)

Rechts und links nach wie vor unzählbar viele freie Parkplätze.
Mir ist so nach Treten, Hauen, Beißen, Spucken, Fluchen, aber auch hier hindern mich Hitze und anwesende Kinder daran, die gedanklichen Vorsätze in Taten umzusetzen.

Sagen wir mal so, ich koche, ich tobe, ich schäume.
Die Dame kommt nicht zurück.

Also was machen?
Polizei rufen? Und die kommt dann, wenn die gute Frau gerade weggefahren ist?

In die Post gehen und die Dame anpöbeln sie möge doch mal schnellstmöglich ihren Wagen wegsetzen?

Den Wagen rammen?

Gut, das sind alles nicht wirklich gute Ideen, ich gestehe es.

Es ist heiß. Die Kinder quengeln. Ich rase mittlerweile vor Wut.
Langsam und gemächlich kommt die werte Dame da aus der Post geschritten.
Lächelnd. Selbstverständlich lächelnd. Das Lächeln einer Siegerin.
Ha, Dir habe ich es aber gezeigt - man kennt das ja.

Ich lächle auch.
Nämlich genau in dem Moment, in dem die Gute mit ihren 12 cm Stöckelschuhen in matschigen und klebrigen Asphalt hängen bleibt.
Schadenfreue überkommt mich. Fiese, mit nichts zu rechtfertigende Schadenfreude.

Als sie ihr Bein hebt, bildet sich ein langer eklig schwarzer Streifen, der von der Straße hoch zu ihrem Schuh führt.

Es gibt sie doch, die ausgleichende Gerechtigkeit, denke ich und schaue weiterhin genüsslich zu, wie Frau krampfhaft bemüht ist, sich vom Asphaltzeugs zu befreien. Wäre ich ein netter Mensch, würde ich ihr jetzt ein Taschentuch reichen.
Aber wer sagt denn, ich sei nett?

augenBloglich 21.07.2006, 11.24 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

talentfrei

Gestern Abend nun tat ich, was ich täglich routiniert mache.
Ich scannte etwas ein.
Mit großem Erstaunen blickte ich auf das schwarze Rechteck, das sich anschließend in meinem Bildbearbeitungsprogramm öffnete.
"Komisch!", dachte ich, überprüfte sämtliche Einstellungen um es dann erneut zu probieren.

Wieder ein schwarzes Rechteck.
Ich war - das muss ich offen zugeben - doch schon sehr irritiert.
Wieder überprüfte ich die Einstellungen.
Wieder versuchte ich es erneut.
Wieder erschien ein schwarzes Rechteck.

"Der Scanner ist defekt!", rief ich in die männliche Ecke des Arbeitszimmers.
Unausgesprochen standen nun direkt die Gedanken:

Frauen und Technik


fett und angenervt im Raum.
Aus diesem Grunde schob ich noch schnell die ausschweifende Erklärung nach:
"Vorhin konnte ich noch ganz normal scannen. Jetzt zeigt der immer nur ein schwarzes Rechteck. Ich habe nichts verändert, ehrlich!"

[Es ist immer ratsam schonmal vorsorglich darauf hinzuweisen, dass einen selbst keinerlei Schuld trifft, man auf gar keinen Fall irgendwelche Einstellungen verändert hat
usw. - die Frage danach folgt nämlich meist unmittelbar!]

Ich demonstrierte nun nocheinmal - völlig sicher, dass mich keinerlei Schuld am Versagen des Scanners trifft - die Erstellung des schwarzen Rechtecks.

"Leg doch einfach das Dokument ein!", wurde mir daraufhin empfohlen.

Ich kann durchaus verstehen, dass man mich daraufhin mit amüsierten Schmunzeln "talentfrei" nannte.

Gehen wir netterweise mal davon aus, dass ich unter der Hitze gelitten habe.
Ansonsten könnten böse Gemüter noch meinen, ich würde alt.




augenBloglich 03.07.2006, 06.44 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schultütenzelebrierung

Gute Mütter kaufen selbstverständlich keine Schultüte. Gute Mütter basteln die Schultüte Ihres zukünftigen I-Männchens selber.
So zumindest suggeriert mir meine Umwelt von hier bis dort und so wünscht es - selbstredend - meine Tochter.

Ich persönlich hätte jetzt keinen Einwand gegen eine schlicht gekaufte Tüte erhoben, aber das zukünftige Schulkind hatte da so ganz eigene Vorstellungen und natürlich konnte ich mich dem Gruppenzwang nicht wirklich entziehen.

Die Probleme begannen schon bei der allgemeinen kindergärtnerischen Terminierung.
Als einzige war ich nämlich nicht in der Lage die Dienstagstermine wahrzunehmen, da ich mich dann grundsätzlich im virtuellen Klassenzimmer eine Fortbildung befinde.

Netterweise bot man mir einen Donnerstag Termin an und so saß ich gestern im Kindergarten und bastelte mit unseren Töchtern eine Meerjungfrau-Schultüte.

Man teilte mir sofort mit, alle anderen Mütter hätten mindestens drei Nachmittage gebraucht und die Kinder lässt man nicht mithelfen, weil es ja schön werden soll.

Mein Einwand, es würde sicher schöner, wenn Lena und Sophia mithielfen wurde nicht ganz ernstgenommen.
Um so erschütterter waren alle, als sie bemerkten, dass ich in der Tat meine Kinder all die Figürchen, Seepferdchen, Fischlein und natürlich die 1253 Bestandteile der Meerjungfrau ausschneiden ließ.

"Wollen Sie das SO an die Tüte kleben?" wurde ich entsetzt gefragt und mit einem Naserümpfen merkte man an: "Das hat keine andere Mutter so gemacht!"

Den nächsten bösen Fehler beging ich, indem ich den Tornister des baldigen Schulkindes nicht mitgebracht hatte.
"Wie wollen Sie denn da die Farben abstimmen?" wurde ich gefragt und mein Einwand, der Tornister säße doch auf dem Rücken, die Tüte hielte das Kind vorne, rief Entrüstungsseufzer hervor.

Mir war bis dato einfach nicht klar, dass es hier nicht um schlichtes Schultütenbasteln mit dem eigenen Kinde, sondern eher um eine Art Zelebration des Schultütenbastelns ging.

Lena schnitt glücklich ihre Figürchen aus. Sophia half ihr fleißig und beide platzten vor Stolz, dass sie an der Tüte mitwirken durften.

Doch dann geschah die Sache mit dem Glitzer.
Natürlich können wir keine glitzerlose Schultüte basteln - wo kämen wir da hin?
Da ich meine Tochter kenne, war mir dies durchaus klar und ich überließ es Lena, die Glitzerverzierungen aufzutragen.
Hin und wieder verwischte sie nun versehentlich ein wenig Glitzer - was ich durchaus gut nachvolziehen konnte, denn irgendwie lag nach geraumer Zeit alles voller Bastelkram, Vorlagen, Stifte, Scheren, Krepppapier etc. und man wusste eh nicht mehr recht wohin mit seinem Zeugs.

"DAS sieht ja furchtbar aus!", meinte eine dazugekommene Mutter, die bereits den dritten Nachmittag beim Schultütenbasteln verbrachte.
Lena schossen sofort die Tränen in die Augen, sie hatte sich extra viel Mühe gegeben.
Mein: "Ich finde es wunderschön!" half da auch nicht mehr.

"Wie sieht denn das hinterher auf dem Foto aus!" wollte die Mutter wissen und ich erklärte kurzab: "Selbstgemacht eben!"

Mit unendlicher Akribie schnitt die Dame währenddessen kleine Herzchen und Blümelein für die Tüte ihrer eigenen Tochter aus und verwies eben jene Tochter immer des Raumes, um in Ruhe werkeln zu können.

Etwas hektisch wurde die Dame, als Sophia mit einem Riesenbogen Tonpapier, den sie für uns geholt hatte, ein wenig von ihrem Glitzerzeugs über den Tisch wehte.
"Pass doch auf, wir haben alles in Rot und nicht in Silber!" hauchte die Mutter die drei Silberkörner vorsichtig von einem Herzchen.

Mittlerweile waren noch drei, vier andere Schultütenmütter gekommen, alle natürlich ebenfalls zum dritten Bastelnachmittag.
"Kommst Du nur heute?" wollte jemand wissen und mein JA hat wohl gleichzeitig die Worte RABENMUTTER in Lettern auf meine Stirn gepeitscht, denn fortan musste ich mir anhören, dass das ja gar nicht geht und so eine Tüte ja eine Art Lebenswerk sei und dieser gewaltige Schritt ins neue Leben und dann SO EINE Tüte.

Ich hörte geduldig zu und versuchte derweil hunderte von Krepppapierlagen in die Tüte zu kleben. Meine diesbezügliche Geduld war eher begrenzter, meine Hände schon voller ekliger Klebe und so bat ich um einen Tacker.

Ein Aufschrei der Empörung hallte durch die Räumlichkeiten. "Tacker?? Du kannst das doch nicht tackern!" Entsetzen und Fassungslosigkeit machten sich breit.
Mein Argument, man sähe das Getackerte schließlich nicht, weil außenrum ja lagenweise Tüll käme wurde mit derart vernichtenden Blicken gewürdigt, dass ich lieber brav weiterklebte.

Toll, wenn es unten in der Tüte hält, oben aber wieder abfällt.
Schön auch diese Flüssigklebe, die überall hinläuft nur niemals an die Stelle, an die ich sie gerne gehabt hätte.

"Du weichst von den Farbkombinationen im Heft ab!" wies mich eine Mutter zurecht, nicht, dass ich mich überhaupt an die Vorlage gehalten hätte.
Falsch, so merkte ich, ganz falsch.
Man hat genauso zu basteln wie im Heft und es muss zum Tornister passen.
Und getackert wird nicht!

Den Rest gab mir persönlich dann ja die Sache mit der Perlenkette. Um all diesen Außentüll sollte nun also noch eine ellenlange Perlenkette - die natürlich noch aufzufädeln war - geschlungen werden.
Nicht nur, dass sowohl Lena als auch ich dies scheußlich fanden, nein, uns schwand auch die Zeit.
Wir wollten also nur hin und wieder eine kleine Verzierungsperle, was sämtliche anwesende Damen einer Ohnmacht nahe brachte.

Da ja nun weder die Damen noch die Erzieherinnen mit unserer Tüte durch die Gegend laufen müssen, entschieden sich Lena und ich für die schlichte - meiner Meinung nach immer noch üppigen - Variante.

"Naja!", meinte eine Mutter nachdem wir fertig waren und sie feststellte, dass sie wohl ein viertes Mal kommen müsste "Dann gibst Du diese Tüte eben einfach Sophia und kaufst Lena eine Ordentliche!"

Wir werden uns hüten.
Lena liebt ihre Tüte und ist mächtig stolz auf ihr Werk.














augenBloglich 02.06.2006, 14.29 | (16/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der Notenständer

Als Mutter bin ich ja schon nicht so der Oberkracher, als Schulkindmutter bin ich - anscheinend - nahezu eine Katastrophe.
Auf dem gestrigen - fünften (!) - Elternabend an Lenas zukünftiger Schule, bekamen wir unter anderem mitgeteilt, was alles in die Schultüte soll.
Unter anderem ein großer Notenständer.

Nun frage ich mich, die ich die Unmusikalität der eigenen Tochter und den Ablauf von vier Grundschuljahren zu kennen meine, wozu?

Nun, so erklärte man uns, dies sei, weil man im Laufe von vier Grundschuljahren sicherlich irgendwann mal einen solchen Notenständer bräuchte und es sei doch toll, wenn dieser dann schon vorhanden sei.

Naja, ich meine, die Grundschulkinder meiner Klasse brauchen im Laufe von vier Grundschulklassen so einiges.
Zum Beispiel ein riesen Gurkenglas zum Basteln, diverse Klopapierröllekes und ähnliches und ich käme nicht auf die Idee, den Eltern vor der Einschulung zu verkünden, sie mögen doch bitte Klopapier und Gurkengläser in die Schultüte packen.

Mit meinem diesbezüglichen Einwand habe ich mich direkt sehr beliebt in Elternschaft und Kollegium gemacht.
Dennoch, mir leuchtet der Sinn eines solchen Geschenkes nicht wirklich ein.

Doch die Idee eines Vaters, den Kindern ein Handy in die Schultüte zu packen fand ich nun auch nicht reizvoller.

"Wissen Sie", endete die Schulleiterin angenervt, "Füllen Sie einfach rein, was Sie reinfüllen möchten!"

Genau das hatten wir vor.

Doch dann führte sie weiter aus:
"Nur vergessen Sie bitten den Notenständer nicht!"


augenBloglich 31.05.2006, 17.48 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

das Schlitz Problem

Ich gestehe, ich habe ganz schön geflucht. Nicht hörbar, aber innerlich und zwar vom Feinsten.
Ich meine, was denken sich Menschen auch dabei, einfach den EC-Karten-Schlitz des Geldautomaten meines Vertrauens derart zu verstopfen, dass meine Karte nicht mehr einzuführen ist?

Hier, in ländlicher Weite, sind wir nicht unbedingt mit zahlreichen Geldautomaten gesegnet, so dass die Ausweichmöglichkeiten nur in etlichen Kilometern Entfernung zu finden sind.

Ich probierte es einmal. Stutzte. Meine Karte ließ sich nicht einführen.
Ich probierte es erneut.
Drehte die Karte mal so herum, mal andersherum.
Das verflixte Teil passte nicht mehr.

Ich bückte mich, schaute in den Schlitz, konnte aber nicht wirklich was entdecken.
Nun ja, das war der Moment, in dem ich anfing zu fluchen und zu schimpfen.
Ich bin da ziemlich gut drin und kann mich bestens in so eine Situation hereinsteigern.

Kurzzeitig dachte ich daran, dass es eventuell neue Normen für EC-Karten geben könnte, verwarf die Idee aber rasch wieder, was - wie ich meine - zugunsten meiner wahren Intelligenz spricht.

Wäre nicht ein freundlicher Herr gekommen dessen Karte mühelos in selbigen Schlitz passte, stünde ich wahrscheinlich bis jetzt fluchend vor dem Gerät und wüsste nicht, dass die Fitnessclubkarte exakt dieselbe Größe wie die EC-Karte hat.
Beide zusammengepappt passen nicht wirklich gut in den EC-Karten-Schlitz.

Man lernt doch nie aus.
Wie war das mit der Realsatire?
;-)

augenBloglich 30.05.2006, 18.33 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das TupperTantenTelefonat

Gerade eben - ich sitze hier und bereite mich auf die wahrscheinlich wieder gnadenlos amüsante Online Sitzung meiner Online Fortbildung vor - klingelt das Telefon:

"Guten Tag, mein Name ist .... vom Tupperwarebezirksbüro. Sie haben sicher schon gehört, dass Ihre Beraterin Frau ... aufgehört hat?"

"Guten Tag. Wissen Sie, bis gerade eben wusste ich nicht einmal, dass ich eine Tupperwarenberaterin habe!"

Kurze Pause - leises Aufächzen am anderen Ende.

"Ja aber ich sehe hier, dass Sie mal auf einer Tupperwarenparty waren!"

"Selbstverständlich. Es gibt da meistens diese furchtbar leckeren kleinen Häppchen zu essen, da kann ich grundsätzlich nicht widerstehen!"

"Ähhhhh. Gut, Sie haben also noch keine neue Beraterin?"

"Nein, aber ich brauche auch gar keine!"

"Wie meinen Sie das?"
pikierte Stimmlage.

"Nun, ich meine, dass ich keine Tupperwarenberaterin brauche, da ich Tupperware als zu teuer, als zu platzeinnehmend und für mich als gänzlich ungeeignet betrachte."

"Momentan zum Beispiel haben wir aber ein unglaublich tolles Angebot.....!"

"Wenn ich Sie kurz unterbrechen darf: Ich bin nicht interessiert."

"Sie kennen das Angebot doch noch gar nicht! Oder haben Sie doch schon eine neue Beraterin?"

"Ich kenne das Angebot nicht, ich will es nicht kennenlernen, ich habe und ich brauche keine neue Beraterin!"

"Ja, kochen Sie denn gar nicht!"

"Nein, ich lasse mir täglich Pizza vom Pizzaservice bringen!"

"Da ist Tupperware aber die gesündere Alternative!"

"Allerdings schwerer verdaulich nehme ich an!"

"Wie meinen Sie das?"

"Unwichtig. Glauben Sie mir bitte einfach, dass ich kein Tupperwarefan bin und das Telefonat hiermit beenden möchte!"

"DAS hab ich ja noch nie erlebt. Unsere Produkte sind toll, wie können Sie da sagen, dass die nicht taugen?"
leicht aggressiver Tonfall.

"Wann sagte ich das denn?"

"Wie meinen Sie das? Ich schicke Ihnen mal die neuen Unterlagen zu und dann werden Sie schon sehen, WIE TOLL Tupperware ist!"

"Alles klar. Auf Wiedersehen!"

"Wie meinen Sie das?"

"So!" -
aufgelegt.


Leben ist eben doch Realsatire.
Täglich.





augenBloglich 30.05.2006, 12.37 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

verkalkuliert

Mein Auto und ich - na, ich würde sagen, das zwischen uns ist keine ganz so arg innige Beziehung.
Nichtsdestotrotz haben wir uns aneinander gewöhnt und nun konnte ich mehrere Jahre davon ausgehen, dass die Tankanzeige zwar sehr leer anzeigte, der Tank aber niemals sehr leer war.
Man musste immer nur zaghaft bis kraftvoll gegen dieses dünne Scheibchen oberhalb der Anzeige klopfen und die Nadel schoss blitzschnell in die Höhe.

Nicht so heute.
Gut, jetzt hatte ich das mit dem Klopfen auch ausnahmsweise mal vergessen, aber wer bitte rechnet auch damit, dass wirklich kein Benzin mehr im Tank ist?
Ich zumindest nicht.
Also röchelte und spuckte mein wertes Auto mitten auf einer vielbefahrenen Straße, nur um kurz vor einer Riesenkreuzung stehen zu bleiben.

Diese Tatsache an sich hätte schon gereicht, mich Blut und Wasser schwitzen zu lassen. Meine beiden aufgelösten Töchter taten ihr Übriges.

Glücklicherweise befand sich eine Tankstelle in Sichtnähe und so machten wir brav das Warnblinklicht an und zogen von dannen, um Sprit zu besorgen.

Ich muss gestehen, ich hätte auf die gaffenden Blicke und den Spott des Tankwarts verzichten können. Auch darauf, dass das Benzin aus dem Reservetank quoll, weil ich eine Sekunde lang abgelenkt war.....

Egal.
Immerhin fuhr das Auto anschließend wieder weiter und ich bin mir sicher, ich werde jetzt immer brav klopfen.

augenBloglich 18.04.2006, 19.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25