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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Gedanken

Schubladen

Zur Ruhe kommen, das bedeutet auch, innere und äußere Ordnung zu schaffen. Vielleicht das härteste Stück Arbeit für mich in den letzten 12 Monaten. Offen stehende Schubladen sehen nicht nur chaotisch und unordentlich aus, sie animieren auch beständig dazu, über den Inhalt - der da so präsent liegt - nachzudenken.

Auch mein Herz besteht zum Großteil aus diesen Schubladen und mein Kopf sowieso. War es noch vor Monaten meine Art, alle Schubladen herauszuziehen, darin zu wühlen und offen stehen zu lassen, so gelingt es mir heute, nur jene Lade zu öffnen, die wirklich gerade, momentan, augenblicklich, aktuell geöffnet werden muss. Und anschließend wird sie geschlossen. Nicht verschlossen, aber geschlossen. Nicht: "Aus dem Auge - aus dem Sinn" eher zur rechten Zeit zugriffbar.

Kein Inhalt drängt sich in meine Überlegungen, der nicht gerade akut ist. das Wissen darum, dass es Schubladen mit wenig schönem Inhalt gibt macht keine Angst. Ich habe das "nach und nach Prinzip" endlich für mich entdeckt. Und noch besser: Ich lebe es.

Seitdem geht es mir wesentlich besser.

Es hilft mit, bei dem "zur-Ruhe-kommen" und ich kann tief Luft holen. Ein befreiendes Gefühl.

augenBloglich 22.10.2004, 08.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

nichts ist mehr so wie früher

Ich habe nicht gewusst, wie sehr es mir fehlen würde über das zu schreiben, worüber ich nun an dieser Stelle nicht mehr schreiben darf. Dass es hier so gähnend leer ist liegt nicht daran, dass es auch in mir gähnend leer ist - im Gegenteil. Ich quelle über. Stetig und beständig und suche nach einem Ventil, habe es noch nicht gefunden.

Selbstverständlich kann ich Emails schreiben. Das ist jedoch ganz und gar nicht dasselbe. Wenn ich hier schreibe, kommen Menschen her und lesen ganz und gar freiwillig meine Worte und Ergüsse.

Kommentieren sie oder auch nicht.

Schreibe ich Emails, bürde ich den Menschen meine Worte und Gedanken auf. Ungewollt. Schlimmer noch, so mancher könnte sich verpflichtet fühlen mir antworten zu müssen.

Ich kann den Blog natürlich weiterhin mit meinen Alltagslasten füllen. Aber, wie soll ich es nur beschreiben, so dass mich jemand versteht ?, aber ich bin hier nur noch halb. Oder geviertelt oder wie man es nehmen will.

Es fehlt ein großes Stück von mir und zwar genau jenes, für das mir Ohren fehlen. Es gäbe so viel zu berichten, so viel zu erzählen, zu reflektieren. In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass ich einfach kein wahrer Telefonmensch bin. Klar, ich rede gerne mit lieben Menschen am Telefon, aber es ersetzt mir - sonderbarerweise - ganz und gar nicht das Schreiben.

Anders ist es, wenn ich mit Menschen zusammen sitze und rede und höre und diskutiere. Vielleicht fehlt mir auch das ein wenig ?

Die letzten vier Wochen waren angefüllt mit Aktionen rund um meine Arbeit. Ich habe mich voller Elan und Schwung in den Neuanfang gestürzt und kann nur sagen, dass es mir diesbezüglich gut geht.

Ansonsten stehe ich doch immer noch genauso nackt da, wie schon vor Monaten. Man lässt mich weiterhin warten. Das zermürbt.

Ich muss so viele neue Wege finden, dass ich einfach noch nicht weiß, wie es hier an dieser Stelle weitergehen soll und kann.

Immer noch fühle ich mich wie amputiert. Ich hatte so gehofft, dieses Gefühl würde schneller verblassen...

augenBloglich 03.10.2004, 10.06 | (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

das Alter

Außer zu Jugenzeiten, wo jedes neues Lebensalter einem Siegeszug gleichkam, habe ich meinem Lebensalter nie Argwohn, Zweifel oder sonstige ausschweifende Gedanken entgegen gebracht. Man wurde eben jedes Jahr ein kleines bisschen älter. Punkt. Dass ich heute in einem Alter bin, dass mir zu Kindeszeiten "uralt" vorkam, erscheint seltsam, aber auch dies kein Grund, sich irgendwelche Sorgen zu machen.

Ich habe keine Ahnung, ob es ein Standardgefühl gibt, wie man sich mit 35 zu fühlen hat, aber wenn es das gibt, dann scheine ich das nicht zu fühlen, denn ich rein gedanklich bin ich Mitte zwanzig oder so stehen geblieben.

Dass dem nicht so ist merke ich lediglich daran, dass ich, zappe ich mal zufällig zu MTV oder VIVA, keine Ahnung habe, wer da was singt. Die Ikonen meiner Blütezeit scheint niemand mehr zu kennen, bestenfalls laufen hin und wieder einige "meiner" Lieder auf WDR 2. Zur WDR 2 und nicht mehr zur WDR 1 Hörergruppe zu gehören ist ein weiteres Indiz dafür, dass ich die dreißig weit überschritten habe.

Ansonsten, um mich Jacs Gedankengängen anzuschließen, besitze ich nach wie vor noch keine Unterhemden.

Ein gutes Zeichen ?

;-)

 

augenBloglich 30.08.2004, 10.31 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Uniformierung

Ich kann mich nach wie vor nicht mit Uniformierungen jedweder Art anfreunden. Auch wenn der Spiegel in seinem Artikel: "Einheitliche Pullis sind gut fürs Schulklima"  versucht mich vom Gegenteiligem zu überzeugen.

Als ob Kleidung alleine ursächliche Probleme und Missstände beheben könnte. Statussymbole finden sich schnell neue und andere und genommen wird uns ein Stück Buntheit, ein Stück Individualismus, ein Stück ICH.

Dagegen.

augenBloglich 28.08.2004, 17.02 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Menschen

In manchen Momenten bedauere ich, dass so viele Menschen meinen Weg gekreuzt haben, die anschließend andere Richtungen als ich einschlugen, so dass ich sie aus den Augen verloren habe. Menschen, die mir - für lange oder kurze Zeit - sehr viel bedeuteten, die Spuren in meinem Herzen hinterließen, die bis heute sicht- und fühlbar sind und denen ich mich seelenverwandt fühle.

Es kommt vor, dass ich darüber nachdenke, ob ich nicht ab und an zu achtlos mit jenen Menschen umging. Zu wenig darüber nachdachte, ob ein gemeinsamer oder ein paralleler Weg nicht möglich wäre. Vielleicht habe ich es auch hin und wieder versäumt meinen Weg zu verlassen. Es fehlte mir an Mut, sich auf Trampelpfaden durchs Dickicht zu schlagen.

Heute denke ich voller Wehmut an einige dieser Menschen zurück. Wünschte mir einige in meine Nähe, einige hier her. Hoffe auf den Lebenszufall, dass Wege sich - vielleicht irgendwann - erneut kreuzen und ich dann nicht mehr achtlos aus den Augen lasse, was mir schon einmal verloren ging.

Ich mag Menschen. Natürlich ärgere ich mich hin und wieder über einige. Doch in der Relation gesehen hat mir mein Leben bislang mehr liebevolle, helfende, verstehende, tolerante und ganz außerordentliche Menschen beschert, als jene, die mich ärgern.

Und wenn ich nur einem Bruchteil dieser Menschen ein guter Freund sein konnte, dann habe ich viel erreicht.

 

augenBloglich 25.08.2004, 10.24 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

das Schreiben

In den vergangenen vier Wochen, in denen ich den Rechner mied, als sei er Grund allen Übels, hatte ich nicht einmal das Gefühl, es fehle mir etwas. Ich rief täglich rasch meine mails ab, las sie und schaltete den Rechner prompt wieder aus. Das Schreiben hatte ich mir selbst verboten. Noch hing ich zu sehr dem nach, was es mir "eingebracht" hatte. Mein altes Blogzuhause war unbewohnbar geworden, das neue schön, aber irgendwie nicht meines. Es fehlte das mir eigene, meine persönliche Note, ein bisschen Wärme.

Ich begann im Kopf zu schreiben. Ein Kopfbuch entstand. Nachts, wenn ich wieder einmal nicht schlafen konnte, überlegte ich mir Sätze, formulierte meine Gedanken, meine Gefühle, meine Ängste. Dieses Kopfbuch hatte nur den einen Nachteil: es war flüchtig - aus dem Nichts entstanden die Gedanken und dorthin entschwanden sie auch unmittelbar wieder.

Spurlos. So, als hätte es sie nicht gegeben. Flüchtig und verloren.

In diesen Wochen unterlag ich der irrigen Annahme, man könne mir das Schreiben verbieten. Wie würde es aussehen, wenn ich unverbesserlicherweise von einem Blog in den nächsten "hüpfe", weiter schreibe, weiter "öffentlich" bin.

Mit der Zeit wurde mir klar, dass niemand mir das Schreiben verbieten kann solange ich mich an Gesetze halte, an Richtlinien, an Höflichkeiten. Solange es um mich und um mein Innerstes geht.

Mit einem Mal konnte ich mir eingestehen, dass mir das Schreiben fehlte. Bitterlich fehlte. Nicht, weil da niemand zum Reden ist - nein - auch nicht als Flucht vor der Realität. Eher als hilfreiche und sehr wohltuende Bereicherung, als Zusatz zur realen Welt, als reinigendes Ritual, als etwas Entlastendes.

Als ich gestern anfing diesen Blog umzugestalten, zu schreiben und auch wieder zu lesen, so konnte ich das voll und ganz genießen. Und jetzt bin ich froh wieder hier zu sein, froh wieder mitzulesen, mitzuleiden, mitzulachen und unendlich erfreut über all die lieben Rückmeldungen.

Es ist einfach schön wieder hier zu sein!

 

augenBloglich 24.08.2004, 19.40 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

der schlimmste Fall

In den Nächten der vergangenen Wochen habe ich oft wach gelegen und mir ausgemalt, was mir im schlimmsten Fall geschehen kann. Die Entfernung aus dem Dienst. Das Ende, das Aus eines Berufes, den ich stets als Berufung sah und sehe. Damit verbunden weitaus mehr: ohne Arbeit - kein Geld. Eins zöge das andere nach sich. Schnell habe ich an dieser Stelle meiner Überlegungen aufgehört und versucht, mir einzureden, dass das Schlimmste ja nicht geschehen muss. Nicht zwangsläufig.

Dennoch trage ich diesen Gedanken still und heimlich mit mir herum. Eine Last, die schwer wiegt und mich beugt. Ballast, den ich abzuwerfen versuche, was mir jedoch nie gelingt.

Ich suche mir die Hoffnung. Suche mir klitzekleine Stückchen hier und dort zusammen, füge sie einander und flicke mir ein Stück Trost.

Warten kann zermürbend sein!

augenBloglich 23.08.2004, 21.47 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

fünf Jahre

Vor fünf Jahren, kurz vor meinem 30. Geburtstag fühlte ich mich umgeben von strahlend hellem, nahezu gleißendem Licht. Ich fühlte mich frei und so selbstbewusst wie nie zuvor. Ich hatte eine Trennung hinter mir, wog 30 Kilo weniger als heute, hatte soeben -alleine- meine erste, von mir ganz allein bewohnte Wohnung renoviert, das Internet für mich entdeckt und hätte vor Glück und Zufriedenheit die ganze Welt umarmen mögen.

Heute, fünf Jahre später, kurz vor meinem 35. Geburtstag ist nicht mehr viel von dem gleißend hellen Licht vorhanden. Warm umfangen mich die Strahlen einer beständig scheinenden Sonne, wenn ich meine Familie betrachte, da hat das Glück sich manifestiert. Ansonsten scheint es mir, als schaue ich dem tristesten Geburtstag meines Lebens entgegen. Nie war ein solcher Tag unwichtiger, zur Nichtigkeit degradiert, weil andere Dinge schwerwiegender erscheinen.

Alles rückt in andere Lichtverhältnisse, andere Perspektiven.

Ich werde mir zum Geburtstag einen festen Vorsatz schenken, ein Ziel, etwas, auf das es hinzuarbeiten gilt:

In fünf Jahren, zu meinem 40. möchte ich keine Gewitterwolken mehr am Horizont aufziehen sehen. Bis dahin gebe ich mir Zeit, mein Leben "wieder geordnet" zu haben. Ich denke, das ist realistisch. Und das ist meine Hoffnung!

 

augenBloglich 23.08.2004, 11.20 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

amputiert

Müsste ich beschreiben, wie ich mich in den vergangenen Wochen gefühlt habe und nach wie vor fühle, so fiele mir spontan das Wort "amputiert" ein. Mit Gewaht - so schien es mir - nahm man mir ein Stück meiner Seele. Ein Stück meines Herzens. Ein Stück meines Lebens. Ich verfiel in Lethargie. Schrieb Kopfromane, mied den PC, sorgte mich, plagte mich, suchte Schuld und Auswege.

Ein Stück Heimat schien verloren.

Natürlich wurde mir irgendwann klar, dass ich zwar etwas verloren habe, aber das nicht schuldlos. Dass mir zwar etwas fehlt, aber ich dennoch weiterhin "ich" bin. Dass ich nicht gänzlich aufhören muss zu schreiben, nur weil ein Themenbereich zukünftig ausgeschwiegen werden muss. Dass ich mich nicht nur über meinen Beruf definiere, dass ich auch ein GANZES sein kann, ohne DIES.

Der Blick fällt so leicht auf das Negative. Rasch und ohne nachzudenken kann ich aufzählen, was mir die letzten 14 Monate alles "Schlimmes" widerfahren ist. Doch wem nützt das ? In der Vergangenheit zu leben, im Mitleid zu versinken, sich zu fragen, warum so Vieles, warum alles nacheinander, warum ich ?

Letzteres ist einfach, denn immer war und ist mein "ich" mit eingewickelt in diesem Spinnennetz, in dem ich mich winde und dessen Klebrigkeit mir zu schaffen macht. Selbstkritik. Auf die Suche gehen, neue Wege finden, neue Kräfte mobilisieren, neue Hoffnungen auftun.

Ein erster Schritt war der, dieses virtuelle Zuhause, dieses "augenBLICKliche" Zuhause wieder zu einem Zuhause, zu einem Heim werden zu lassen.

Jetzt fühle ich mich wohl hier, geborgen, warm umfangen. Der Neubeginn des Schreibens, auch wenn ich das, was mich am allermeisten bedrückt hier nur gänzlich vage ansprechen darf und ansprechen werde.

Vielleicht gelingt es mir, meinen Blick wieder den schönen Seiten des Lebens zuzuwenden. Vielleicht habe ich das Glück, mein eigenes Glück wieder bewusst wahrnehmen zu können.

Vielleicht habe ich endlich gelernt!

augenBloglich 23.08.2004, 10.53 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schritt für Schritt

Nach einer Auszeit sieht man klarer. Manchmal. Der Ring ums Herz ist geblieben. Gewachsen der Vorsatz, Schritt für Schritt voran zu gehen. Immer nur von heute nach morgen. Kräfte sparend.

Alles erscheint uferlos.

Da ändern auch zwei herrliche Auszeitwochen nichts dran. Zumindest nicht wirklich. Zumindest nicht im Kern.

augenBloglich 08.08.2004, 15.28 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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Marie
Toll, dass Du wieder bloggst!
Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr und hoffe, ich lese Dich nun wieder regelmäßig!
2.1.2015-4:56
Hanna
Nochmal herzlichen Dank für die Hilfe und du hast einen sehr tollen Blog ! (:
26.11.2011-16:21
Gartenfee
Hi, bist du gar nicht mehr hier am Werk??? Das wäre aber schaade.
25.2.2011-23:00
patricia
wie heißt deine lehrerin!!!!!!!!
1.3.2008-16:20
NIcole
Hey, ich find das super das Du Dich durchgesetzt hast bei den anderen Müttern. Ist doch egal was die sagen. Bin stolz auf Dich. lieben Gruß
NIcki
30.3.2007-9:25